Rolls-Royce Silver Shadow


1965 wird der Rolls-Royce Silver Shadow vorgestellt und kommt in der Geschichte der Modellpolitik von Rolls-Royce einer Palastrevolution gleich. Er symbolisiert einerseits den Abschied von der Rahmenbauweise indem er die erste selbsttragende Ganzstahlkarosserie der Firma einführt und ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern ein echtes Hochtechnologieprodukt das nicht mehr von nur unzureichend ausgebildetem Werkstattpersonal in den Werkstätten ferner Kolonialländern zu warten noch zu reparieren ist.

Sein Antrieb basiert auf dem 1959 von Rolls-Royce lancierten vollleichtmetallenen V8 des Silver Cloud II und ist diesem sowohl in der Leistungabgabe als auch den Fahrleistungen nur gering überlegen.

Den entscheidenden Unterschied aber bildet seine Fahrwerkskonzeption mit Einzelradaufhängung beider Fahrzeugachsen. An allen vier Rädern kontrolliert ein hydraulisches Hochdrucksystem die Niveauregulierung wie auch die erstmalig an einem Rolls-Royce verwendete Scheibenbremsanlage.

Das innovative Fahrwerk in Tateinheit mit dem Leergewicht von 2.300 kg lässt diese Fahrzeuge in einer selbst für langjährige Kenner der Marke ungekannten Souveränität über jede Art von Unebenheiten des Fahrbahnbelages schweben.

Das neue Modell beschert Rolls-Royce bisher unerreichte Absatzzahlen und wird weltweit geordert. Im Februar 1977 erscheint der Nachfolger Silver Shadow II mit überarbeiteten Stoßfängern, einem strafferen Fahrwerk bei gleichzeitigem Entfall der Niveauregulierung an der Vorderachse. Eine Servolenkung, die nun wieder erahnen lässt ob sich das Fahrzeug noch auf dem vom Eigner gewünschten Weg befindet komplettiert das neue Fahrzeug. Selbst die im Hause RR stets gepflegte Zurückhaltung lässt die Firmenleitung nicht umhin kommen diesen Wechsel in der Weise zu kommentieren, dass es wohl mit dem Maß der Servounterstützung des ersten Modells etwas zuviel des Guten gewesen sei.

Die letzen Modelle erhalten um den Durst des 6,8 Liter V8-Riesen unter der Haube etwas zu zügeln ab der Fahrgestellnr. 30001 eine modernere wie auch kleinere SU-Vergaser-Variante mit dem Namen HIF 7. Ergänzt durch die durchsatzfreudigere und damit leistungssteigernde, zweizügige Auspuffanlage des Rolls-Royce bzw. Bentley Corniche bleiben die Fahrleistungen des Vorgängers bei signifikant reduziertem Kraftstoffkonsum erhalten.

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