Achtung, gefährlicher Neuwagen!
„Hallo zusammen!
Habe am Donnerstag meinen neuen Octavia 1,6 TDI CR abgeholt und bin bis heute morgen 500 km gefahren! Ein tolles Auto (bis heute morgen)!!
Das Problem war allerdings heute Morgen der Regen... vorne ging der Wischer, aber hinten ging er nicht! Seitdem geht die Zentralverriegelung nicht mehr (abschließen), Tagfahrlicht links ist defekt, Bordcomputer und Uhr war auf null zurückgesetzt!
Zurück zum Händler und Leihwagen bekommen... Die kennen das Problem nicht und haben sich alle fragend angeschaut. (Montagsauto?) Bin jetzt frustriert... schade!“
Dieser Forumseintrag stammt von dem registrierten Benutzer „Purestyle“, der Nickname allein schafft schon Frohsinn, aber lassen wir das. Was man anhand Purestyles Klage nicht alles Neues lernt! Dass Regen der natürliche Feind des Automobils ist, hatte man schon erahnt, wenn auch in einem oxidativen Kontext, nicht im elektronischen Sinne. Wer hätte vermutet, dass das köstliche Nass solche Probleme verursacht und dass 500 Kilometer schon zuviel des Guten sein können? Es handelt sich übrigens bei den Malaisen des Octavias um ein Software-Problem. Nun ist des einen Leid des anderen Freud: Spätestens jetzt kugelt sich der Oldtimerliebhaber vor Vergnügen über den Garagenboden und giggelt „Software, Software“ vor sich hin.
Neuwagenbesitzer haben Sorgen, bei denen Freunde der antiken Schese nur käferkugelrunde Augen bekommen: Neuwagenbesitzer stehen vor ihrer glänzenden Karre und kommen nicht hinein, weil die Zentralverriegelung sie für Ganoven hält und die Schotten dicht macht. Neuwagenbesitzer fürchten um ihre Radkappen. In Berlin sind zur Zeit die des Golfs sehr gefragt.
Neuwagenbesitzer verfluchen Steuergeräte und meinen nicht das Lenkrad. Neuwagenbesitzer werden von hysterisch blinkenden Motordiagnoselämpchen terrorisiert. Und dann hätten wir noch das Thema Rückruf: Manche Ford-Eigentümer kämpfen mit einem Geschwindigkeitsregler, der Feuer auslöst und einem Motorsensor, der zickt. Auch bestimmte Modelle von Mercedes werden zurückgepfiffen. Es hieß in diesem Fall, man müsste noch einmal die Spannungsregler der Lichtmaschine prüfen, sowie die Software („Software, Software, gnihi“) der Stromversorgung. Käufer eines frischen Toyotas weinen nachts in ihr Kissen, weil der Wagen wahlweise unter einer schwergängigen Servolenkung leidet, an mangelhaften Sicherheitsgurten oder einer defekten Abgasanlage. Das Kapitel der „unwilligen Beschleunigung“ von Toyota wurde allerdings jüngst durch die Ergebnisse einer zehn Monate dauernden Studie beendet. Darin heißt es, nicht die Bordelektronik habe die Probleme verursacht. Der Grund der Unfallserie sei ein ganz anderer: Die Fahrer der Toyotas haben schlicht das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt. Das kann bei einem so neuen Auto und in so unvertrauter Umgebung natürlich schon einmal vorkommen.
Nein, darüber sollte man keine Witze machen. Schenken wir den Neuwagenbesitzern unser ganzes Mitgefühl. Peace.
Dieser Artikel von Wiebke Brauer erschien am 14.02.2011
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Diskussionen
Das Schlimmste an unseren Neuwagen ist doch, dass sie ihre Fahrer immer mehr dazu verleiten, den eigenen Bordcomputer in den Energiesparmodus zu schalten.
Schön geschrieben! Könnte man noch ergänzen um den Soliditätsgedanken: An unserem Alltags-Familienvan riss vor kurzem die komplette Frontschürze weg bei einer vergleichbar harmlosen Berührung beim Ausparken aus dem Carport. Mit dem Jag wäre ich hängen geblieben und nicht weitergefahren, oder der Pfosten hätte gelitten. In der Werkstatt haben sie sich dann kaputtgelacht, als ich mich beklagt habe. Das sei bei allen neuen Autos so, die Karosse würde nicht nachgeben bei Berührungen, sondern die Teile würden halt einfach abfallen. Auf die Frage an den Herrn bei der Reparaturannahme, was er deswegen für ein Auto fahre, grinste der und meinte: C-Kadett.
