Wracksausen – Die Demontage der Nachhaltigkeit

Deutschlands Autoszene befindet sich in Aufruhr. Fest steht: Durch die Abwrackprämie werden nicht alle potenziellen Youngtimer von gestern mit einem Schlag vernichtet. Und natürlich wird man nicht aufhören, das Auto von heute zu bauen und das von morgen zu erfinden. Umso respektabler wäre es, vernunftbetonten Menschen gegenüber einfach mal mit vernünftigen Argumenten zu kommen, mit offenen Karten zu spielen und zu sagen: Leute, wir brauchen eure Kohle! Damit der uns alle wärmende Ofen der Autoindustrie auch in Zukunft weiter brennen kann! Vielleicht sähen das sogar genügend Menschen ein. Stattdessen jedoch arbeitet man ein ums andere Mal mit dem Instrument der Verunsicherung und will uns mal wieder für dumm verkaufen. Bei vielen wird’s klappen.
Wracksausen – Die Demontage der Nachhaltigkeit

Der nette Mann mit modischer Kurzhaarfrisur und dem sympathischen Lächeln schaut direkt in die Kamera. Die Haare leicht ergraut, hält er in der rechten Hand das Modell eines Matra Simca Bagheera. Wir lesen: „Soviel steht fest: Ein neues Auto ist hundert Mal besser für die Umwelt.“

Aha.

Besser – als was denn? Als der sich nach wenigen Jahren selbst kompostierende Matra etwa? Zwar handelt es sich bei der Anzeige um ein Kampagnenmotiv der österreichischen Automobilimporteure – aber so viel Humor trauen wir selbst denen nicht zu. Die Ratlosigkeit hält an beim Weiterlesen: „Ein einziges Auto aus den 70er Jahren produziert in etwa gleich viele Schadstoffe wie 100 Neuwagen.“ Es reicht. Das Logikzentrum des Hirns beginnt zu schmerzen bei derart plumpen Beleidigungsversuchen. Erstens sind die Autos der 70er Jahre inzwischen alle anerkannte Oldtimer mit H-Kennzeichen und damit technisches Kulturgut, dürften die meisten von der Abwrackprämie  bedrohten Fahrzeuge also aus den 80er Jahren stammen (was das Schlimme ist, bis auf Opel Vectra und Honda Jazz), und drittens bauen die Ösis selbst noch immer den Geländesaurier Mercedes G. Aber mal der Zylinderreihe nach.

Hersteller und Handel haben Recht mit ihrer Behauptung, die Diskussion um Fahrverbote, Umweltzonen und Steuerkopplung an den Schadstoff-Ausstoß hätten den Konsumenten verunsichert. Genau das war auch das Ziel der konzertierten Aktion, bei dem die Lobbyisten der Autokonzerne kräftig hinter den Kulissen mit am Lenkrad gedreht haben dürften. Nur schade, dass unter den Initiatoren sich niemand befindet, der deutlich differenziert – zum Beispiel zwischen Schadstoffausstoß (also Abgase) und Schadstoffproduktion (die auch den Herstellungsprozess einschließt). Denn im Gegensatz zu manchen sich berufen fühlenden Politikern pusten „moderne“ Autos beileibe nicht nur heiße Luft in die Umwelt.

Nehmen wir Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Bereits vor Monaten regte er an, finanziell nicht so potenten Neuwagenkäufern einen Zuschuss in Höhe von bis zu 1.900 Euro zu zahlen. Tiefensee’s Ministerium rechnete vor, dass man so auch die Umwelt mit entlasten könnte. Weil neue Autos ja weniger verbräuchten. Als das ARD-Magazin MONITOR nach der Gesamtenergiebilanz des Tiefensee-Vorstoßes fragte, herrschte im Ministerium plötzlich Funkstille. MONITOR hatte nämlich berechnet, dass die Produktion der Neuwagen und die energieaufwendige Verschrottung der Altwagen eine Mehrbelastung des Klimas in Höhe von 1,3 Millionen Tonnen CO2 ergeben hätten. Tiefensee und seinen Fachreferenten war etwas Entscheidendes entgangen: Die Schadstoffproduktion hat sich bei neuen Autos längst verlagert: Von der Straße in die Produktionshallen – nach dort hin, wo es niemandem auffällt.



