Volkswagen Bus T2


Die VW-intern Typ 2 genannten Busse des Wolfsburger Autoherstellers erfreuen sich seit 1950 großer Beliebtheit. Womöglich lag es an ihrem unschuldigen Blick mit den großen runden Kulleraugen, aber ganz bestimmt ist der hohe Nutzwert der Fahrzeuge entscheidend für den Erfolg gewesen. Dazu kam, dass der Markt derartiger Fahrzeuge noch sehr klein war und VW den Bus relativ unbehelligt von jeglicher Konkurrenz absetzen konnten. Die Produktion wurde auf Grund der hohen Nachfrage schon in den 50er-Jahren in das neue VW-Werk nach Hannover verlegt. Der Bus bekam jedoch zunehmend Mitbewerber auf dem Transportermarkt. Nach 17 erfolgreichen Jahren der ersten Baureihe des liebevoll Bulli genannten T1 wurde es 1967 Zeit für einen würdigen Nachfolger des knuffigen Allzweckmobiles, der T2.

Fortsetzung einer Erfolgsstory

Der weit verbreitete Bus war sehr vielseitig und wurde ganz besonders gern von Firmen, der Polizei oder der Post und anderen Behörden als Transportmittel genutzt. Der T2 erschien, wie sein Vorgänger schon, in verschiedenen Karosserievarianten. Neben der Standardversion waren zum Beispiel die Pritsche, die Doppelkabine und natürlich die Spezialanfertigungen für den Staat und andere Einsatzzwecke im Programm.

Der auffälligste äußerliche Unterschied zum Vorgänger waren unter anderem die einteilige Frontscheibe, die veränderte Frontpartie oder die größeren Seitenscheiben. Zudem wuchs der Bus um ein paar Zentimeter und erschien eckiger. In der ersten Ausführung, inoffiziell T2a genannt, war noch das Heck des T1 verbaut. Im Jahr 1972 (Modelljahr 1973) kam dann der T2ab mit der neuen Heckversion in den Verkauf. Ab dem Modelljahr 1973 kam der T2b. Dort wanderten die vorderen Blinker von ihrem angestammten Platz über den „Eisenbahnschienen“ (so wurden die Stoßstangen genannt!) nach oben bis knapp unter die Frontscheibe. Das dominante VW-Zeichen an der Front blieb auch nicht unverschont und erhielt eine Schrumpfkur. Die heute zu Höchstpreisen gehandelten „Samba“-Busse wurden beim T2 leider nicht mehr hergestellt. Für Frischluftfans blieb jetzt nur noch die Option auf ein Schiebedach. Die von Westfalia gebaute „Camper“-Variante blieb beim T2 aber weiterhin im Programm.

Technik

Zum Start der Produktion des T2 konnte man wieder auf einen bewährten Motor aus dem VW-Regal zählen. Der Motor mit 1600 ccm und 50 PS war wie gehabt ein luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor und blieb zunächst die einzige Variante. Wenige Jahre nach Verkaufsbeginn wurden dann die neuen Flachmotoren mit zunächst 66 PS in den VW eingebaut. In den letzten Jahren der T2-Ära war auch ein 2 Liter-Motor erhältlich, welcher 70 PS hervorbrachte.

Das Fahrwerk wurde für den T2 ebenfalls überarbeitet. Die neue Hinterachse, eine moderne Doppelgelenkachse, wurde an Dreieckslenkern geführt. An der Vorderachse hingegen vertraute man auf eine weiterentwickelte Version der bereits im T1 verwendeten Kugelgelenk-Vorderachse. An der Vorderachse verrichteten jetzt Scheibenbremsen ihren Dienst, welche von den vergrößerten Trommelbremsen an der Hinterachse und einem optionalen Bremskraftverstärker unterstützt wurden. Das neue, insgesamt komfortabler abgestimmte Fahrwerk verlieh dem Bus eine sehr gute Straßenlage und wurde von vielen Testern gelobt.

Im neuen T2 wurde aber auch für die Sicherheit der Passagiere etwas getan. Da rund ein Viertel der Produktion nach Amerika ging, wollte man auch den diversen Sicherheitsanforderungen in Übersee gerecht werden. Erstmals waren Sicherheitsgurte serienmäßig erhältlich. Der Bus erhielt als erster seiner Klasse eine Sicherheitscrashzone mit Deformationselementen sowie eine geteilte Lenksäule.

Zum Produktionsende 1979 wartete VW noch mit einem Sondermodell auf. Die „Silberfisch“ genannte Ausgabe hatte eine silberne Metallic-Lackierung und einige Extras. Diese 1600 mal gebaute Luxusvariante ist heute unter Liebhabern eine gesuchte Rarität.

(K) ein Ende in Sicht?

Der Bus entwickelte sich im Lauf der Jahre immer mehr zum Freizeit – und Familienmobil und wurde deswegen nicht nur von Handwerkern oder Behörden geordert. Die technischen Änderungen am T2 gegenüber seinem Vorgängermodel füllten ganze Seiten. Daran erkennt man, wie wichtig der VW-Bus neben dem Käfer für die Wolfsburger geworden war. Die Idee für den Bus von 1947 lebt auch heute noch in der mittlerweile 5. Generation des Bullis weiter. Der VW wird vermutlich noch lange Zeit einer der beliebtesten Kleintransporter sein und bei den Wolfsburgern neben dem Golf das wichtigste Modell im Programm bleiben.

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