Rätsel des Ostens: Kam der erste Subaru-Boxer aus Bremen?
Nach den stürmischen Tagen des Februars 1961 läuteten die Totenglocken über den Borgward-Werken, der Patriarch hatte seinen Konzern dem Bremer Senat übergeben. Das millionenschwere Unternehmen ging nun einem Vergleichsverfahren entgegen. Unter der Leitung des umstrittenen Wirtschaftsprüfers Johannes Semler, dessen Platz im Aufsichtsrat von BMW Anlass zu vielen Spekulationen gab, wurden für die Borgward, Lloyd und Goliath GmbH ebenfalls die Vergleichsverfahren eröffnet. Alle Produktionsanlagen, Grundstücke und andere Sachwerte wurden verkauft. Den Ausverkauf seines Imperiums konnte Carl F. W. Borgward nicht verwinden, er erlag 1963 den Folgen einer Herzattacke.
Die Lloyd Arabella:
Ob er wohl Freude daran gehabt hätte, das ein Investor die Isabella und sein Prestige-Objekt P100 in Mexiko mit seinen Anlagen neu auflegte? Die dort produzierten Autos wären auf jeden Fall nicht nach seinem Gusto gewesen, mangelnde Qualität sorgten für ein baldiges Aus der Mittelamerikanischen Episode. Einen gänzlich anderen Weg nahm der noch 1959 neu entwickelte Arabella-Motor. Das innovative Konzept eines vor der angetriebenen Vorderachse platzierten wassergekühlten Boxermotors lebte im Subaru 1000 von 1966 wieder auf.
Motoren im Verwandschaftsverhältnis?
Links der Japanische Subaru EA52, Rechts der Arabella-Motor aus Bremen
Die Motoren sahen sich sehr ähnlich, aber die japanischen Ingenieure standen damals am Anfang ihrer technischen Reifung und hatten es bisher nur zum umstrittenen Ruf als gewitzte Kopisten bewährter Lösungen gebracht. Bei der Konstruktion der Vorderachse waren sie auch eindeutig vom Deutschen Original abgewichen und setzten statt Schraubenfedern Torsionsstabfedern an den doppelten Querlenkern ein.
Ob die Japaner nun tatsächlich über die Fertigungsanlagen verfügten ist unklar. Die in einem Frachter nach Nordamerika verschiffte Motoren-Fertigungslinie wurde damals wegen fehlender Papiere die Einfuhr untersagt und galt seither als verschollen, eine Weiterreise nach Japan wäre theoretisch denkbar.
Oder ob das wegweisende Produkt der Lloyd GmbH einfach sehr genau studiert wurde, bleibt ein bislang ungelöstes Rätsel. Tatsache ist aber, dass der Subaru-Motor trotz vieler konstruktiver Gemeinsamkeiten wie der identische Hub von 60 mm, der Einsatz von Aluminiumguss für den Motorblock, die nassen Zylinderlaufbüchsen und der Stosstangen aus einem Alu-Rohr mit eingepresstem Stahlkern einen deutlichen Unterschied zum Arabella-Motor aufweist, die Nockenwelle liegt beim Deutschen Motor oberhalb der Kurbelwelle, bei den Japanern hingegen Unten.
Und jetzt unter der Haube: Suabru 1000 links und Lloyd Arabella rechts
Faszinierend ist aber andererseits auch, dass Arabella-Besitzer in den USA in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern Ersatzteile für ihren Motor beim Subaru-Händler kaufen konnten, die perfekt in ihren Motor passten.
Autor: Frank Brendel
Bildquellen: - Carsablanca Archiv
- www.jsae.or.jp
- www.ultimatesubaru.org










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