In der aktuellen Diskussion gern außer Acht gelassen wird die Ökobilanz eines Autolebens vom Erzabbau bis zur Einschmelzung nach der Verschrottung. Experten sagen, dass für die Herstellung eines 1.000 Kilo schweren Wagens rund 25.000 Kilo Material und Masse bewegt werden müssen. Das gilt natürlich auch für den einstigen Herstellungsprozess eines Altfahrzeugs. Bloß: Dieses ist bereits da. Einen gebrauchten Ford Escort kann man sofort benutzen – einen neuen Focus muss man erst bestellen. Und bauen. Erst ab einer Gesamtfahrleistung von rund 300.000 Kilometern erreiche ein Altfahrzeug annähernd den Schadstoffausstoß, der in etwa der Schadstoffproduktion einer einzigen Neuwagen-Herstellung entspräche.

Bleibt der Mehrverbrauch alter Autos und damit der angeblich geringere Schadstoffausstoß aktueller Modelle. MONITOR fuhr jeweils mit einem Golf V TDI und einem 13 Jahre alten Golf III TDI die identische Strecke mit den selben Insassen. Ergebnis: Der Golf V brauchte einen halben Liter Diesel mehr.

Sicherlich: Würde der ADAC diesen Test wiederholen, erhielte er wahrscheinlich genau entgegen gesetzte Ergebnisse. Denn der ADAC ist der Anwalt der Autofahrer von heute. Oder doch der der Hersteller? Immerhin titelte die Club-Postille ADAC Motorwelt, in denen ansonsten dynamische Gefährte wie Treppenlifte im Kleinanzeigenteil angeboten werden, in einer seiner jüngeren Ausgaben pflichtschuldigst: „Jetzt neue Autos kaufen. Nie waren sie so sauber!“ Ja, sicher. Und in bleifreiem Sprit ist Veilchenduft, nicht etwa Benzol enthalten. Acht mal häufiger als ein Neuwagen bleibe ein acht Jahre altes Auto liegen, rechnet uns der ADAC vor. Das verwundert uns angesichts der TÜV-Reporte und Leserbriefe von Neuwagenkunden, die zuhauf Ärger mit havarierten Neufahrzeugen dokumentieren. Meine persönliche Erfahrung ist folgende: In meine Gebrauchtwagen der vergangenen zehn Jahre, die nie unter 20 Jahre alt waren (BMW 2500 E3, Saab 900i, BMW 525 eta, aktuell Mercedes 280 SEL W 126) habe ich jährlich nie mehr als 1.000 Euro an Verschleißteilen investieren müssen. Wenn ich einmal liegen blieb, dann wegen eines gerissenen Keilriemens, nicht wegen eines fehlerhaften Elektronikbauteils. Aber natürlich ist das subjektive Glücksgefühl in einem Neuwagen phantastisch: Man muss nur 10.000 Euro anzahlen und dann die nächsten x-Jahre monatlich 550 Euro – und schon ist man mobil. Dazu kommen dann nur noch die überschaubaren Inspektionskosten, damit die Garantie nicht erlischt.

Und jetzt kommt noch die Abwrackprämie als weitere Kalkulationsgröße hinzu. Satte 2.500 Euro. Das ist mal eine Ansage. Zwar nicht für den klassischen Audi A8-Käufer – aber im Falle eines Dacia Sandero macht das bereits ein Drittel des Neupreises aus. Nur irgendwie undurchdacht, dass der deutsche Autokäufer seine zweieinhalb Mille Staatsknete nimmt und prompt beim bösen Ausländer investiert. So hatten wir uns das nicht gedacht. Nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer bringe die Prämie so gut wie keine Vorteile für deutsche Hersteller.

 

Schließlich wäre da noch die Sache mit der Verwertung. Lasse ich meinen treuen Wegbegleiter wirklich pressen, kostet das schon wieder wertvolle Energie. Und die vielen so mühevoll von den Herstellern in bester Sortier- und Verwertungsabsicht gekennzeichneten Kunststoffteile werden buchstäblich mit einer Klappe erschlagen. Denn niemand trennt wirklich Motor und Getriebe von Scheinwerfern und Glasdächern. Niemand klamüsert PE, PP, Teppiche, Sicherheitsgurte und Steuergeräte auseinander. Was ist mit Stahl- und Alufelgen? Zinkschrott? Katalysatoren? Nix da. Mit Meißel und Schraubenzieher werden bei vielen „Entsorgern“ stumpf Löcher in Tanks und andere Flüssigkeitsbehälter geschlagen, um die „Wracks“ ausbluten zu lassen, danach werden sie nach Hersteller gestapelt und von dankbaren Mitgliedern des Altauto-Prekariats ausgeschlachtet. Zu schlechter Letzt wandern sie komplett und unzerlegt in den Hochofen.

