Volkswagen Karmann-Ghia Typ 14
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Der Volkswagen Karmann-Ghia Typ 14 wurde von 1955 bis 1974 fast unverändert gebaut. Diesen Erfolg eines fast 20 Jahre lang unveränderten Designs können nur wenige Automodelle dieser Klasse für sich verbuchen. Fast wäre das Auto gar nicht gebaut worden, da Heinrich Nordhoff, der dominante Fürst im Hause Volkswagen, kein Freund von Experimenten und Spielereien war. Karosseriebauer Karmann – durch das erfolgreiche Käfer-Cabrio ein ernstzunehmender Partner – konnte Nordhoff jedoch überzeugen.
Wilhelm Karmann wandte sich an seinen Freund Luigi Serge, um ihn mit dem Styling einer sportlichen Käfer-Version zu beauftragen. Der norditalienische Blechschneider war der Leiter des Turiner Karosserie-werkes Ghia. Seine Antwort war der Entwurf der fließenden Linienführung des eleganten Coupé’s.
Mit der Vorstellung der ersten Prototypen konnte man sich in Wolfsburg für eine Serienfertigung in Osnabrück entscheiden. Der Erfolg gab dem dort ansässigen Karmann Recht: mit insgesamt ca. 360.000 gebauten Coupé’s und rd. 80.000 Cabrios konnte sich der Karmann-Ghia auch bezüglich der Verkaufszahlen in seiner Klasse erfolgreich behaupten.
Überaus beliebt war er übrigens in den USA. Der Vertrieb sollte wie beim Käfer-Cabrio über die VW-Niederlassungen erfolgen.
Unter seiner schönen, sportlichen Hülle verbirgt sich aber nur einfache VW-Käfer Technologie. Die Leistung des 30-PS-Motors im Heck stand nicht im Verhältnis zum “schnellen” Äußeren. Dafür sicherte die billige Großserientechnik die Alltags-tauglichkeit dieser bildhübschen Karosserie. Die Zuverlässigkeit, verbunden mit geringen Wartungs – und Reparaturkosten, machbar in jeder Werkstatt, war für viele Käufer von größerer Bedeutung als eine höhere PS-Leistung.
Die Karosserie ist gegenüber der einfachen Käfertechnik aber eine Herausforderung – besteht sie doch aus einem Stück mit vielen Winkeln und Hohlräumen, in denen sich die braune Pest in Ruhe ausbreiten kann….
Nachteile waren das höhere Gewicht, der geringe Nutzraum und der höhere Preis gegenüber dem Pendant in Gestalt des Käfers. Sie verhinderten jedoch nicht, dass sich dieses Coupé zu einem Verkaufsschlager entwickelte. Die Linienführung der Karosserie und der Mythos der Unverwüstlichkeit des Volkswagens waren die Komponenten für den Erfolg des schwachbrüstigen Schönlings.
Der Verkauf lief nach der Aufnahme der Serienfertigung im August 1955 zügig an. Eine Fülle von Farbtönen, mit oder ohne Metallic-Effekt, zusätzlich kombinierbar mit farblich abgesetzten Dächern, waren passend für die flotte Karosserieform. Abgestimmt mit der Lackierung war der Innenraum mit seinen Polsterbezügen und den Seitenverkleidungen. Vom Werk als 2+2-Sitzer betitelt, konnte die magere Sitzbank im Heck nur als Notsitz bezeichnet werden. Selbst in einem offiziellen Verkaufsprospekt lautete es: “Die Sitzbank mit ihrem weichen Schaumgummipolster bietet sich (nur) für gelegentliche Fahrten auch zu dritt oder viert an.” Als zusätz-liches Gepäckabteil für den Urlaub zu zweit erfüllte die umklappbare Rückbank jedoch ihren Zweck.
Der Karmann-Ghia Typ14 genoss in seiner 19-jährigen Produktionszeit intensive Modellpflege, orientiert an den jeweiligen Verbesserungen und Modifikationen des Käfers. Als 1971 das elegante Coupé mit den unförmigen Stoßstangen (im Volksmund „Straßenbahnschienen“ genannt) vorgestellt wurde, zeichnete sich das Ende der Laufbahn des Erfolgstyps vergangener Zeiten ab. Keinen Widerspruch von Seiten des Publikums, wie später beim Käfer-Cabriolet, gab es bei der Produktionseinstellung gegen Jahresende 1973.
Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist heute die Cabrio-Version eine gesuchte Rarität. Durchaus beliebt ist auch ein (dezentes) Tuning, entweder im California-Style oder beispielsweise mit Porschetechnik.
Seinen Ruf als Hausfrauen-Porsche hat der Karmann schon längst abgelegt. Die solide Käfer-Technik macht den Karmann zu einem äußerst zuverlässigen Zeitgenossen, dem auch heute regelmäßige Einsätze nicht zu schaffen machen. Derzeit sind noch um die 3.500 Karmann-Ghia in Deutschland gemeldet.




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