Ja, ein Steuergrät hat meiner schon, auch einen kleinen Boardcomputer. Beides macht "noch" keine Probleme. Doch die Mechanik der elektrischen Fensterheber nach knapp 30 Jahren schon ein wenig.
Im Verhältnis und das mal spekulativ zu heutigen Autos "in" 30 Jahren gesehen, ist zu vernachlässigen.
Ich leiste mir den L U X U S den Monza als einzigstes Fahrzeug das ganze Jahr zu fahren.
Ganz ehrlich und unter uns gesagt (geschrieben, list ja sonst keiner): Einen Computer habe ich bei und wärend der Fahrt an Board, OH? ja.
Meinen "Popo-Meter"! ! !
Wenn der seinen Dienst quitiert, dann nur weil Hämorieden durch vielfahrerei entstanden sind. lol
Gruß
Gentleman-Driver
Zum Glück fahre ich privat keinen fahrenden Computer. Mir reicht das an Strom was bei meinen ollen alten Kisten mitfährt.
Da braucht man bei der Fehlersuche noch keinen Diagnosestecker.
Und auch Software-Updates kann ich mir so lange es noch Sprit gibt sparen.
Klasse, Wiebke!
Liest sich einfach zum "giggeln".
Aber so ganz stimmen tut´s nicht. Nicht alle Neuwagen sind so.
Ich hatte einen Baujahr 2007 und der lief über 180.000KM problemlos. Und der neue (Juli 2010) hat auch schon 30.000KM problemlos runter.
Und, ja, ich gebe es zu: Ich will als Aussendienstler nicht mehr ohne ESP, Airbags und den ganzen Sicherheits- und Komfortkrempel unterwegs sein!!!
Aber, ich gebe es ebenso zu: Am Wochenende mit einem meiner 80er-Jahre Youngtimer zu fahren ist entspannend und macht Spaß!
Und dass die heutigen Autos keine 30 Jahre halten, da bin ich auch mit dabei.
Wartet mal ab: Rost wird wieder ein ganz großes Thema werden...
Gruß Harald
Ich freu mich grad. Mein Oldtimer hat gerade mal vier (4!!!) serienmäßige Sicherungen. Alles schön übersichtlich. Hm, vieleicht bastel ich noch ein paar dazu, damit es etwas undurchsichtiger wird ;-)
Leider kann man den Problemen mit den Neuwagen nicht ausweichen- irgendwann trifft es uns alle!
Fahre selbst als Winterauto und Lastesel und um meinen DKW zu schonen einen Audi B4 (schon den dritten).
Da ist alles noch relativ unkompliziert, aber auch hier kann ich davon ausgehen, daß in ein paar Jahren nichts mehr geht wg. Elektronik.
Würde auch dieses Fahrzeug gerne behalten und evtl. zum Young-oder gar Oldtimer werden lassen,
sehe da aber keine Chance.
Und dann werde ich den Neuwagen ausgeliefert sein-
GRUSEL!!!
Ich möchte Wiebke ja so gerne Recht geben... Aber letztendlich sind wir selber schuld (Carsablanca-User natürlich ausgenommen), solange wir Autos kaufen, die nicht zum Fahren sondern zum Verunfallen gebaut worden sind. Und solange wir Autozeitschriften kaufen, in denen Fahrzeuge, die nicht mindestens 24 Airbags und 240-fach verstellbare Sitze haben, zum Vornherein durchfallen.
Sollten wir nicht langsam konsequent sein und uns auch im Bett anschnallen und nur noch mit Schutzhelm, umgeschnallten Airbags und ESP-Schuhen aus dem Haus gehen...?
Hi Wiebke,
Klasse!!!!!
Ich krieg die Mundwinkel nicht wieder runter!! In den neuen Kisten ist wirklich so viel Zeug, was kein Mensch braucht aber dauernd kaputt geht.
Aber eins ist sicher, diese Dinger werden niemals mit einem H-Kennzeichen herum fahren. Da kann man die Karosse pflegen, wie man will, irgend ein kleines Elektronikteil wird es zuverlässig verhindern, dass jemals ein H-Gutachten gemacht wird. :-)
Solong Jörg