Überlegte Demontage? Ja. Aber nur die des Nachhaltigkeitsgedankens.

Und wenn nun der scheinbar umweltreine Verwerter hinter meinem Rücken das Altfahrzeug gar nicht shreddert? Wenn man, den Verwertungsnachweis in der Hand, an der ersten Ampel hinter dem Schrottplatz plötzlich neben sich sein ehemaliges Auto mit nigerianischen Kennzeichen erblickt? Da hilft gutgläubigen Bürgern nur noch die Hoffnung, dass in der Dritten Welt verursachte Abgase nicht die Grenze der Ersten Welt überwinden. Sicherlich. So verhält es sich ja auch mit den Umweltzonen deutscher Großstädte. Seit deren Errichtung weht kein Wind mehr.

 

Schauen Sie doch mal in die Betriebsanleitung Ihres derzeitigen Fahrzeugs, egal, ob es sich dabei um eine aktuelle E-Klasse oder um einen Peugeot 404 handelt. In jeder dieser Anleitungen werden Sie einen kurzen Einführungstext finden, in dem man Sie zur Wahl des entsprechenden Automobils beglückwünscht. Weil dieses Auto so sparsam sei. So sicher. So komfortabel. Und vor allem so – langlebig.

Letzteres ist völlig irrelevant geworden. Sämtliche Autokonzerne können getrost die Hälfte ihrer engagierten Forschungs- und Entwicklungsingenieure feuern und so viel Geld einsparen. Weil niemand mehr Autos braucht, die 25 Jahre halten. Weil wir sie schon nach neun Jahren wegwerfen. Also ab auf den Müllhaufen mit Golf IV TDI Baujahr 1998! In die Presse mit Mercedes W 200, BMW E 36. Außerdem: Endlich Schluss mit den lästigen Zwölf-Jahres-Garantien gegen Durchrostungen! Braucht kein Mensch (mehr). Das ist gut. Auch für die Kommunikationsabteilung des ADAC. Denn kaum ist man mit seinem achtjährigen Auto liegen geblieben, wirft man es auch schon weg. Und der ADAC muss nicht mehr zum Neuwagenkauf mahnen. Nur seltsam, dass der ADAC bei so viel Neuwagenliebe erst kürzlich im gefühlt unsanften Hauruck-Habitus die offizielle Interessenvertretung der deutschen Oldtimerfahrer vom DEUVET „übernahm“. Aber zurück zum Thema.

Es bleibt ein Paradoxon: Schlugen wir noch gestern bei der Erinnerung an nach acht Jahren völlig durchgerostete und verschlissene Audi 100, VW 1600, Ford Taunus und Opel Rekord die Hände über dem Kopf zusammen, klatschen wir heute vor Freude in die selben Hände, weil wir für neunjährige, völlig intakte „Verbrauchtwagen“ plötzlich noch 2.500 Euro bekommen. Das wäre was gewesen, Anno 1979: Für einen von Teroson und Glasfaserspachtel zusammen gehaltenen Mercedes /8 hätte es 5.500 D-Mark gegeben, die Hälfte eines neuen Golf! Sie lachen über einen solchen Wechsel? Nun, meine Großmutter hat ihn damals exakt so vollzogen. Was ich bis heute bedaure. Aber hinterher ist man ja immer klüger. Das jedenfalls ist zu hoffen.

Apropos Lerneffekt: Zwei Einsichten werden wohl einst aus der aktuellen Altfahrzeug-Diskussion übrig bleiben: Zum einen die, dass Politiker, Hersteller und Händler binnen Wochen die jahrelangen Bemühungen der im Prinzip identischen Personengruppe, besonders das deutsche Automobil zum Synonym für Zuverlässigkeit und Langlebigkeit zu machen („Quality that lasts – made in Germany!“), dauerhaft mindestens beschädigt haben. Schon drängt sich der Verdacht auf, die Hersteller kalkulierten heimlich mit derlei kurzen Laufzeiten ihrer Produkte und wählten dementsprechende Materialgüten als neuen Maßstab. Die Folge: Ideeller und tatsächlicher Werteverfall. Denn warum sollte ich mit einer Acht-Jahres-Perspektive vor Augen mehr als 10.000 Euro für einen Neuwagen ausgeben? Und wenn mir heute gesagt wird, ich solle mein neunjähriges Auto doch bitteschön wegwerfen, weil es ein alter Stinker sei – dann hätten mich ja die Hersteller und Verkäufer seinerzeit komplett belogen. Oder nicht wirklich viel gewusst. Wissen sie heute mehr? Und was werden sie mir dann morgen erzählen?

