Ford Fiesta I
Die Entwicklung eines eigenen Kleinwagens hatte man bei Ford lange verschlafen, zumal die Hoffnung, mit einem kleinen Modell großes Geld zu machen noch bei keinem Autohersteller verwirklicht werden konnte. Gegen den erklärten Widerstand einiger Bedenkenträger im Konzern wurde Anfang der 70er Jahre dann doch ein halbherziges Projekt unter dem Namen „Bobcat“ angestoßen, das sich erkennbar an den bewährten Konkurrenzmodellen Renault 5 und Fiat 127 orientierte. Die platzsparende aber ungewöhnliche Torsionsstabfederung der Franzosen stieß bei Ford auf wenig Liebe, das konventionelle Fahrwerk des Fiat sagte den Ford-Ingenieuren viel mehr zu.
Alle Kritiker verstummten
Das Projekt Bobcat war schon weit gediehen, als mit der plötzlich einsetzenden Ölkrise 1973 die Argumente für Kleinwagen alle Kritiker im Konzern verstummen ließ. Bobcat wurde, nun mit höherer Priorität, von den britischen Ingenieuren in Dagenham und ihren deutschen Kollegen in Köln zur Serienreife gebracht.
Unter dem Namen Fiesta wurde das Fahrzeug 1976 der geneigten Öffentlichkeit präsentiert. Diese nahm den Fiesta wohlwollend auf, die Verkaufszahlen des neuen Kleinwagens entwickelten sich bald prächtig. Ford bot nur eine Karosserieform mit drei verschiedenen Motoren an, zwei 1,0 Liter-Maschinen mit 40 bzw. 45 PS und als Topmotorisierung zunächst eine 53 PS-Maschine mit 1,1 Litern Hubraum.
Klaglos und zuverlässig
Der Fiesta schuf sich treue Anhänger durch klagloses und zuverlässiges Funktionieren, auch wenn er nicht zum Traumauto der Massen heranreifte und in keinem Auto-Quartett jemals einen Sieg verbuchen konnte, half er seinem Konzern durch die Wirren der Ölkrise und amortisierte seine Entwicklungskosten.
Erst 1981 bot Ford den Fiesta XR2 mit einem sportlichen Triebwerk an, hatte die Konkurrenz doch mit solchen Modellen gute Geschäfte gemacht. Auch ein rauh und laut laufender Dieselmotor fand seinen Weg 1983 in den Fiesta. Obwohl der kleine Wagen während seiner Entwicklung immer der Kritik ausgesetzt gewesen war, seine Modellpflege sporadisch durchgeführt wurde und es sich bei ihm eigentlich um eine Kopie des Fiat 127 handelte, kann man am Ende seiner Laufzeit auf immerhin 4,5 Millionen gebaute Exemplare zurückblicken. Seine sprichwörtliche Zuverlässigkeit und seine problemlose Bedienbarkeit sicherten ihm einen Platz in den Herzen nicht allzu anspruchsvoller Fahrzeugnutzer.
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