Alfa Romeo Giulietta 116
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Die Nuova Giulietta mit der internen Typenbezeichnung 116 wurde in den Jahren 1977-1985 gebaut. Ein Designteam unter der Leitung von Rudolf Hruska konstruierte ein für damals sehr modernes Fahrzeug als Nachfolger der erfolgreichen Alfa Romeo Giulia . Mit der Vorgängerin Giulia hatte die Nuova Giulietta eigentlich nicht mehr viel gemein. Wie die Typenbezeichnung 116 bereits verrät, baut die Giulietta auf Basis der 1972 erschienen Alfa Romeo Alfetta , in Bezug auf das Chassis wie auch auf die Technik, auf. Designtechnisch war die Nuova Giulietta ihrer Zeit weit voraus. Die flache Frontpartie, die steil zum Heck ansteigende Seitenlinie und dem extrem kurzen Kofferraum mit aufgesetztem Bürzel verliehen der Giulietta schnell den Beinamen „il cuneo“, „der Keil“.
Den Keil in die Fangemeinde getrieben
Am neuen Design schieden sich jedoch die Geister, ein Verkaufserfolg wie die Giulia, die Vorgängerin, wurde die Giulietta 116 nie. Billig anmutende und schlecht verarbeitete Kunststoffe und Materialien folgen auf die im Vergleich kompakt und stabil wirkenden Fahrzeuge der 105er Serien. Holzfurniere, Chromteile oder Lederausstattungen entfielen bei der Giulietta gänzlich. Generell vermisste man die Liebe zum Detail, welche die Alfa Baureihen vor der Giulietta auszeichneten. Doch auch hier war die Giulietta wieder ihrer Zeit voraus. Wie sich Anfang der 80iger Jahre herausstellte begann die gesamte Automobilindustrie ihre Fahrzeuge außen wie auch innen zu „verkunststoffen“.Technisch übernahm Alfa Romeo das Paket der Alfetta. Das damals schon jahrzehntelang bewährte kettengesteuerte 4-Zylinder Doppelnockenwellen-Triebwerk mit Doppelvergasern wurde ebenso übernommen wie die DeDion Hinterachse mit Getriebe und Differential im Heck des Wagens.
Bewährte Technik von den Schwestermodellen
An der Vorderachse besaß die 116er Modellreihe keine herkömmlichen Federbeine, sondern Teleskopstoßdämpfer und Drehstabfedern.Die erste Serie der Giulietta 1977-1980 erhielt ein 1,3 Liter und 1,6 Liter Triebwerk. Das 1,3 Liter Triebwerk wurde in dieser Bauform nur in der Giulietta verbaut und nahm Anleihen bei der legendären GTA Maschine. Ebenso wurde das 1,3 Triebwerk mit einer einzigartigen kurzen Getriebe/Achsüberstezung kombiniert, welches heute für den Rennsport ein begehrtes Bauteil ist. Das 1,6 Liter Technik wurde im nahezuidentisch aus der Alfetta übernommen. Im Vergleich zur zweiten Serie wirkte die Giulietta-Karosserie der ersten Serie recht nackt. Es fehlten noch jegliche Plastikanbauteile, Plastikleisten und ähnliches. Die Stossstangen waren aus lackiertem Metall und überaus rostanfällig, sie überlebten oft nur wenige Jahre. Der Innenraum wurde recht spartanisch gehalten, ein flaches Kunststoffarmaturenbrett wurde durch eine aufgesetzte Instrumenteneinheit geziert. Die Polsterungen der Sitze waren zahlreich wählbar und als durchaus schicke Farbkombinationen erhältlich. 1978 wurden die 1,8 Liter Maschine der Alfetta auch in die Giulietta übernommen. 1980 wurde ein Sondermodell benannt als " Alfa Romeo Giulietta Super “ aufgelegt. Erstmals erhielt die Giulietta den 2 Liter Motor mit 130 PS. Es flossen bereits leichte Retuschen des kurz darauffolgenden Facelifts – der Serie 2 ein.
Elektrische Gimmicks in der zweiten Serie
Offensichtlich erkannte man die mangelhafte Qualität der Stossstangen und ersetzte diese aus Kunststoff. An den Flanken wurden schmale Zierleisten angebracht. Im Innenraum gab es ebenfalls leichte Retuschen und Überarbeitungen. Die Karosserie blieb weitgehend unverändert, das geschulte Alfista-Auge erkennt die zurückversetzten Seitenblinker in den Kotflügeln, die Türschlösser wanderten in das Türblatt und am Heck wurde eine Nebelleuchte in den Stossfänger integriert. Auch elektrische Gimmicks wie Fensterheber und Scheinwerferwischwaschanlage hielten mit der Serie 2 Einzug. In dieser Form wurde die Giulietta als 2. Serie bis 1983 gebaut, mit der gesamten Motorenpalette 1,3, 1,6, 1,8 und 2,0. Ende 1982 läutete ein wiederum limitiertes Sondermodell der „Giulietta 2,0 Ti“ den Übergang zur Serie 3 ein, welche 1983 auf dem Markt erschien. Die Serie 3 erhielt die markantesten Faceliftmaßnahmen. Stossfänger in massiverer und grösserer Kunststoffausführung sowie Plastikverkleidungen an den Schwellern ließen die Giulietta wuchtiger erscheinen. Kunststoffblenden mit integrierten Nebelleuchten wurden in die hintere Kennzeichenlinie eingepasst. Das gesamte Armaturenbrett wurde neu designt, wobei der sogenannte „Brotkasten“, also die aufgesetzte Tachoeinheit mit einer ausführlichen Anzahl an Kontrollleuchten versehen wurde. Im Innenraum wurden neue Materialien verbaut, welche den Qualitätsstandard etwas in die Höhe hoben. Sitze, Stoffe und Formen sind teilweise dem Alfa Romeo 75 vorgegriffen.In dieser Form wurde die Giulietta bis zum Produktionsende 1985 gebaut, wobei die letzten Modelle 1985 bereits die Bodengruppe des damals neu erschienen Alfa 75 erhielten. Die Motorenpalette der Serie 3 reichte von 1,3 bis 2 Liter mit Turbo. Auch wurde der VM Turbodiesel 1983 von der Alfetta Limousine in die Giulietta übernommen, erfreute sich aber einer weniger großer Beliebtheit.
Beinahe-Auftritt im Motorsport
Erwähnenswert ist auf jeden Fall die „Giulietta Turbo Autodelta“, kurz Turbodelta, welche 1983 und 1984 exakt 361 mal hergestellt wurde. Die hauseigene Rennsportabteilung „Autodelta“ wurde betraut, ein Homologationsmodell als Nachfolger für die im Tourenwagensport erfolgreiche Alfa Romeo GTV 6 zu konzipieren. Technisch wurden bei der Giulietta Turbodelta enorm viele Detailarbeiten geleistet, wodurch sich in Verbindung mit dem nicht sehr haltbaren Alfa-Avio Turbolader eine höchst respektable Leistung von 170 PS ergab und ebenso entsprechend beeindruckende Fahrleistungen zu erwarten waren. Zu einem Renneinsatz der 116 Turbodelta kam es jedoch nie, da der wentlich modernere Alfa 75 das neue Flagschiff von Alfa Romeo im Motorsport werden sollte. 1985 wurde die Serienproduktion der Giulietta eingestellt, ihr unmittelbarer Nachfolger war der Alfa 75, der das 1972 geborene Prinzip „Transachsial / Dedion“, bis 1992 weiterführte.
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