Die zweite Einsicht ist eine ungleich kompaktere, wenn auch nicht weniger gehaltvolle. Sie stammt, wie der grinsende junge Mann mit dem Matra in der Hand, aus Österreich und lautet: „Schmarrn!“
 
Lesen Sie auch: "Kreischverkehr – 12 Milliarden für die Zone" über die so genannten Umweltzonen.
 




Autor: Knut Simon (knutzimonster) am 04.02.2009


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henkelkorb
henkelkorb 16.08.2009

@knutzimonster:

Super! Alles drin in der Abwrackprämie: Tränen. Mitgefühl. Ein bisschen Politik. Konsum-Tragik. Gute Tipps. Hermes-Tuch. Und Sylt-Tsunami.

Schadenfreude?

Nein, vielleicht nur ein bisschen MIT-LEID ;-))

Wer an seinem Auto "hängt", der möchte es doch einfach nicht verschrotten.

Sondern VERKAUFEN !!!

Deshalb die Anzeige auf einem Portal, bei dem sich Auto-Freunde treffen.

Und keine "Schrott-Händler" ;-).

Vielleicht ist auch ein

Also keine

knutzimonster
knutzimonster 06.08.2009

@henkelkorb: mir kommen gleich die tränen: menschen, die ihr auto verschrotten "müssen", weil der staat sie dazu gängelt – furchtbar. ich fühle mit euch! könnt ihr körbchenfans euer miami-vice-ding nicht gegen ein hübsches hermès-kopftuch tauschen?

welch konsum-tragik: die ganzen jahre sinnlos den händler und die werkstatt mit geld beworfen, um das dadurch gefüllte scheckheft nun pressen lassen zu müssen. (aber bitte korrekt vorher aus dem handschuhfach nehmen und in den altpapiercontainer werfen.) am besten, ihr wandert nach dorthin aus, wo es keine abwrackprämien gibt. und zunehmend weniger autos. zum beispiel in den irak. tipp: wenn es dir in der seele weh tut, dann verschenk das ding doch einfach – dorthin oder wohin auch immer. leere brieftasche, aber gutes gewissen. in dieses sei dir hiermit geredet.

ansonsten: viel freude mit demnächst sitzgeheiztem podex auf der ja doch stets etwas unterkühlten insel süld. perfektes szenario wäre vielleicht ein tsunami vor kampen: golf abgrwrackt und insel auch gleich mit weg.

tschüss.

henkelkorb
henkelkorb 06.08.2009

Ihr habt vielleicht meine "HENKELKÖRBCHEN" Anzeige für mein 23jähriges ;-) GOLF GTI Cabrio auf CARSABLANCA gesehen:

http://www.carsablanca.de/Oldtimer-Youngtimer/volkswagen-golf-henkelkoerbchen-gti-cabrio-us-kat-k70-5500-1760-ccm-golf-gti-cabrio-weiss-aussen-und-innen-original-tiefer-schoener-supersound

Viel Interesse.

Ein paar "schlüpfrige" Anfragen aus IRAK (Jaaaa!!!), GB und USA. Auch ein paar Händler, die das Schmuckstück zum "Schrottpreis" wollen.

Ein paar "Schnäppchenjäger" (siehe meine Blechgeschichte: Bei Anruf: MORD).

Ein paar "Liebhaber" ohne Bargeld ;-).

Es tut mir in der Seele weh, ein solch schönes Auto verschrotten zu müssen.

Aber meine Frau braucht eben ein bisschen mehr Komfort. Und eine dritte Garage haben wir nicht.

Was bleibt uns anderes übrig als mit dem furchtbaren Gedanken zu leben, dass unser "schneeweißes Cabrio" bald wohl nur ein Klumpen Blech sein wird ;-((.

