Mercedes-Benz /8
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Der Mercedes-Benz Strich 8
Als sich Daimler-Benz 1968 endlich zu einer neuen, kleineren Baureihe durchgerungen hatte, um den Mittelklassenmarkt nicht kampflos der Konkurrenz zu überlassen, wurde in den Preislisten verschämt ein /8 für das Jahr 1968 eingefügt, um das neue Modell von dem damals noch erhältlichen Vorgänger abzugrenzen.
Die Modellbezeichnungen blieben nämlich der guten schwäbischen Tradition folgend gleich und bezeichneten weiterhin die auf zwei Dezimalstellen gerundete Hubraumgröße.
Der /8 war von Paul Bracq in erschütternder Nüchternheit gezeichnet worden, der Innenraum entbehrte jeglichen Zierrats und die verwendeten Materialien erweckten bei den zeitgenössischen Autotestern Assoziationen über den unmäßigen Umgang mit dem sprichwörtlichen Rotstift.
Natürlich hatten sich unter dem Blech eine Menge Neuerungen ergeben, die Radaufhängung war eine komplette Neuentwicklung und versah ihre Aufgabe mit schwäbischer Präzision, die serienmäßig verbauten Scheibenbremsen an allen vier Rädern sorgten für humorlose Verzögerung, die Karosserie entsprach mit neuen Aufprallstrukturen höchsten Sicherheitskriterien und die Fahrleistungen der Benzinmotoren stellte auch anspruchsvolle Fahrer zufrieden.
Aber die eigentlichen Zugpferde dieser Baureihe waren die beiden Vierzylinder Ölmotoren (OM), denen ein gewisses Phlegma nicht abgesprochen werden konnte, die aber mit Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit für volle Auftragsbücher sorgten.
Da vor allem Taxi-Unternehmen deren Vorzüge erkannten und sich vehement gegen die von Daimler-Benz geplanten Ablösung der Strich-Achter wehrten, sah man sich in Sindelfingen gezwungen die Baureihe W123 und den Strich-8 über ein Jahr lang parallel anzubieten.










