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Das heutige Autodesign und seine grotesken Auswüchse

Ein bissiger Artikel über das heutige Autodesign und seine grotesken Auswüchse in der FAZ vom 12. Januar 2012:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/neues-autodesign-das-leben-vom-tode-her-gedacht-11602236.html

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Antworten

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Gentleman-Driver schrieb am 14 Jan 11:19

Diesen , in meinen Augen, sehr gelungenen Bericht in der FAZ & den Leserkommentaren, treffen mitten ins Schwarze, teilen meine Meinung samt Haltung.

Speziell der Kommentar vom Leser: Lutz von Peter

Darin teilt er meine Haltung, weshalb ich meinen Opel Monza, BJ. 1983, als einzigstes Fahrzeug das "ganze" Jahr fahre! Das seit 2003 schon und wird aus so bleiben. :)

"WENN NICHT JETZT, WANN DANN ?"

> Luxus pur und das täglich.

> Freude für mich und für Jeden der mich fahren sieht.

> Das für kleines Geld.

> km für km.

Gruß
Gentleman-Driver

Pudel_4874

monotype schrieb am 14 Jan 12:28

Ich habe den Artikel nicht gelesen, da ich befürchte, mich dann zu ärgern, daher sage ich zu Thema Design und dessen Rezeption mal lieber nichts.

Aber zum Thema Alltagsklassiker: Man hört ja gern mal den Spruch "Autos sind zum Fahren da". Und natürlich hat jeder das Recht, das auch voll auszuleben.
Und natürlich ist es sinnvoll, an einem trockenen Wintertag mit dem Altblech eine Runde zu drehen, um Standschänden zu vermeiden.
In nasskaltdunkler Situation auf berufsverkehrverstopften, feuchten Strassen oder gar Streusalz das automobile Kulturgut zu bemühen finde ich aber nach wie vor nicht besonders schlau.
Denn erstens rostet irgendetwas immer, man kann ein Auto nicht vollständig dagegen konservieren, Auch dürfte klar sein, daß auch Elektrik und Mechanik in feuchter Witterung schneller altern.
Zweitens möchte ich nicht erleben, daß mir ein überforderter Rentner oder gestresster achtzehnfacher Familievater ins Heck ballert.
Und ich glaube offengestanden an Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Klar kann ich dann hinterher ausflippen, Amok laufen oder die Versicherungssumme kassieren, meinen extrem selten gewordenen Klassiker bringt das nicht zurück.

Jaguarinho: Bitte entschuldige das OffTopic, wenn ich gefestigt genug bin, den Artikel doch noch zu lesen, dann schreibe ich auch dazu was;)

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StefanH schrieb am 14 Jan 12:52

Ich unterschreibe jedes Wort von monotype; sehe ich genauso! So wie die bei uns hier salzen, kannst Du jeden Klassiker nach 2 Wintern zusammenwischen - wenn auch der aktuelle "Winter" nicht unbedingt repräsentativ ist.

Den Artikel zu lesen würde aber sehr empfehlen; danke an Jaguarinho fürs Einstellen! Nerven kostet es keine, eher zaubert es einem ein Lächeln ins Gesicht und bestätigt einem in seinem Hobby!

Gruss, Stefan H.

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Klitzebimmel schrieb am 14 Jan 15:21

Im Winter fahre ich einen SEAT IBIZA 021 von 1991 der ist leicht und braucht fast nix.
Im Sommer habe ich die Oldis.
Niemals kaufe ich eine dieser heutigen nervenden, chronisch unzuverlässigen
Bring mich Werkstatt Computerkisten mit Grinsemaul.
Sollten Oldis durch groteske Umweltfaschisten verboten werden wandere ich aus.
Viele Grüße

Dirk

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Gentleman-Driver schrieb am 14 Jan 16:32

Grundsätzlich muss immer wieder deutlich gesagt werden, die Autos, ob Young- oder Oldtimer, Alltagsklassiker oder wie auch immer genannt, sind zum "FAHREN" gebaut worden.

Das zu einen Zeitpunkt, wo Konservierung bei weitem nicht an den heutigen Standart der Materialien herkam.
Verluste dieser Exemplare verursacht durch nicht angemessene Pflege und Wartung, mangeldes Interesse der Wertigkeiten = gebrauchen und verbrauchen!

Die heutige Wertigkeit dieser Kfz.-Gruppen wird erzielt durch massiven Geldaufwand für Restaurationen und Wiederherstellung. Nun hat man plötzlich Angst es Dingen und Situationen auszusetzen wofür sie ursprünglich gedacht und gebaut wurden. Das bei weit aus besseren Konsevierungmaterialien als damals.