Christoph Weise

vintagetech23
vintagetech23 19.02.2009

Sorry der letzte post ist wohl in die hose gegangen... lg j



zum thema clerici findet man schon einiges auf

http://www.altblech.at/modules/smf_forum/smf/index.php?topic=1776.0 />

vintagetech23
vintagetech23 19.02.2009

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Scholly
Scholly 03.02.2009

......

mir fehlen die Worte ..........

einfach traurig... das wir Hüter der Werte in die Schublade der Umweltsünder gesteckt werden....

einfach traurig ;-(

Xaver
Xaver 01.02.2009

Ich lebe seit 15 Jahren in den USA. Mein erstes Auto war ein 1966er Rekord C Caravan in Oesterreich. Formschoen, stabil, einfach und genuegsam.

Letzten Herbst habe ich meinen 2004 Dodge Intrepid auf regennasser Fahrbahn in einer engen Kurve bei ca. 28km/h wegen einem Oelflecken an einen Telegraphenmasten geparkt. Da neben Frontschaden beide Airbags losgingen und dementsprechend Lenkrad und Armaturenbrett zerstoert haben, haette die Reparatur ueber 10.000 Euro gekostet. = 1.7facher Autowert. Ergo: Totalschaden und abschreiben.

Da ich sowieso Schaltprobleme im elektronisch gesteuerten Automatikgetriebe hatte, die die Fachwerkstatt trotz Analysegeraeten nicht reparieren/adjustieren konnten und die fetten A-Saeulen im Stadtverkehr eine Blindstelle von bis zu einer Sekunde darstellen (sehr gefaehrlich!!), verwende ich das Versicherungsgeld, um mir einen '69er Rekord C von der Umgegend von Wien aus Privatbesitz in die USA zu importieren.

Nach dem Motto: Weg mit dem Neuen (Schmarrn) und rein mit dem (guten) Alten!

Ich habe auch einen 1974er Opel Manta A mit 1900 S Motor und Automatik.

Beim Vorlaeufer des Intrepid hat die Getriebereparatur mich 2000 Euro gekostet. Fuer den Manta (wo das Getriebe nach 35 Jahren noch toll schaltet) kostet der Teilesatz hier 60 Euro und die Arbeit in einer guten Fachwerkstaette 300 Euro.

Der Manta braucht ca. 8.5l/100km und ist besser im Schnitt als mein ehemaliger 2004 Dodge.

Wenn die Politiker in Deutschland dem gesunden Menschenverstand langsam den Hals umdrehen, wird's langsam Zeit eine Revolution der Buerger einzuplanen. Alle 200 Jahre tut das dem Land gut.

Nebenbei: Seit ich den Manta A habe, ist es erstaunlich, wieviele Leute um mich herum sich an die guten Eigenschaften der Opel erinnern. Ich habe bisher nur gute Erinnerungen gehoehrt, und diverse Kaufangebote freundlich abgelehnt.

Ein alter Opel ist nicht das A und O, aber die Schaetzung alter, einfacher, genuegsamer und dauerhafter Autos sollte den Herstellern beweisen, dass es hoechste Zeit fuer ein neues Ford Model T, einen VW Kaefer oder einen Opel Rekord C ist! Ein Auto, das uebersichtlich fuer den Besitzer und fuer den Mechaniker ist, eines, das jeder gute Samaritaner an der Strasse diagnostizieren und vielleicht an Ort und Stelle wieder flott machen kann.

Je einfacher desto gut.

Herzliche Gruesse aus Virginia, wo alte Autos geschaetzt und gepflegt und gefahren werden!

Phantom
Phantom 31.01.2009

Ich sah in einem Beitrag in Eurem deutschen TV: es soll kein Problem sein, die Autos, die eigentlich verschrottet werden sollten in den Osten oder nach Afrika zu verkaufen. Aber selbst in Deutschland soll die Einlösung wieder möglich sein, wie der Film zeigte.

In altem Blech ist mein Zuhaus

Wacki02
Wacki02 31.01.2009

Habe mir gestern mal die zeit genommen und bin zu diversen Altautoannahmestellen gefahren! Leute es tut weh, zu sehen was da so steht. Dieser Schwachsinn wird eine Lücke reissen!! Bin mit meinem Altags und Winter E 30 Touring Edition auch bei den Neuwagenhändlern gewesen und ich muss euch sagen, die stehen echt in den Startlöchern und rennen schon zur Tür wenn man auf den Hof fährt! Meine Fahrzeuge werden diesem Schwachsinn nicht zum Opfer fallen.

