Fiat 1100
Anfang der 50er Jahre schien bei Fiat alles möglich zu sein. So experimentierten die Ingenieure um Fiats Genius Dante Giacosa mit Motoren in V – und Boxer-Anordnung oder Einzelradaufhängungen an den Hinterrädern. Zurück in die Wirklichkeit geholt wurde das Team, als die Turiner Strategen Wind davon bekamen, dass die Konkurrenz von Alfa Romeo und Lancia bereits an Fahrzeugen der Mittelklasse arbeitete. Bei Fiat nahm diesen Platz der angegraute 1100 aus der Vorkriegszeit ein, dessen Karosserie noch auf einem Stahrrahmen aufbaute.
Nur wenig mit diesem hatte der neue 1100 gemein, den Giacosa und seine Männer 1953 auf die Käufer losließen. Einzig der Motor stammte noch aus dem Vorgänger, war aber stark überarbeitet worden und leistete nun 36 PS. Die selbsttragende Karosserie in Pontonform war betont schlicht gehalten und bot den vier oder fünf Passagieren einen deutlich gewachsenen Innenraum. Neben der Limousine war auch ein „Familiare“ genannter Kombi im Programm.
Einen sportlichen Ruf erwarb sich Fiat mit dem bereits zum Serienstart vorgestellten 1100 TV, dessen Doppelvergaseranlage den Motor auf 50 PS brachten – In den frühen 50er Jahren ein sehr ansehnlicher Wert für eine Limousine.
Während seiner Bauzeit bis 1969 erschienen zahllose weitere Motorvarianten, die den Millecento immer am Puls der Zeit hielten.
Doch auch danach hatte der 1100 seinen Zenit – zumindest im Ausland– noch nicht überschritten. In Indien wurde der Millecento als Premier Padmini, ausgestattet mit einem Dieselmotor noch bis 2001 gebaut, bis er auch hier in die verdiente Rente geschickt wurde.




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