Die lieben Kleinen: Liebhaberstücke im Modell
Es muss nicht immer der Maßstab 1:1 sein – auch im kleinen Format machen die großen Träume eine Menge Spaß. Was man beim Sammeln beachten sollte, welche Maßstäbe und Hersteller es gibt, steht hier.
...Ja, bis die ganz wilden Jahre vorbei waren. Dann kam die Sehnsucht – nach den Autos aus der Kindheit. Dumm nur, dass weder der Platz in der Garage, noch das Geld im Portmonee jemals für alle Autoträume reichen würde. Schön, dass es maßstabsgetreue Miniaturen gibt!
Inzwischen umfasst das Angebot eine schier unübersehbare Zahl von Modellen. Dazu gehören nicht nur nahezu sämtliche aktuellen Pkw-Baureihen, sondern auch eine Vielzahl von Old- und Youngtimern, die entweder nach klassischen Vorbildern reproduziert werden oder deren Form in neuerer Zeit komplett neu konstruiert worden ist. Dabei gibt es die Schätze für Sammler in verschiedensten Größen.
Der größte bei Sammlern verbreitete Maßstab ist das Verkleinerungsverhältnis 1:18. Über Jahre gab es in dieser Größe überwiegend italienische Sportwagen. Inzwischen sind in diesem Maßstab auch US-Fahrzeuge und andere Klassiker erhältlich, vom Opel Kapitän PL über DKW 1000 S und NSU 1000 TT bis hin zum Wohnwagengespann mit Lloyd Alexander als Zugfahrzeug. Ein Modell in 1:18 ist ungefähr so groß wie ein DIN A 4 Blatt. Dieser Maßstab ist daher etwas für Sammler mit viel Platz – oder dem Wunsch, die Wohnzimmervitrine möglichst schnell voll zu bekommen. Nebenbei haben sich Modelle dieser Größe auch als bevorzugte Objekte für Dioramenbauer erwiesen, die Scheunenfundsituationen oder Werkstattszenen im Modell nachbilden wollen. Sehr detaillierte Darstellungen des Interieurs, von Motor- und Kofferräumen unter den (selbstverständlich zu öffnenden) entsprechenden Hauben sowie weitere, oft liebevoll nachgebildete Details machen diese Modellgröße für Liebhaber interessant.

Der Maßstab 1:24 ist eine eher selten zu findende Größe. Lediglich wenige Manufakturen, wie etwa der selbst ernannte „Premiumhersteller“ Franklin Mint, haben diese Größe für sich entdeckt. Entsprechend gering ist die Auswahl in diesem Segment.

Ein klassischer Maßstab für Modellautos ist die Größe 1:43, die in etwa dem der Modelleisenbahn Spur 0 entspricht. Diese Modelle sind um 10 Zentimeter lang, weshalb mancher Sammler auch vom „Handy-Maßstab“ spricht. Doch diese Modellauto-Größe ist wesentlich älter als jedes gängige Mobiltelefon. Er war schon in den frühen 50er Jahren üblich, bei den britischen Manufakturen Dinky Toys und Corgy Toys beispielsweise, aber auch bei deutschen Traditionsherstellern wie Schuco, Gama und Märklin.
Heutzutage ist das Angebot an 1:43 Modellen und den verschiedenen Herstellern nahezu unvorstellbar. Es dürfte kaum einen Hersteller von Automobilen aus den letzten 50 Jahren geben, von dem kein Modell in diesem Maßstab zu finden ist, sei es Aston Martin oder Hindustan, Dodge oder Skoda, Opel oder Lancia – um nur einige zu nennen. Auch in diesem Maßstab sind oft viele Details bis hin zu den original getreuen Auspuffanlagen liebevoll heraus gearbeitet, Türen und Hauben allerdings bei den als „Vitrinenmodell“ produzierten Versionen nur in Ausnahmefällen zu öffnen.

Der gängige Maßstab für Spielzeugautos bewegt sich auch heute noch in Bereichen um 1:55 bis 1:60. Hier wird zumeist mehr Wert auf Funktion und Robustheit als auf detailgetreue Wiedergabe gelegt. Für Sammler sind die aktuell produzierten Modelle eher von geringem Interesse. Sie halten sich zumeist an die historischen Exemplare aus ihrer Kindheit und Jugend.

Ein weiterer „historischer“ Modellmaßstab ist 1:87. Diese Automodelle wurden ursprünglich ausschließlich als schmückendes Beiwerk für die Modelleisenbahn gleichen Maßstabs produziert. Hier hatte die Berliner Manufaktur Wiking über Jahrzehnte quasi ein Monopol. Erst in den späten siebziger Jahren kam mit Herpa erste ernstzunehmende Konkurrenz auf. Inzwischen hat sich sowohl die Anzahl der Hersteller als auch die der angebotenen Modelle vervielfacht. Dabei weisen die Winzlinge oft erstaunliche Details auf – von eingesetzten Lampen und Blinkern bis hin zu angedeuteten Heizdrähten für die Heckscheibe.
Im Angebot sind neben aktuellen Modellen vor allem Fahrzeuge aus der Wirtschaftswunderzeit, vom Messerschmidt Kabinenroller über den VW Bulli in verschiedensten Ausführungen bis zum Opel Rekord und Ford Taunus. Die meisten Exemplare dieses Maßstabs werden inzwischen längst für den Sammlermarkt produziert, was sich in zahllosen Sondermodellen und Neuauflagen längst vergriffener Originale niederschlägt.

Autor: Michael Grote

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Diskussionen
Vielen Dank für den tollen Bericht.
auch für mich spielen die kleinen Fahrzeuge in der Größe 1:87 oder lieber sogar noch kleiner eine große Rolle. So manch einem Sammler reicht der Liebling aus Kunststoff nicht. Mit viel Liebe zum Detail werden dann die Modelle aus Silber gegossen und zu Anhängern oder auf Krawattenklammern gezaubert. Ich brauche immer wieder Infos zu besonders seltenen Stücken. Es ist nicht immer einfach einen Liebling in der richtigen Größe zu finden. Für mich habe ich sogar eigene Modelle hergestellt. BMW 02, Mini, Trabbi, Wartburg, VW-Käfer und andere habe ich selbst aus Wachs modelliert und aus Silber oder Gold gegossen. Einige sogar ganz winzig, z.B. einen Trabbi-Ohrstecker, der ist ca. 6 mm groß und zur Zeit noch in Arbeit. :-) Wer möchte kann meine Stücke am 5. + 6. September beim Stadtparkrennen im Fahrerlager ansehen. Ich freue mich auf einen Besuch. Übrigens werde ich dort auch die Bilder vom Motorölmaler(auch Carsablanca-Mitglied) ausstellen.
Gibt selber legentlicher Modellautosammler aber in 1/43
nur Jaguar E, D und MK II bzw. Mark X