Denn: Bewahren und Pflegen ist der wahre Umweltsegen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

thorsten1960
thorsten1960 30.01.2009

das ausland wird sich freuen ,da kein mensch ein in deutschland gebautes auto kaufen wird.wenn dofheit weh tun würde.müßte fast der ganze bundestag schreien.eine schande was die unseren kinder,enkel mit der verschwendung von steuergeld antun.die gehören doch alle in den knast.

dieterrosen
dieterrosen 30.01.2009

Unabhängig von Nutzen und so weiter, das ist doch alles Verarscherei, der Kleine Mann oder die Allgemeinheit bezahlt das doch im Endeffekt, die Prämie müsste jeder bekommen auch wenn er ein neues Fahrrad kauft oder sonst was.!

Ist doch ungerecht ! bekommen wieder die Leute Geld geschenkt die das gar nicht nötig haben.

Intruder67
Intruder67 30.01.2009

Reine Augenwischerei ! ! !

Hätte das für die DEUTSCHE Autoindustrie was bringen sollen, hätte man diese 2500€ bezuschussen müssen, für ein Kauf eines DEUTSCHEN Autos...

Leider von diesen OBERSCHLAUEN Politikern nicht zuendegedacht...

Es geht anscheinend nur wieder darum, das dumme Deutsche Volk zu gängeln...

Armes Deutschland ! ! !

Matracat
Matracat 30.01.2009

Ist es nicht immer wieder schön anzuhören, wie unsere Staatsdiener, wem "dienen" die eigentlich noch, uns wiederholt glauben machen wollen, was für uns gut ist? Erst waren alle gegen ATOMENERGIE - also weg mit den Kraftwerken. Jetzt wird angesichts der Not der Menschen im Land aufgrund immer schneller steigenden Energiepreisen darüber nachgedacht, die Laufzeiten der AKW´s zu verlängern. Wetten das kommt so? Dann kam der Kat! Gut...das lasse ich absolut gelten, denn der hat nachhaltig wirklich was für die Umwelt gebracht. Dann kam der "Dünschiss" mit den Feinstaubzonen, die ja nun erwiesenermaßen wirklich nichts bringen, da die Problematik , wie von Knut bereits erwähnt, in den Haushalten und der Industrie liegt. Hinzu kommt, daß ich meine beiden Matras (Benziner) nicht in die Feinstaubzonen fahren darf (genau dort liegt mein Arbeitsplatz), da sie keinen Kat haben, mein Chef mit seinem schweren Benz Diesel aber die Plakette bekommt, nur weil der nen Kat hat. Sehr durchdacht von unserer Regierung...muss ich schon sagen.

Jetzt ist es die Abwrackprämie..........................ich brauchte ne kurze Pause, denn bei dem Wort hebts mich immer ganz gewaltig. Die ganze Chose ist doch mal wieder nur purer Aktionismus unserer Regierung, die dem "dummen" Bürger klar machen will, was gut für ihn ist. Das Ergebnis deren geistigen Durchfalls wird einem dann unter dem Deckmantel "KONJUNKTURPAKET" verkauft. Wahrscheinlich hat ein Beamter für das Ersinnen dieses Wortes auch noch eine Prämie erhalten ----uuuuuuuund er hatte für diesen Tag eine Lebensberechtigung. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist die (fragwürdige) Tatsache, daß das Formular für die Abwrackprämie bei den Behörden bereits 340000 mal herunter geladen wurde. Der Regierungsschprecher spricht von einem "boom" und rechnet mit bis zu 600000 downloads in kürzester Zeit. Ja spinn ich denn? Binnen kürzester Zeit können sich über eine halbe Million Bürger plötzlich einen Neuwagen leisten und das nur, weil es 2500 Euro für den alten vom Staat gibt? Sehr fragwürdig das Ganze!

Der Werbefilm mit Christian Clerici sorgte bei uns im matraforum bereits vor einigen Monaten für viel Wirbel. Ein Matrafreund hat ihm einige zum Teil saftige Worte dazu geschrieben und der Herr hat sich doch tatsächlich dazu herab gelassen, mit uns eine mehr oder weniger fragwürdige Diskussion zu seiner Rolle und Einstellung zu diesem Spot zu führen. Manche Antworten waren schon sehr unverschämt, hat sich der Herr C. doch übelster Verbalakrobatik bedient. Ich habe mich gefragt...muss das sein, hat der das nötig? Einfachste Fragen, wie er so einen Spot drehen kann in dem er gleichzeitig die Marke Matra Simca heruntermacht und auch noch Oldtimer aufgrund deren schlechter Umweltnoten bewertet und gleichzeitig allein im letzten Jahr bei mehreren Oldtimer - Veranstaltungen als Fahrer dabei war, wurden von ihm sehr herablassend beantwortet. Hinzu kommt noch das Stockcarrennen bei Stefan Raab. So was nenne ich nen Wendehals. Kassiert Kohle für nen Werbespot der Neuauto - Lobbyisten auf der einen und Antrittsgeld aufgrund Promibonus bei Oldtimer - Rallyes auf der anderen Seite. Für Geld macht der anscheinend alles.

