Fahrtbericht vom CHarsablanca 2-Treffen am 30. 4. 2011
Lange haben wir uns darauf gefreut, und dann ist es endlich da: das CHarsablanca 2-Treffen.
So gegen 11 Uhr füllt sich nach und nach der Kiesplatz unter den Bäumen des Flugplatzes Birrfeld. Und wie er sich füllt… Eine Preziose nach der anderen taucht auf, und damit auch das Gesicht hinter dem Pseudonym, sozusagen eine Art automobiles Blind-Date.
Wer die Carsablanca-typische Vielfalt auf der Homepage kennt, wird auch vom Parkplatz nicht enttäuscht: vom hohen Norden bis in den Süden, vom wilden Westen bis in den ehemaligen Ostblock ist alles vertreten.
Und dank der recht positiven Wettervorhersage sind alle, inklusive der „Vielleicht“-Mitfahrer, dabei. Das führt zu einem hektischen Telefonat mit unserem Mittags-Restaurant. Es waren in der Planungsphase ca. 15 Leute vorgesehen, und kurz vor Abfahrt zählt man schon mindestens 30 Nasen. Aber von der „Pinte“ kommt ein stoisches „das kriegen wir schon hin“. Und sie werden ihr Versprechen halten. Aber dazu später.
Da tags davor in London die Traumhochzeit stattfand, wo der Bentley der Queen gross raus kam, ist es klar, dass ein Brite die Spitze bilden sollte: der Bentley R Turbo von „Geri1959“. Auf dem Beifahrersitz fungiert „Toronado“ als Chef-Navigator des Tages.
_2352_big.jpg)
Wir fahren bei strahlendem Wetter ins grüne Aargauer Umland. „Naturalborndriver’s“ Daimler X300 in der Century-Ausführung mit langem Radstand buhlt mit dem Bentley um die britische Eleganz-Krone. Gerne hätte auch „XJS-Devil“ mitgemischt, aber seine Coupé-Katze muss wegen Unpässlichkeit zu Hause bleiben. Zum Glück gibt es jede Menge freie Beifahrerplätze.
Den Titel des bösesten Autos des Tages wird heiss umkämpft: das Empire und sein Botschafter „Healey_BN7“ werfen einen seltenen Austin Healey 3000 BN7 in den Ring. Die Gallier bieten die Alpine A110 von „Cavallino“ auf, und der Alfa Romeo Werks-GTA von Gast-Teilnehmer Hanspeter ist sowieso auf der Rennstrecke zu Hause. Dass es bei den Italienern auch gesittet zugehen kann, zeigt der wunderhübsche Alfa Romeo 1750 GT von „Alphamax“. Ebenfalls in der obersten italienischen Liga spielt der Ferrari 328GTS von „Meone88“. Ganz offen für italiensiche Momente sind die beiden Fiat 124 Spider von „pagode64“ und „Stevie10“. Der Fiat Topolino von „Hampi“ schliesslich gewinnt den Pokal für den höchsten Knuddel-Faktor.
Ein strassenzugelassener Trabi ist für Schweizer Verhältnisse ein seltener Anblick. Diese Autos durften nach der Wende nicht mehr importiert werden sofern sie keinen Polo-Viertakter hatten. Aber die Geruchsfahne von „Trabser601“ macht klar, dass der gute alte Zweitakter unter der Haube steckt. Auf dem Dachgepäckträger immer dabei: der Mini-Trabi vom Nachwuchs.
Der Preis für die längste Anreise geht nach Deutschland an „dkb“ mit Partnerin und dem Mercedes 280SE sowie an „Nevergiveup“, der ebenfalls mit Partnerin, aber ohne seinen geliebten 6,9er Benz, anreiste.
Der Porsche 914/6 von „Martin914sechs“ sowie zwei Porsche 930 Turbo von „Chiller“ und seinem Freund Thomas halten die Stuttgarter Fahne hoch. Bayern schickt den 6er BMW von „Jaguarinho“ und das 320i-Cabrio von „Swatchme“ ins Rennen. „Eisenbahndani679“ bringt zum 35-Jahre-Golf-GTi-Jubiläum sein sehr gut gepflegtes Exemplar mit. Wem der zu sportlich ist, wende sich an „StefanH“. In seinem Opel Commodore geht es weit gemütlicher zu.
Wenn man von Gemütlichkeit spricht, landet man unweigerlich in Frankreich: die beiden Peugeot –Sänften 404 von „Vollenweider“ und 504 von „Alpenflo“ haben Hundertausende von Familien durch die 60er und 70er Jahre kutschiert. Und heute sind sie fast ausgestorben…
Ausgestorben ist auch die Marke Oldsmobile. Die beiden Vertreter zeugen von vergangenen Zeiten als die Erdölreserven noch unerschöpflich waren: der Delta88 Convertible von „Delta88“ und der Vista Cruiser von „Stefano1966“.
