Wer kennt sich aus mit Anlaßsperren?
- gefragt am 31 Mar 08:16 von joro2
Hallo Freunde der amerikanischen Straßenkreuzer,
Habe einen Buick le sabre Bj. 1974 mit 455 cui Motor und 3-Gang Automatikgetriebe und habe folgendes Problem:
Wenn das Auto warm gefahren ist und ca. 10 Minuten gestanden hat, springt er nicht wieder an, d.h. es ist nur das Klacken eines Relais zu hören, so als wäre ein Gang eingelegt und der Anlassvorgang ist gesperrt. Dies passiert aber eben auch in den Getriebestellungen "N" und "P". Nach einer weiteren halben Stunde springt er wieder tadellos an.
Habe mich bei einem Getriebespezialisten erkundigt und er hat mir gesagt, dass bei diesem Typ die Anlaßsperre nicht im Getriebe ist, sondern irgendwo im Zusammenhang mit dem Anlaßschalter zu suchen ist. Es scheint fast, als ist der Fehler temperaturabhängig. Zudem ist nicht gleich erkennbar, wie man die Lenksäulenverkleidung demontieren kann.
Wer kennt das Problem und kann mir Tips oder Hinweise geben.??
Danke. Jörg
Antworten
frankiebfh schrieb am 31 Mar 12:03
hi jörg,
sowas hatte ich schon oft mit alten anlassern.
wahrscheinlich ist dein getriebe dabei nicht die ursache, es handelt sich um einen festgegangenen oder verschlissenen magnetschalter am anlasser.
beim 455 kommst du wahrscheinlich schlecht dahin, sonst könntest du im heißen zustand mal mit einem hämmerchen draufhauen, während ein 2. mensch startet. normal machts dann "klonk" und der anlasser geht.
ansonsten: anlasser raus, magnetschalter abbauen/zerlegen und an allen teilen riefen wegschleifen, säubern, einfetten und das ding sollte wieder gehen.
viel erfolg + gruß frankie
druelli schrieb am 01 Apr 23:47
Servus Jörg,
wie mein Vorredner schon erwähnte, könnte der Hammertrick funktionieren. Dies würde auf die Kohlen hinweisen. Der Magnetschalter bezieht über den Anker und die Kohlen Masse um an zuziehen, wenn die Kohlen nun stark abgenutzt sind und nicht mehr richtig auf den Kollektor des Ankers drücken, zieht der Magnetschalter gar nicht mehr oder nur teilweise an. In beiden Fällen kann die mechanische Verbindung zum Pluspol der Batterie nicht hergestellt werden und der Anlasser dreht sich nicht. Der " Hammertrick" bewirkt, dass die Kohlen ein kleinwenig nachrücken und wieder Kontakt mit dem Kollektor haben und der Magnetschalter wieder Masse kriegt und somit die Lastverbindung zwischen Batterie und Anlasser wieder herstellen kann. Falls das mit dem Hammer funktioniert, ist das ein Zeichen für das Ersetzen der Kohlen. Das mit dem Hammer kannst Du auch alleine machen, zuerst auf den Anlasser klopfen und dann versuchen zu starten. ( darfst ruhig ordentlich drauf klopfen, auf den hinteren Teil des Amlassers)
Eine weitere Ursache könnte eine Lötstelle am Anker oder einer Feldwicklung sein. Will heissen, wenn der Anlasser warm ist dehnt sich eine Wicklung aus und macht so keinen Kontakt mehr, wenn der Anlasser abgekühlt ist zieht sich die Wicklung wieder zusammen und macht Kontakt.
Zur Fehlereingränzung wäre wichtig zu wissen ob der Magnetschalter im warmen Zustand gleich klingt wie wenn der Anlasser richtig dreht, also ein ordentliches " Klack". Falls da kein ordentliches "Klack" zu hören ist, würde ich mal auf die Kohlen tippen. Wenn ein ordentliches " Klack" zu hören ist, liegt es am Anker oder der Feldwicklung.
Kannst Du da nähere Angaben machen?
Falls Du in Deinem Wagen einen alten Delco Anlasser hast, so hat der eine andere Art der Magnetschaltung, bei dieser Version wird der Schalter durch das Magnetfeld der Feldwicklung angezogen. Du erkennst die Bauart von aussen ganz leicht. Die neueren Delco haben ein Magnetschalter welcher am Anlasser angebaut ist und genau so aussieht wie alle herkömmlichen Anlasser, nur etwas grösser. Die alte Version hat auf dem Anlasser eine kleine Blechabdeckung, welche im weitesten Sinne einem verkehrten Bootsrumpf oder einer Badewanne ähnelt.
Du kannst in beiden Fällen auch einen " Hardcore" Test durchführen, indem Du mit einem Schraubenzieher oder einem Stück Kabel die Anschlüsse überbrückst. Zu diesem Zweck verbindest Du den Plusanschluss des Anlassers ( das dicke Kabel, dass von der Batterie kommt) mit dem Steueranschluss des Magnetschalters ( Das düne Kabel, dass auf den Anlasser geht) nun sollte der Magnetschalter Anziehen und der Anlasser drehen. Wenn er dass nicht tut, siehe oben. Als nächstes kannst Du auch die Beiden dicken Anschlüsse überbrücken ( nur bei einem neueren Anlasser, der alte hat nur einen) nun sollte sich der Anlasser drehen ohne dass sich das Ritzel vorschiebt. ABER VORSICHT!!!!!!!!!!!!!! BEI DEN LETZT GENANNTEN VERSUCHEN HAST DU KEINE SICHERUNG DAZWISCHEN; WILL HEISSEN; WENN DU MIT DEM KABEL ODER DEM SCHRAUBENZIEHER AN MASSE KOMMST BAUST DU EINEN KAPITALEN KURZSCHLUSS!!!!!!!!!! Da fliessen dann ca. 250 Ampere, was einem Schweissgerät in nichts nachsteht!!!!!!!!!!
Also wenn Du nicht richtig zum Anlasser dazu kommst, lass die Hardcore Tests lieber sein.
Gruss
Dany
Jetzt antworten




