Zündkerzen: Der entscheidende Funke
Und seit sie vor über hundert Jahren von Gottlob Honold erfunden und für Robert Bosch entwickelt wurde, hat sich wenig an ihrer Aufgabe geändert.
Durch einen elektrischen Funken wird das verdichtete Benzin-Luft-Gemisch im Zylinder gezündet, die einsetzende Verbrennung führt zu einer schlagartigen Expansion und diese Volumenänderung wird über den Kolben als Kraft auf die Kurbelwelle wirksam.
Die Zündkerze kämpft also an vorderster Front, dort wo es richtig heiß hergeht. Deshalb sollte der vorsorgliche Oldtimer-Besitzer ihr ab und an einen kontrollierenden Blick gönnen.
- Bei jeder Zündkerze ist gut zu erkennen, wo der eigentliche Zündfunken entsteht. Zwischen der im Zentrum befindlichen Mittelelektrode und der aussen angebrachten Masseelektrode bahnt sich der elektrische Strom einen Weg und überspringt, einem Blitz nicht unähnlich, die fehlenden Millimeter, wobei die Zündung des Gasgemischs erfolgt.
- Am Besten arbeitet eine Zündkerze dabei in einem Temperaturbereich von 360 bis 850 Grad, nur bei diesen Temperaturen werden entstehende schädliche Verbrennungsrückstände abgebrannt. Deshalb ist beim Ersatz der Zündkerzen unbedingt auf den vom Motorhersteller angegebenen Wärmewert zu achten, der angibt, wieviel Wärme der Verbrennung von der Zündkerze an den gekühlten Motorblock weitergegeben wird.
- Bei ihrem gefährlichen Arbeitsplatz und ihrer anspruchsvollen Arbeit ist es kein Wunder, dass eine Zündkerze nicht ewig halten kann und auch im Umgang ein empfindliches Naturell an den Tag legt. Mit der Zeit verliert die Mittelelektrode an Material, daher wird die Strecke, die der Funken überspringen muss, immer länger, bis eine kritische Distanz erreicht ist, die die angeschlossene Zündelektrik überfordert.
Fehlzündungen und Startprobleme sind die Folge.
Nach circa 15.000 bis 20.000 Kilometern Laufleistung ist daher eine Ersatz der treuen Funkenspender erforderlich, moderne Kerzen halten jedoch, neuen Materialien sei Dank, etwas länger.
Auch ein unschuldiger kleiner Sturz kann das Gehäuse und vor allem den empfindlichen Isolator aus Aluminium-Oxid beschädigen, deshalb sollte dann auf den Einbau verzichtet werden, auch wenn keine sichtbaren Beschädigungen vorliegen.
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