Lancia
Lancia wurde 1906 von Vincenzo Lancia, einem Rennfahrer gegründet. 1922 wurde der Lancia Lambda vorgestellt, der wegen seiner Form, die an ein Bootsrumpf erinnerte, polarisierte. Der Wagen erfreute sich vor allem bei Intellektuellen großer Beliebtheit. Weltweit wurden über 11.000 Exemplare verkauft. Der Architekt Adolf Loos (bekannt durch das Zitat “Ornament ist ein Verbrechen”) zeichnete seinen einzigen Fahrzeugentwurf auf Basis des Lambda. Das seltsam zerklüftete Fahrzeug besaß ein zweistöckiges, weit aufragendes Heck. Mit seiner Gestaltung und Nutzung des Raumes nahm es in die Idee des modernen Kompaktwagens vorweg.
Als Nachfolger des Lambda wurde der Dilambda eingeführt, den Erich Maria Remarque durch sein literarisches Werk bekannt machte: Er hatte seinem Lancia zahlreiche Erzählungen gewidmet und war mit ihm, zusammen mit Marlene Dietrich, aus Deutschland geflohen.
In den 1950er und 1960er Jahre kaufte der Jetset Fahrzeuge von Lancia. Während andere Hersteller vielleicht ein Coupé oder Cabriolet im Angebot hatten, so bot Lancia in Zusammenarbeit mit externen Karosseriebetrieben unzählige Varianten aus eleganten Wagen, von denen heute der Aurelia B24 Spider (auf Basis der Aurelia-Limousine) als der gelungenste gilt.
1969 wurde Lancia vom Fiat-Konzern aufgekauft. Der Turiner Großkonzern gab Lancia eine sportliche Ausrichtung. Die Marke konnte in den 1970er bis 1990er Jahren zahlreiche Erfolge im Motorsport einfahren – etwa die Rallyeerfolge des Stratos und des Delta, die beide zugleich auch Klassiker des italienischen Designs wurden. Jüngere Fahrzeuge mit zukünftigen Klassikerstatus sind der Thema 8.32 mit dem überarbeiteten 8-Zylinder 32-Ventiler aus dem Ferrari 308 und das Kappa Coupé. Es war das letzte Coupe der Marke und wurde von der Manufaktur Maggiora in nur 3.300 Exemplaren gefertigt.
Erfolgreich war in Deutschland vor allem der Kleinwagen Ypsilon. Die meist klassisch und elegant gestalteten Modelle von Lancia können als Gegenpol zu Alfa Romeo gelten, mit denen sie sich viele Bauteile teilen.
Gegenwärtiger Hoffnungsträger ist der Delta (III) der europaweit – bis auf Deutschland – von der Motorpresse gelobt wurde.






