Volkswagen do Brasil


Den Anstoß zur Gründung eines Werks in Brasilien bekam Volkswagen anfang der Fünfziger vom Generalimporteur für Chrysler – der offensichtlich dem neuen deutschen Kleinwagen Marktchancen zurechnete, die die großen Chrysler nicht hatten. Die Eröffnung des Volkswagenwerks bei São Paulo im Januar 1959 war dem brasilianischen Staatspräsidenten wichtig genug, um anwesend zu sein – und bald zeigte der Käfer, wie wacker er sich auch unter erschwerten tropischen Bedingungen schlagen kann. Der einmillionste Brasilien-Käfer lief 1967 vom Band. Im selben Jahr reiste der hochrangige VW-Manager Rudolf Leiding nach São Paulo, um die Entwicklung von spezifischen Brasilien-VW anzustoßen. Das Ergebnis war eine viertürige Stufenheck-Version des 1500 ( Typ 3 ); spätere Entwicklungen schwammen sich noch weiter von Wolfsburg frei, wobei stets viele Teile des VW-Baukastens in die Fahrzeuge einflossen. VW do Brasil brachte eigenwillige Hybride wie den Gol, abgelegte Wolfsburger Prototypen wie den Brasilia, aber auch dramatisch schöne Eigenentwicklungen wie den SP-2 viel stärkerem Maß als im Heimatland liefen luft – und wassergekühlte nebeneinander von den Fertigungsbändern. VW do Brasil blieb auch das letzte Biotop für Autos wie den Transporter T2, die noch während der Produktionszeit in São Paulo in Europa zu Klassikern heranreiften. Manche brasilianischen VW sind bemerkenswerte Autos; leider finden nur wenige Exemplare nach Europa.

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