Ferrari 250 GT SWB Competizione: Italienisch für Fortgeschrittene

Wer von italienischen Sportwagen der Sechziger Jahre spricht, der meint natürlich Ferrari. Kein anderer Hersteller hat sich so tief in das öffentliche Bewusstsein eingegraben, wie der Commendatore aus Modena mit seinen roten Rennern.
Ferrari 250 GT SWB Competizione: Italienisch für Fortgeschrittene

Der italienische Hengst

Fast alle huldigtem der neuen Schöpfung aus dem Hause Ferrari, dem 1959 vorgestellten 250 GT SWB. Pininfarina zeichnete für das harmonische Äußere Verantwortung, die Verkürzung auf nur 2.400 mm Radstand verhalf dem neuen Renngesellen zu seinen aufregend stimmigen Proportionen. Unter der leichtgewichtigen Aluminiumhaube rekelte sich der leicht gedrosselte Colombo Zwölfzylinder mit 240 PS. Die Leistung wurde an eine hintere Starrachse weitergereicht. Für standesgemäße Verzögerung sorgten erstmals bei einem Ferrari Scheibenbremsen von Dunlop.

 

Der bei Scaglietti gefertigte Sportwagen war für den engagierten Sportfahrer in der nicht gerade schwelgerischen "Lusso"-Variante vorgesehen, für beherztere Lenker mit Renn-Ambitionen mit einer fragilen und leichtgewichtigen Aluminiumhülle zu haben. Die "Competizione"-Version war nicht nur leichter, sondern mit 280 PS auch wesentlich stärker.

Auf Rennstrecken zu Hause

Zweimal siegte der Ferrari bei der materialmordenden "Tour de France", 1960 und 1961. Dabei führte die Strecke durch Frankreich, Deutschland und Belgien, sieben Bergetappen waren zu bestehen und erst nach langen neuneinhalb Stunden stand der Sieger fest. Waren sich die Zeitgenossen über die Fähigkeiten des Ferraris auf Rennstrecken weitgehend einig, wurde seine Eignung zur Teilnahme im Alltagsverkehr angezweifelt, Seidelmann verglich ihn gar mit einem Jagdelefanten.

 

Und Stirling Moss mochte den Ferrari 250 GT SWB gar nicht leiden. Nach seinem Sieg der 25. Tourist Trophy in Goodwood mäkelte er, das Fahren hätte ihm keinen Spaß gemacht, der Fahrer sei für die Zuschauer nicht erkennbar und jeder Formel-Junior Rennwagen sei schneller. Auch wenn Herr Moss mit dem Ferrari nicht zufrieden war, die Form des Autos gehört mit Sicherheit zu den schönsten Kreationen aus der Feder Sergio Pininfarinas.

Das Modell

Der ehrgeizige Modellautohersteller CMC wagt sich nun im Maßstab 1:18 an eine Kopie dieses legendären Boliden. Über 1.100 Einzelteile vereinen sich hier zu einem gelungenen Modell. Der Verzicht auf Stoßstangen macht es deutlich, hier handelt es sich um die Competizione-Variante, die bei Ferrari nur 73 mal entstand. Die Flanken zeigen die typischen Entlüftungsschlitze der Bremsanlage, die Weber-Vergaseranlage aus drei Doppeleinheiten saugt über eine offene Wanne die Luft ungefiltert durch die Öffnung der Motorhaube.

 

Borrani Speichenfelgen mit Zentralverschluss-Muttern erleichtern den schnellen Reifenwechsel. Der winzige Kofferraum ist mit einem Ersatzrad schon zu zwei Dritteln gefüllt. Der verchromte Tankverschluss schmiegt sich aerodynamisch in die Rundung des linken hinteren Kotflügels. Im detailreichen Motorraum lassen sich Zündkabel und Benzinleitungen ausmachen. Selbst Kleinigkeiten wie die Scheibenwischer, der Deckel des Wasserkühlers und der Ölfilter verstärken den Eindruck ausgereifter Perfektion. Einzig die Dimensionierung des Chromzierrats bietet Anlass zu milder Kritik, erscheinen die Chromrahmen um den Frontkühler, die Heckscheibe und die Türrahmen ein wenig zu dick aufgetragen.

Fazit 

Im Innenraum gefällt das Holzlenkrad und die schwarzen Schalensitze, die Narbung des eingesetzten Bezugs ist allerdings ein bisschen grob geraten. Dennoch zeichnet den Ferrari 250 GT SWB Competizione von CMC einen selten erreichten Grad von Feinheit aus.

Bildquelle: Modelcarworld

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Autor: Frank Brendel (Peeperkorn) am 09.11.2009


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