Wem die Diskussion und der Brief an Herrn C. interessiert, hier ist der link zu unserer Seite, wenn ich den hier einstellen darf.

http://www.matraforum.de/thread.php?threadid=3341&boardid=1&styleid=1 />
Gruß sendet Marcel

MSC
MSC 30.01.2009

Bei uns in Österreich wird diese Aktion kaum den erwünschten Erfolg bringen ! Die Verantwortlichen glauben, bis zu 50.000 Neuwagen durch diese Aktion an den Mann zu bringen. Hier gibt es nur € 1.500.-- für den Schrottwagen. Auch die Verhandlung um einen eventuellen Preisnachlass beim Kauf ist dadurch stark beeinträchtigt ! Kann man doch 17- 40 Prozent ohne Rückgabe eines Schrotthaufens erzielen !

Hugo Brandstetter

knutzimonster
knutzimonster 30.01.2009

@herkules: ich kann nicht zustimmen. seit jeher existieren stimmen, die den export von technischem kulturgut (vulgo: young- und oldtimer) nach afrika etc. bedauern – so fragwürdig dieses bedauern aus meiner sicht auch ist. für mich liegt der unterschied darin, dass die individuelle entscheidung, sein auto zu verkaufen/zu verschrotten, praktisch zur gesellschaftlichen norm zu werden droht. motto: fährst du einen "stinker", bist du gesellschaftlich geächtet. dass menschen ein altes auto vor allem aus finanziellen gründen fahren, wird dabei wohl ausgeblendet.

mich stört, dass der staat, der bisher so explizit auf sparkurs ausgelegt war, die bürger plötzlich dazu animiert, funktionierende dinge wegzuwerfen – wenn sich nun ein strukturwandel einstellen sollte, der ein schrumpfen der automobilbranche zu folge hätte, dann kann das auch eine regierung nur hinauszögern, nicht jedoch aufhalten. das ist dann einfach so.

interessant ist auch die frage, wie viele menschen sich aufgrund der abwrackprämie beim zu schnellen kauf eines neuwagens finanziell übernehmen und in eine neue schuldenfalle stolpern werden. die diskussionansätze bei diesem thema sind eben sehr, sehr weit verzweigt. gesamtgesellschaftlich, nicht nur aus automobilhistorischer sicht, bekomme ich dabei ein wirklich flaues gefühl im magen. vor allem die frage nach der kompetenz der politischen entscheider stellt sich immer mehr. mir graust vor der hast, mit der plötzlich "entschieden "wird. dass dabei erhaltenswerte altfahrzeuge, die abwechslung und leben in das neuwagen-bild auf unseren straßen bringen, dabei verloren gehen, ist umso bedauerlicher.

stefano1966
stefano1966 30.01.2009

Uns was machen wir? Die Faust im Sack? Oder was unternehmen? Ich kann als Schweizer Gastarbeiter in D. leider nur zukucken und Tipps geben.

Einer dieser Tipps ist: tut Euch zusammen mit den (wenigen) verbliebenen vernünftigen Politikern, der Wirtschaft und der Prominenz, damit solcher Unsinn wie Umweltzonen, Wegelagerei per Radar, Abwrackprämien und Co. verschwinden.

aficinado1
aficinado1 30.01.2009

Die Einrichtung sog. "Umweltzonen" ist nichts als die kalte Enteignung von Bürgern, die meist ohnehin materiell benachteiligt sind, und sich auf Grund anderer Prioritäten keine neueren Autos leisten wollen oder können - eine weitere Staatsschikane auf Kosten einer Minderheit. Die Umweltffekte sind -erwiesener Maßen-nahezu gleich Null, weil die wahren Verschmutzer ganz andere sind.

