Brit Award – Datsun SPL 310

Zu den Zeiten, als James Bond plötzlich Lazenby hieß und Toyota statt Aston fuhr, ging noch ein weiteres Schreckgespenst in den Gemäuern der britischen Automobilindustrie um: Datsun SPL 310. Der MGB für Qualitätsbewusste.
Brit Award – Datsun SPL 310

Ohjeh, ich kann sie schon förmlich riechen, die Ladungen übelsten Ungemachs aus den abgestandenen Guinness-Neigen einer Nacht, die die eingeschworene MG-Gemeinde ob meines Intros über meinem Haupt ausgießen wird. Sei's drum. Dann können wir ja gleich noch einen hinterher schieben: Nicht wenige britische Autos der 60er Jahre fuhren deshalb so gut, weil ihre Motoren Made in Japan waren. Klatsch. Und schon wieder geduscht. 

Aber es stimmt. Werfe man den Japanern zu Recht vor, sie imitierten selbst die absichtlich falsch gesetzten Schweißpunkte einer europäischen Karosserie – einiges haben sie einfach famos hinbekommen. Im Gegensatz zu den meisten Limousinen, Pickups unde Kombis, die hemmungslose Kopien überseeischer Originale waren, gelangen ihnen auf dem Sportwagensektor einige atemberaubende Entwürfe. Der Datsun 240 ZX war so einer. Und seinen Weg ebnete der SPL 310 – der MGB für – autsch! – Qualitätsbewusste.

Kenjiro Den, Rokuro Aoyama und Meitaro Takeuchi – wer sie nicht kennt, ist entschuldigt. Das Jahr der Gründung ihrer Autoschmiede Kwaishinsha Motorcar Works (wer es nicht aussprechen kann, ... Sie wissen schon) ist immerhin 1911, das Land Japan. Aus den Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen leiteten die  Gründer den Namen des von ihnen gebauten Wagens ab: DAT. Die großen Tourenwagen sollten 1933 eine Ergänzung nach unten erfahren, kleiner ausfallen – was lag also näher, mit der englischen Vokabel "Son" zu spielen?  "Datson" hielt sich nur wenige Jahre, danach wechselte man sprachlich und vom Markenemblem her zur Sonne. Bis 1986 prangte Datsun, der Schriftzug vor dem untergehenden Feuerball, an den Kühlern seiner Erzeugnisse. Danach hießen die Autos wie der Konzern, der in den 30er Jahren aus der Fusion der Kwaishinsha Motorcar Works mit der Jitsuyo Jidosha Co., Ltd. hervorgegangen war: Nissan.

Wem nach so viel Geschichte nach Leichtigkeit zumute ist: Bitteschön. Einfach der Sonne entgegen blinzeln, das luftige Dach des SPL 310 öffnen und den vier munter brabbelnden Zylindern lauschen, die ihr Lied des unbeschwerten Fahrens durchs Endrohr trällern und den Nachbarn wecken. Der Mensch fährt MGB und war gerade bei Monteursarbeiten eingenickert. Aua!

Als Beinamen führte der 310 SPL den wohl klingenden und bekannten Namen Fairlady mit sich. Auch sein Vorgänger (212 SPL) trug ihn, sah dabei aus wie eine Mischung aus einem Basset-äugigen Borgward Hansa und dem Austin Healey 3000. Ein Hardtop für die kalte Jahreszeit konnte man übrigens auch ordern. Leistungsmäßig mussten sich alle Fairladys nicht vor der Konkurrenz verstecken, sie waren flott, flink und frech. Das bereits stark angetaute Eis unter den Fairlady-Fans brach endgültig der 240 Z. Da war plötzlich kein Platz mehr für über Nacht hausbacken wirkendes Design. Schade eigentlich. Wo man doch als erfahrener England-Fahrer weiß: Wo Home Baking drüber steht, schmeckt's am besten. Und ein wenig nach Japan.

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Autor: Knut Simon (knutzimonster) am 21.11.2009


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