Das Winterprojekt – auf der Zielgeraden

Jetzt wird es ernst: die Vorarbeiten sind abgeschlossen, der Plymouth Satellite kann abgedämmt werden. Die große Frage: hält die High-Tech-Folie, was sie verspricht?
Das Winterprojekt – auf der Zielgeraden

Stimmt, genau, vielleicht zu Anfang noch einmal die Rekapitulation: warum eigentlich hatte ich mein Auto Ende letzten Jahres auseinander gerissen? Der Kern des Projekts, das worum es hier eigentlich ging, war im Laufe der Zeit und mit dem Haufen der anderen anfallenden Arbeiten wie Kabelbaum sortieren, Armaturenbrett und Heizung restaurieren etwas in den Hintergrund gerückt.

Zentrales Anliegen dieses Winterprojekt war und ist es, die Lärmbelästigung im Innenraum des Plymouth Satellite etwas zu dämmen, die vor allem seit Einbau der Aluminium-Zylinderköpfe und der Nockenwelle mit den schärferen Steuerzeiten doch ungeniessbar zugenommen hatte. Zu diesem Zweck hatte ich aus den USA extra zwei Rollen Raamat geordert und ein paar Quadratmeter Ensolite. Raamat ist eine mit Aluminium-Folie beschichtete selbstklebende Butylmatte, Ensolite ein geschlossenporiger Schaumstoff.

Warum ich den Krempel in den USA gekauft habe, statt mich hierzulande einzudecken? Ganz einfach: Hier in Deutschland werden preisgünstig vor allem Bitumenmatten zur Dämmung von Autos angeboten. Diese aber haben gegenüber Butylmatten zwei entscheidende Nachteile: Sie lassen sich zum einen deutlich unkomfortabler verarbeiten. Um Bitumenmatten um enge Rundungen oder kleine Sicken zu drücken, braucht man einen Heissluftfön – sonst sind sie nicht geschmeidig genug. Zum anderen härten Bitumenmatten nach einer Weile aus und werden brüchig.

Zwar gibt es auch Butylmatten in Deutschland zu kaufen, diese sind jedoch mit Quadratmeterpreisen von 50-100 Euro nun, ähem, sagen wir mal: nicht besonders günstig. Raamat dagegen gibt es zu einem Quadratmeterpreis von 20 Dollar – bei dem Dollarsturzflug rechnet man sich am besten tagesaktuell den Discount-Preis aus. Selbst inklusive Porto aus den USA, Zoll und Steuern liegt man da kaum über 20 Euro pro qm – noch Fragen?

Und verarbeiten läßt sich das Zeug wirklich gut. Einfach mit einem Teppichmesser beliebig große Stücke von der Rolle abschneiden, fest auf die Oberfläche drücken, fertig. Selbst in kleine Sicken läßt sich Raamat problemlos eindrücken, bzw. um Rundungen herum ziehen.

So arbeitet man sich Stück für Stück von der Spritzwand bis zur Kofferraumabdeckung – und mit einer zweiten Lage wieder zurück. Zumindest große Flächen, zum Beispiel unter den Sitzen, sollten mit eine zweiten Lage Raamat versehen werden, weil hier das Blech mehr schwingen kann als auf vergleichbar kleineren Flächen.

Das Dämmen mittels aluminiumbeschichteter Folie bietet zudem noch einen weiteren Vorteil: es bleiben nicht nur unerwünschte Resonanzen außen vor, sondern auch übermäßige Hitze aus dem Motorraum bzw. von unter dem Bodenblech verlaufenden Auspuffanlagen. Zumindest behaupten das alle Hersteller – ob es stimmt, werden wir erst später wissen. Zunächst einmal gilt es, das gesamte Bodenblech zu bekleben.

Sieht schick aus, oder? Leider verschwindet die Pracht jeoch schnell wieder unter dem Ensolite, jenem geschlossenporigen Schaum, den es ebenfall über Raamaudio zu beziehen gibt.  

Ensolite ist in etwa vergleichbar mit Neopren, jedoch deutlich leichter. Mit einem Sprühkleber, zum Beispiel Scotch Weld 90 von 3M, wird der Ensolite-Schaum auf die Butylmatte aufgebracht. Wichtig bei der Wahl des Sprühklebers: Er muss temperaturbeständig sein. Im Auto sieht das Ganze dann so aus:

Gut zu sehen, wie auch das Ensolite sich präzise in alle Fugen drücken lässt. Warum aber das Ganze? Warum nicht einfach die Butylmatte verkleben und zum Schluss den Teppich obendrauf legen? Ganz einfach: Während die Butymatte vor allem die Schwingungen des Blechs unterdrückt, schluckt das Ensolite den Schall. Erst die Kombination aus beidem führt zu einem optimalen Ergebnis.

Sieht doch verlockend aus, oder? Nun muss nur noch wieder alles zusammengebaut und korrekt angeschlossen werden, dann können wir auch tatsächlich die Probe auf's Exempel machen und den biestigen 7,2 Liter -Big-Block Motor wieder anschmeissen. Doch auch ohne das finale Erfolgserlebnis kann sich das Ergebnis dieser Etappe sehen lassen.  Zum Vergleich der Stand vor ca. 8 Wochen:

Und heute:

Die nächste ist dann hoffentlich die letzte Episode dieses Projekts. Bis dahin sollte alles wieder zusammen gebaut und auch der Praxistest bestanden sein. Und dann gibt's auch die beim letzten Mal angekündigten Bilder vom Armaturenbrett. Versprochen.

 

Sie haben den ersten Teil von "Das Winterprojekt" noch gar nicht gelesen? Hier geht's lang. Sie wollen zum zweiten Teil? Hier geht's lang.




Autor: Michail Hengstenberg (440satellite) am 29.05.2008


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Diskussionen


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Junkman
Junkman 11.09.2008

http://www.raamaudio.com

440satellite
440satellite 03.09.2008

hallo, ich habe die Dämmmatte von www.raamat.com verwendet. Diese hat ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Hier in Deutschland direkt ist dynamat erhältlich - die qualitativ noch einen Tick besser sein soll - aber auch deutlich teurer ist. gruß, Michail

stude
stude 03.09.2008

Hallo,

sehr Informativ geschrieben. Da ich mich gerade auch mit der Innenraum-Dämmung meines M 5 truck beschäftige die Frage : Welche Bezugsquelle gäbe es da in den USA ?

Danke