Schwedenstahl darf natürlich nicht fehlen: „99SR“ zeigt uns seinen High-Tech Saab Turbo S mit originalem Airflow-Kit und viel Zubehör. Damals war die Zukunft dieser tollen Marke noch rosig…
Spass kann vier Räder haben, muss aber nicht. Der lebende Beweis: „Stevie10“ nimmt die ganze Tour mit seiner pechschwarzen BMW R25 unter die (zwei) Räder.
Das Etappenziel heisst Pinte in Densbüren. Auf dem Parkplatz entflammen sofort die zuvor am Flugplatz abgebrochenen Benzingespräche, und es ist schwierig, die Meute von den Autos in die Wirtsstube zu bekommen. Wären da nicht der Hunger und die verlockende, für uns extra angefertigte, Menü-Karte. Das Team zaubert kurzerhand vier leckere und wohlfeile Gerichte auf die rustikalen Tische.
_8599_big.jpg)
Über die individuellen Fahrerlebnisse in den unterschiedlichen Autos durch die weiche Hügellandschaft des Baselbiets und des Aargaus könnte man viel schreiben. Aber selbst der tollste Bericht kann den ganzen Spass nicht wiederspiegeln. Das Wetter hält sich erstaunlich gut und wir erreichen die Glacé-Destination auf der Saalhöhe. Irgendwie ist der Tag viel zu kurz um jedes Auto und jeden Fahrer kennenzulernen. Es ist toll, dass auch einige Partnerinnen und Kinder mitgekommen sind. Carsablanca und Autos sind keine reinen Männersachen. Ausserdem ist die Carsablanca-Nachwuchsförderung ausserordentlich wichtig...
Nach vielen endlosen Steigungen und Abfahrten, Kurven und Geraden, Wald und freiem Feld taucht dann leider doch schon das Ziel Birrfeld auf und läutet das Ende eines grossartigen Tages ein. Eine einzige Frage steht im Raum: wann und wo findet CHarsablanca 3 statt….?
Hier noch ein paar Randnotizen:
Lapsus des Tages: „Healey_BN7“ hatte angesichts der unsicheren Wetterlage Zweifel, dass er seinen offenen Engländer samt Freundin trocken nach Hause bringen kann. Als wir sein Heimatdorf durchquerten, bog er kurzerhand nach Hause ab. Was er nicht bedachte: das ganze restliche Feld folgte ihm. So gab es ein „Mini-CHarsablanca“-Meeting vor seinem Haus… Aber die Hauptstrasse war schnell wieder gefunden, und die Tour konnte weitergehen.
Pechvogel des Tages: „Stefano1966“ schaffte es tatsächlich, in grosser Vorfreude auf den Eisbecher, sich aus dem Oldsmobile auszuschliessen. Aufgrund der drohenden Gewitterwolken waren auch wirklich alle Fenster zu. Und das Abblendlicht noch an.
Glückspilz des Tages: da kam die rettende Idee, alle Autoschlüssel durchzuprobieren. Und siehe da: einer passte, und das erlösende „Plopp“ des Entriegelungsknopfes rettete den Tag. Es war der Handschuhfachschlüssel vom Bentley…
Fahrtroute: Flugplatz Birrfeld – Schinznach - Staffelegg – Densbüren – Frick – Eiken – Möhlin – Rheinfelden – Magden – Buus – Gelterkinden – Anwil – Saalhöhe – Aarau – Biberstein – Auenstein - Birrfeld
_9609_big.jpg)

_3964_medium.jpg?1280331086)
_6202_medium.jpg?1280325681)


Diskussionen
Ich habe die Gespräche auf den einzelnen Profilseiten etwas verfolgt und Verbesserungspotenzial für CHarsablanca 3 geortet:
a) Eine Vorstellungsrunde wäre hilfreich gewesen. Ich hatte es mir überlegt, aber dann doch nicht gemacht. Ich ging davon aus, dass sich alle irgendwie finden.
b) Man hatte doch zuwenig Zeit um mit jedem zu sprechen und alle Autos genauer anzuschauen. Wir sollten also das nächste Mal früher losfahren und einen oder zwei Zwischenstopps zusätzlich einplanen.
Wir notieren das für's nächste Mal.
Viele Grüsse und keep cruisin'
Stefan
. . . jeder der nicht dabei war, kann es jetzt schriftlich haben, dass wir einen wunderbaren Anlass geniessen konnten. Danke Stefan für den umfassenden Bericht und die schöne Fotostrecke.
Lieber Gruss
Christof
hallo zusammen! ich möchte mich den Vorschreibern ebenfalls anschliessen und Dir, Stefan, für den tollen Bericht und die schönen Bilder danken. Mir als - vermutlich - Ältesten in der Runde, hat's sehr gefallen. Ihr seid alles tolle Leute! Bin jederzeit gerne wieder mit dabei.
LG alphamax
Kommentar zum Bild:
"Nevergiveup" hatte seinen 6.9er Benz ja doch dabei... ;-)
Hier gibt's auch noch ein paar schöne Bilder:
http://www.dream-car.ch/charsablanca_11.htm
Hallo Stepfan!
Kann mich nur anschliessen, super Bericht und stimmige Bilder! Vielen Dank!
Viele Grüsse
Christof