Was die Abwrackprämie betrifft, so bin ich für die sofortige Einführung einer solchen für abgewrackte und unfähige Politiker: Für Jede(n), der sich an derart hanebüchenen "Programmen", und sei es nur per Zustimmung, beteiligt, sollte die sofortige Abschiebung in ein Heim für Demenzkranke veranlasst werden - auf eigene Kosten, versteht sich. Etwa noch anstehenede Pensionsansprüche werden verrechnet, bzw. gehen als Abwrackprämie in einen Sonderfundus für Allgemeinbildung und Umwelt und Sozialethik!

Gutachter
Gutachter 30.01.2009

Als Kind las mir meine Mutter die Geschichten von den Schildbürgern vor und ich musste lachen über den Unfug. Heute lese ich Zeitung mit der gleichen Wirkung.

Für mich übrigens schon jetzt das Unwort des Jahres: "Abwrackprämie" Herrlich!

Früher war nicht alles besser? Doch! Zumindest wurden wir nicht so offensichtlich verschaukelt.

Broesel
Broesel 29.01.2009

Gewinnoptimierung war ok, aber die seit vielen Jahren praktizierte Gewinnmaximierung führte zwangsläufig dazu das ein "normalo" gar kein neues Auto kaufen/bezahlen kann.

Unsere Politik hat über viele Jahre versagt.

hätte,wäre,wenn.gibt es leider nicht.

Die HAUSGEMACHTEN "angeblichen" Probleme, dienen doch wieder nur dem Großkapital

gonzecke
gonzecke 29.01.2009

Was für ein ökonomischer und ökologischer Wahnsinn. Hier bei uns kommen Fahrzeuge auf den Schrott nach denen würde ich mir alle 10 Finger lecken. Danke liebe Regierung- weiter so

505V6
505V6 29.01.2009

Was ich so klasse finde: Der Staat will seinen Bürgern in der Kriese 'helfen', indem er Werte der Vernichtung zuführt. Und dafür einiges an Geld dafür ausgibt, das später die Bürger wieder berappen müssen.... Soo Doll ist also unser Wirtschaftssystem....

robko
robko 29.01.2009

Spitzenmäßig auf den Punkt gebracht.

Ein toller Beitrag, wenn das Thema nicht so traurig wäre. Schade auch um die ganzen Youngtimer, die jetzt verschrottet werden...

urgolf1974
urgolf1974 28.01.2009

Ein örtlicher VW Händler macht hier Zeitungswerbung für die Abwrackprämie mit einer Annonce, die einen VW Käfer, etwa Bj. 1960 zeigt. Einen fast 50 Jahre alten Wagen! Von solchen Blüten abgesehen, ist die Abwrackprämie Volksverdummung und Ressourcenverschwendung. Wenn ich das Geld für einen Neuwagen hätte, käme es mir auf 2500 Euronen auch nicht mehr an. Aber mein Alltagsauto ist ja auch erst 14, also habe ich noch ein paar Jahre Zeit zu sparen.

vwsantana
vwsantana 27.01.2009

Den Spot sah ich vor einigen Tagen und war sprachlos bei diesen an den Haaren herbeigezogen Zusammenhängen und Behauptungen !

Ansonsten meine Zustimmung zum Text !

Krisenmanager
Krisenmanager 27.01.2009

Ich fordere die Regierungs-Abwrackprämie.... aber leider sehe ich keine "Neupolitiker-Alternative"

aps
aps 27.01.2009

Du triffst den Nagel auf den Kopf. Super Kommentar. Bitte vervielfältigen und auf der Classic Motorshow in Bremen oder der TC in Essen an die Neuwagenlobbyisten verteilen. denn die tummeln sich dort zahlreich.

stefano1966
stefano1966 27.01.2009

Und wann kommt die Abwrackprämie für Toaster, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Kühlschränke, Backöfen usw.?

Olde
Olde 27.01.2009

Super Beitrag!

Endlich wurde das ganze Wirrwar das jeder von uns denk zusammen gefasst!

Peeperkorn
Peeperkorn 27.01.2009

Irgendwie scheint sich der Konsumterror zur Ruhe gesetzt zu haben, daß ihm jetzt der Staat unter die Arme greifen muß. Wertewandel wohin man blickt, uns sind die alten Autos zu sehr ans Herz gewachsen, die armen Hersteller stehen weinend auf der Halde neben ihrer angehäuften Überproduktion, haben wir denn gar kein Mitleid?

TheDriver
TheDriver 27.01.2009

Knut, Du hast es auf den Punkt gebracht, ein exzellenter Beitrag!