Austin-Healey 100
- Bilder Austin-Healey 100
- Links Austin-Healey 100
- Datenblätter zum Austin-Healey 100
- Mehr zum Austin-Healey 100
Wollte da jemand die Leidensfähigkeit seiner Kunden testen? Der von Donald Healey aus Austin – Teilen entwickelte Roadster verlangte seinen Fahrern einiges ab, obwohl doch eigentlich nur sportliche Fortbewegung zu einem moderaten Preis als Entwicklungsziel festgestanden hatte.
Auf dem Weg zur optimalen Radhaftung opferte Healey wertvolle Millimeter Federweg, da er die Hinterachse über den stabilisierenden Leiterrahmen anordnete und damit beim Durchschlagen der Federung lebensgefährliche Attacken auf das Kreuz des Fahrers in Kauf nahm. Schlimmer noch als die Beeinträchtigung des Fahrers war ein mögliches Abreißen der Auspuffanlage.
Der bärenstarke Vierzylinder mit dem enormen Hubraum von 2,7 Litern röhrte direkt neben den Passagieren, ebenso war das Getriebe nur durch dünnes Blech und noch dünneren Teppich von der Besatzung getrennt. Die Anordnung folgte dem Diktat einer ausgewogenen Gewichtsverteilung und nahm eine starke Wärmeabgabe in den Innenraum in Kauf, was bei kaltem Wetter nicht weiter auffiel.
Beim Getriebe hatte Healey keine große Auswahl gehabt, das verwendete Exemplar, das im Austin A90 zivile Manieren zeigte, war dem Drehmoment des Triebwerks nicht gewachsen, weshalb der erste Gang stillgelegt und gleich mit dem Zweiten Angefahren wurde. Zu dem verwirrenden Schaltschema der verbliebenen drei Gänge gesellte sich ein per Knopf zuschaltbarer Overdrive, der einen Platz auf dem reich bestückten Armaturenbrett gefunden hatte.
Die Windschutzscheibe konnte zur Minimierung des Windwiderstands flachgelegt werden, die Fahrerstirn fand sich nun der Unbill des brausenden Fahrtwinds schutzlos ausgesetzt. Auch das provisorisch anmutende Notverdeck genügte eher dem Schutz des abgestellten Wagens, unter den verschärften Bedingungen einer Ausfahrt suchten die Steckscheiben ihr Heil in der Flucht.
Die miserablen Manieren des Wagens trugen ihm den Spitznamen „the pig“ ein. Trotz oder wegen seiner rauen Sitten wurde der Healey 100 geliebt wie kein anderes Auto, obwohl er dem Fahrer alles abverlangte und ständige Aufmerksamkeit forderte, belohnte er seine Piloten nach der Fahrt mit dem beruhigenden Gefühl, ein gutes Stück Arbeit geleistet zu haben.
Der Versuch von Austin, das Fahrvergnügen des kernigen Wagens mit einem Sechszylinder zu steigern, führte zu zwiespältigen Ergebnissen, dem Vorteil einer kräftigen Leistungsspritze stand der Nachteil der unharmonischen Gewichtsverteilung gegenüber.
Sie wissen mehr über den Austin-Healey 100? Dann ergänzen Sie diesen Text doch einfach. Klicken Sie (Sie müssen eingeloggt sein) dazu einfach auf “Bearbeiten”.





