Mercedes-Benz 500K: Herrschaftliches Fahren

Welch ein Auto! Im krisengeschüttelten und durch Armut geprägten Deutschland der Dreissiger Jahre präsentierte Mercedes-Benz 1934 auf der Berliner Automobilausstellung den bisherigen Höhepunkt der Fahrzeug-Entwicklung, den Mercedes-Benz 500K.
Mercedes-Benz 500K: Herrschaftliches Fahren

Vorstellung in Berlin

Als der Mercedes-Benz 500K auf der Berliner Automobil Ausstellung 1934 vorgestellt wurde, schreckte sein Preis von 28.000 Reichsmark die meisten Bewunderer sicher ab, denn dafür gab es bereits ein nettes Einfamilienhaus. Aber für die große Masse war dieses Auto nie geplant worden, dies war ein automobiles Statement der Überlegenheit Deutscher Ingenieurskunst. Aufbauend auf der 500er Limousine, wurde dem Motor mit einem Kompressor einiges an Mehrleistung abgerungen. Der Fünfliter Reihenachtzylinder stand zwar schon so mit 100 PS gut im Futter, aber mit dem Gebläse wurden daraus 160.

Das Ziel ist Perfektion 

 

Damit das circa zweieinhalb Tonnen schwere Geschoss wieder zum Stehen gebracht werden konnte, wurden die Bremsen hydraulisch unterstützt. Alle vier Räder waren einzeln aufgehängt, vorne an doppelten Querlenkern, hinten an einer Doppelgelenk-Schwingachse. Mercedes-Benz setzte auf Schraubenfedern an allen Rädern. Die beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h blieb Mangels Gelegenheit für die meisten Besitzer wahrscheinlich ein theoretischer Wert, denn auf öffentlichen Straßen bot sich keine Möglichkeit, in diese Geschwindigkeitsbereiche vorzustoßen. Die Autobahnen befanden sich größtenteils noch in Planung. Dafür entschädigte die von Friedrich Geiger wohlgeformte Karosserie und die legendäre Verarbeitungsqualität des Herstellers aus Sindelfingen. Auch die opulente Inneneinrichtung des klassischen Cockpits und die feinen Lederpolster machten jede Fahrt mit dem Mercedes-Benz 500K zum Genuss.

Das Modell

 

Der renommierte Hersteller Franklin Mint läßt diesen Traum von einem Auto jetzt auch für weniger betuchte Liebhaber wahr werden. Im Maßstab 1:24 entstand die Version des Mercedes-Benz 500K mit kurzem Radstand, die über die vertikalen Schlitze in den Motorhauben verfügt. Da jeder dieser Wagen auf Kundenwunsch entstand, gleicht nämlich kein 500K dem anderen. Etwas irritierend wirkt zunächst, dass ein doch eher exotischer Rechtslenker zum Vorbild genommen wurde. Das Modell kann sowohl mit offenem als auch geschlossenem Verdeck versehen werden, bei der geschlossenen Version fehlen aber leider die massiven und verchromten Verdeck-Spriegel.

Kann Franklin Mint das Wasser reichen?

 

Die Inneneinrichtung kann mit vielen Details überzeugen, selbst der Aschenbecher wurde nicht vergessen und das Lenkrad hat einen verchromten Hupring und den obligatorischen Hebel zum Verstellen des Zündzeitpunkts. Die Windschutzscheibe ist zweigeteilt und flach angestellt, auch dies ein Hinweis auf sportliche Ambitionen. Der aufrecht stehende Kühler stemmt sich auf Höhe der Vorderachse gegen den Fahrtwind, dahinter schliesst sich die riesige Motorhaube an. Die Roadster-Karosserie entspricht damit den zeitgenössischen Schönheitsidealen für sportliche Autos.

Fazit

 

Mercedes-Benz ist mit dem 500 K Spezialroadster ein Fahrzeug gelungen, dessen technische Perfektion und ansprechende Gestaltung zu einer Sportwagen-Ikone geworden ist. Die liebevolle Ausgestaltung des Modells sorgt für große Augen und erstaunt auch im Detail, hinten wurden zwei Kennzeichen samt Halter eingebaut, denn die waren Standard bei den Versionen mit den auf dem Kofferraum angebrachten, doppelten Ersatzreifensatz. Es ist Franklin Mint gelungen, die Faszination des echten 500K in einer gelungenen Miniatur einzufangen.

Autor: Frank Brendel 

Bildquelle: Modelcarworld

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Weitere Modelle von Franklin Mint 

 

 




Autor: Frank Brendel (Peeperkorn) am 02.11.2009


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