BMW 507
Nach dem Zweiten Weltkrieg war für >BMW eine schwierige Zeit angebrochen: Die Fertigungsstätten in Eisenach waren verloren gegangen, die erfolgreiche Baureihe 326 / 327 konnte nicht weiter produziert werden.
Die Baureihe 501 , zunächst mit einem Sechszylindermotor als 501, später mit V8 Motoren als 502 bezeichnet, orientierte sich stark an Vorkriegskonstruktionen. Im Volksmund Barockengel genannt, suchte man innovative Ästhetik und modernen Fahrzeugbau vergebens, geboten wurde konventionelle Kost und altväterliches Aussehen. Wie sich später herausstellte, war bei der Kalkulation der weitgehend in aufwändiger Handarbeit hergestellten Fahrzeuge einiges schief gelaufen, BMW subventionierte die Typen 501 und 502 zeitweilig mit bis zu 5.000 DM pro Wagen.
Zwar konnte BMW auf volle Auftragsbücher in der Motorradsparte verweisen und auch die in Lizenz gebaute Isetta lief gut, doch lange konnte sich BMW eine subventionierte Fertigung trotzdem nicht erlauben.
Der neue Achtzylinder V-Motor aus Leichtmetall sollte in einer neuen attraktiven Coupé – und Cabriolet-Karosserie der Welt zeigen, dass BMW zu den führenden Fahrzeugherstellern gehörte. Bestärkt wurden die Bayern durch Max Hoffmann, der in New York residierende Österreicher importierte in den 50er Jahren alle europäischen Nobelmarken in die Neue Welt. Er soll gesagt haben, dass er schon dafür sorgen würde, dass BMW-Coupés und Cabriolets von ihm in bedeutender Stückzahl nach USA verkauft werden würden.
Mit neuen schicken Karosserie-Entwürfen tat man sich indes bei BMW schwer. Ein erster Entwurf von Ernst Loof für ein neues Cabriolet geriet zu hausbacken und fand keine Zustimmung in der Chef-Etage. Der Designer Albrecht Graf Goertz, der bei Raymond Loewy ausgebildet worden war und damals in Amerika lebte, erhielt den Auftrag, sich der Gestaltung eines neuen Sportwagens anzunehmen. Wie bekannt, schuf er neben den Coupé – und Cabriolet-Ausführungen des 503 als vielleicht gelungenste Schöpfung den 507.
Denn mit dem 507, vorgestellt auf der IAA 1955, war ein spektakulär schöner Roadster auf die Räder gestellt worden, der schon im Stand den Eindruck geballter Energie und Schnelligkeit vermittelte. Das feine Fahrwerk und der seidige, schnell hochdrehende Motor waren ein Genuss. Es gab zwei Serien des 507, zunächst leistete der Motor 150, später 160 PS. Damit ließen sich aber keine spektakulären Fahrleistungen verwirklichen, bei 200 km/h war Schluss. Super-Sportwagen wie beispielsweise der 300 SL von Mercedes boten nicht nur deutlich höhere Fahrleistungen zu niedrigeren Preisen, viel entscheidender war das deutliche Plus an Geltung, dass er verschaffen konnte. BMW hatte dem noch nichts entgegnzusetzen.
Vielleicht ist dies, neben dem sehr selbstbewussten Verkaufspreis von anfänglich 26.500 DM, der Grund dafür, dass von 1956 bis 1959 nur 252 Exemplare des 507 gebaut wurden
Die Nachfrage in Europa wie in Amerika waren jedenfalls wesentlich geringer als erhofft und auch das zeitgleich von 1956 bis 1959 gebaute Schwestermodell BMW 503 verkaufte sich in dieser Zeit nur 412 mal. Rückblickend kann man sagen, dass die anspruchsvollen BMW-Fahrzeuge dieser Zeit im Schatten ihrer volksnahen Brüder standen. Schon Fiat war mit dem 8V nicht dem eigenen Markenimage entkommen und BMW war an dieser Hürde ebenfalls gescheitert.
Erst mit der Neuen Klasse und noch später mit der Präsentation der Nullzwei-Baureihe fand BMW seinen Weg zum ersehnten sportlichen Image.





