Kalles neue Karre: Mercedes 560 SEC
"Dat is wie mit ‘ne Olle: Du brauchs ein Fahrzeug, dat zu dir passt. Mit Stil. Eins mit Charakter, verstehs‘e? ‘n Baby. Zum Liebhaben!“ Kalle Grabowski in Bang Boom Bang
Das Film-Auto, der Mercedes 560 SEC, wurde von 1985 bis 1991 gebaut und bringt schon von Werk aus einen achtzylindrigen V-Leichtmetallmotor und 5,5 Liter Hubraum mit, leistet 300 PS, verfügt über ein Viergang-Automatikgetriebe und packt auf der Bahn locker die 250 Stundenkilometer. Neu kostete dieses repräsentative Gefährt zu Produktionsende etwas mehr als 160.000 Mark und lieferte dem Fahrer laut Katalog „entspannte Führung auch bei engagierter Fahrt“ sowie „hohe Lenkpräzision auch in zügig gefahrenen Kurven.“ Zudem bot der Wagen von Werk aus und ohne Aufpreis ein ABS. Den „Bremskraftverstärker für genau dosierbare, weiche, zugleich aber hochwirksame Bremskraft“ gab es auch noch dazu – genau das Richtige also für ein proletarisches Schwergewicht wie Kalle. Und dass ihm der 560 SEC laut Prospekt zumindest an der Hinterachse „serienmäßig eine Niveau-Regulierung“ bietet, scheint angesichts Kalles direkter Ruhrpott-Schnauze manchmal dringend geboten.
An ein gut erhaltenes und preiswertes Premium-Modell aus der 126er-Baureihe zu kommen, ist wegen der übersichtlichen Produktionszahl von 28.929 Stück beim 560 SEC gar nicht so leicht. Um so mehr Glück war es, dass sich ein Metallic-Schwarzes Coupé von einer Oma schießen ließ, die die Scheckheftpflege bis in den 230.000.der inzwischen 238.000 Kilometer durchhielt. Knappe 8000 Eier wollte sie, wie es heißt, für die Kiste haben, die gleich nach dem Kauf in die Werkstatt von Andreas Cremer in Troisdorf bei Bonn gebracht wurde. Ihren ersten TV-Auftritt hatte sie dann auch schon bald in der Sendung „Grip“: „Wir hatten 72 Stunden Zeit, den Wagen so weit auf Vordermann zu bringen, wie er für Ralf Richter sein sollte“, sagt Werkstatt-Mann Thomas Sinzig alias „der Marder“. „Letztlich haben wir 69 Stunden gebraucht.“ Neue Nockenwelle, Kipphebel und Nockenwellenhaus mussten gemacht werden, ansonsten war das Auto astrein. Es bekam Auspuffblenden, vom Hersteller Hella gab es eine Einparkhilfe, in der Mittelkonsole versenkten die Schrauber für die richtige Musik eine Kapelle mit ausfahrbarem Flachbildschirm. Man entschied sich für BBS LeMans-Felgen, 245/40ZR18, vorn 8,5er Pellen, hinten mit 9,5. Schließlich besorgte ein Farbenspezialist den richtigen Lack: „Es ist ein Goldton von Opel, dazu Metal Flakes“, sagt der Mechaniker. „Das war die meiste Arbeit. Wir hatten schon drei Schichten Klarlack drauf, da war die Oberfläche immer noch viel zu rau. Wie‘n Pickel-Popo. Also: Abschleifen und noch ne Lackdusche.“ Ein anderer Spezialist legte den Wagen ein paar Zentimeter tiefer. „Das ist schon gut so“, sagt Thomas Cremer. „Aber der Auspuff muss noch runter. Für‘n Ralf muss da stilecht ‘ne richtige Tüte drauf.“
Wann und wie „Kalles neue Braut“ erscheinen wird, steht noch nicht fest. Allerdings denken die Macher offenbar eher an eine Serie als an einen Film. Laut Konzept sollen zwölf Folgen à 24 Minuten fürs Fernsehen bzw. zwölf Folgen à 45 Minuten fürs Internet angedreht werden. Und die könnten durchaus interaktiv sein: So sieht das Absichtspapier die Möglichkeit vor, dass sich die Zuschauer durch Telefon-Votings für oder gegen die Kandidatinnen aussprechen können.
Die ganze Geschichte mit allen Bildern gibt es im Motor Maniacs Magazin.
Text: Boris Glatthaar
Fotos: Volker Rost




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Diskussionen
Toronado, Du sprichst mir aus dem Herzen. Habe schon daran gedacht, mich hier zurück zu ziehen. Bis ich mich jeweils durch die Werbung gearbeitet habe, um mich anzumelden, ist mir die Lust vergangen. Noch schlimmer ist's bei motor klassik de. Da schieben sich alle paar Sekunden Werbebanner von Opel und Mercedes etc. über die ganze Seite und du bist nur am wegklicken. Das nervt vielleicht! Ich bin wahrscheinlich schon zu alt für sowas.
Wer's nötig hat.... :-(
Schade um das "offensichtlich vorher" rare originalschwarze Auto.
Aber das Photo sagt Alles: Wer sich bei nem Oldie auf die Kühlerhaube hockt und den Absatz auf die (frisch) lackierte Stoßstange stellt.
Noch Fragen ...... ?!?
Spart Euch bitte solche "pimp my car, grip, u. ä. Pseudoartikel !
Schade dass Carsablanca solches Zeug unterstützt! Auch die Sendung "Grip" ist ohne jegliche Sachkenntnis sondern nur Effekthascherei und Unterhaltung für Pubertierende. Waren hier bei Carsablanca vor zwei oder drei Jahren nicht alles Leute die original gehaltene Klassiker fahren und diese wertschätzen? Was haben dann solche Berichte verloren die eine Generation anspricht, die mit Computerspiele aufgewachsen ist..?
Und warum muss man nun bei Carsablanca ständig diese aufdringliche "Ich-bin-wichtig-Werbung" wegklicken die sich einem immer vors Bild drängt? Habt ihr solche Art von Werbung nötig? Wirklich schade!
Schade um das schöne Auto! Und über das Niveau von Herrn Richter aka Kalle und seiner Sendung möchte ich hier gar nicht erst spekulieren. Passt irgendwie zu "Grip": unterste Schublade! Ganz grauenhaft!
Wenn ich sowas lese, bin froh, dass ich vor ein paar Jahren den Fernseher verschenkt habe...