Alfa Romeo 1900 Millenove
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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand es schlecht um Alfa Romeo , mit dem technisch angegrauten Vorkriegsmodell 6C war kein Staat zu machen, zumal sich der Käuferkreis für exklusive Sportwagen dramatisch verkleinert hatte. Für die Zeitgenossen war ein Fiat 500 ein Traum, eine Vespa Realität, ein Alfa Romeo hingegen unerreichbar.
Mit dem neuen Chefkonstrukteur Orazio Satta Puliga an der Spitze, suchte Alfa seine Rettung im Bau von Mittelklasselimousinen. Erstmals mit einer selbsttragenden Stahlblechkarosserie versehen, sorgte ein Reihenvierzylinder mit doppelten, obenliegenden Nockenwellen für den nötigen Vortrieb an der aufwändig geführten hinteren Starrachse. Sein für italienische Verhältnisse unübliches Hubvolumen von 1885ccm verdankte er den englischen und damit zölligen Kolben von Hepolite, auf diesen Hersteller wich Alfa Romeo aus, da weder Mondial noch Mahle die Produktion wieder aufgenommen hatten. Deren Erzeugnisse fanden sich später im Motor des 1900 und sorgten für eine Hubraumvergrößerung, die sich aber nicht im Namen niederschlug.
Die Linien der Karosserie waren von Pinin Farina gestaltet worden, der hier einen von >BMW abgelehnten Entwurf aufgearbeitet hatte. Unter dem braven Äußeren der Berlina schlummerte sportliches Potenzial, vor allem die mit Doppelvergaser ausgestattete TI-Variante überzeugte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h und errang zahlreiche Rallyesiege. Den Coupés kam eher die Rolle des luxusorientierten Gleiters für die Wohlhabenden zu, ein stattlicher Einstandspreis sorgte für die nötige Exklusivität.
Die selbsttragende Bauweise erschwerte die Ausrüstung des Millenove mit alternativen Karosserien von renommierten Blechschneidern, doch Alfa Romeo bot ab 1951 ein Chassis des 1900 mit Plattformrahmen an. Über 100 verschiedene Varianten des 1900 wurden gebaut, darunter auch der skurrile Astral von Boneschi. Doch waren es die normalen Modelle, die mit über 12.000 produzierten Exemplaren den Mailänder Hersteller aus der Nachkriegsdepression ins Wirtschaftswunder beförderten. Zum Produktionsende des Millenove 1958 hatte die 1955 eingeführte Giulietta längst schon die Existenz des Unternehmens gesichert.
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