Nein, ich denke das Problem liegt ganz wo anders.
Es ist die Patina unwiderruflich wegrestauriert worden. Jetzt ist es ein Ausstellungsstück ohne Seele geworden, es lebt nicht mehr und muss im Schrein aufbewahrt werden. Es könnte ja durch eine Delle, einen Kratzer, Farbausbleichung am Polster, ect. wieder eine Patina erhalten, die, ich erinnere, ja für teures Geld beseitigt wurde.

Nein, das läßt das Ego nicht zu, denn es soll ja Jeder sehen: "Ich besitze nicht nur so ein Auto, es kostete mich auch ein Vermögen"!

Das es anders geht, zeigen all Diejenigen, die mit ihren Oldies an Winterrallyes, Wintersternfahrten, ect. teilnehmen, z. T. in Offenen und das mit größter Freude. Gerade diese Individualisten / Helden erhalten mehr Lob und Anerkennung beim Publikum als alle Anderen.

Natürlich hat jeder seine Sichtweise, seine Vorstellung der Nutzung seiner Oldies, ist OK. Doch pauschl zu behaupten: nach 2 Wintern ist so ein Auto durch, ist ............

Persl. Anmerkung:
Ich fahre meinen jetzt seit 2003, das ganze Jahr durch. Er ist rostfrei, ungeschweisst und immer noch im originalen Auslieferungslack. Das nach rund 90.000 km die von mir gefahren wurden, ges. ca. 180.000. Das ist Fakt!
Was mich jedoch sehr wundert ist: Keiner ist bisher an mich heran getreten, hat Interesse gezeigt und gefragt: "Wie und was machst du, dass dein Monza immer noch so gut da steht, bei dieser Nutzung."

Fazit:
Das Gro will einen dieser Gattung besitzen, echtes Interesse, bzgl. Pflege, Aufwand, Zeit und Liebe zu investieren, ist nicht vorhanden. Statussymbol, Perstige- und Gesellschaftsgehabe gerecht zu werden ist hörer, wichtiger.

Ein weiterer Punkt für mich kein aktuelles Model mehr zu kaufen ist:
"Die Fremdbestimmung / Bevormundung".
Nicht ich sage mehr dem Auto, was es tun soll, nein. Das Auto von heute sagt mir was ich zu unterlassen habe und greift ungefragt ins Geschehen ein.

Das ist erschreckend und das fördert das Risiko, das Fahrer dieser Modelle mir ins Heck rasseln! "......... oh, die Boardelektronik hat mich NICHT darauf aufmerksam gemacht zu bremsen / Abstand zu halten!"

Noch besteht die eingeschränkte Freiheit, das Jeder mit seinem Eigentum machen darf was er gerne möchte und das ist auch gut so!

Gruß
Gentleman-Driver

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StefanH schrieb am 14 Jan 18:36

Also grundsätzlich stimme ich Dir zu, dass jeder seinen Oldie nutzen darf und soll wie es ihm gefällt. Mir aber versteckt Prestigegehabe zu unterstellen ist unfair, denn darum geht's mir überhaupt nicht bei meinem Hobby! Im Gegenteil, ich habe alle Fahrzeuge FÜR MICH gekauft, weil ICH Freude daran habe. Was andere darüber denken ist mir gänzlich wurst, wenngleich ich mich über Komplimente natürlich freue.
Das Besondere an meinem Fuhrpark ist eben, dass die Autos NICHT restauriert sind und trotzdem KEINE Patina haben; jahrzehntelange Pflege und Verzicht auf unnötige Winter- und Regeneinsätze sei Dank. Und diesen Zustand möglichst lange zu erhalten, genau DAS ist meine Motivation! Von wegen Pflege und Liebe wären nicht vorhanden, pah! Ich kenne kaum jemanden, der soviel Zeit und Geld und Liebe in alte Autos steckt wie ich; auch wenn das vielleicht überheblich klingt so meine ich das sehr ernst.
Und natürlich müssen die Autos gefahren werden, was ich auch regelmässig tue! Penibelst achte ich auf regelmässige Einsätze und darauf, dass keinerlei Standschäden entstehen. Dies ist auch dann sehr gut machbar, wenn man die Klassiker bei Regen, Schnee und Salz in der Garage lässt.
Klar hat es Stil, sehr grossen sogar, im Alltag einen Oldie zu fahren. Ich ziehe meinen Hut vor Leuten, die das wirklich durchziehen! Aber wer glaubt damit seinem Wagen etwas Gutes zu tun, der irrt gewaltig. Der Zahn der Zeit nagt erbarmungslos an der Substanz, und die Chancen dass die Nachfolgegeneration noch was von dem Auto hat ist verschwindend gering...

Soweit meine Ansicht zu dem Thema. Was diese elitären Superluxus-Klassikeranlässe betrifft, wo sich bloss edel gekleidete Schickimickis zum Champagnerfrühstück treffen und ihre Oldies im Hänger anliefern lassen und noch nie selbst eine Schraube gedreht haben, da bin ich völlig mit Dir einverstanden. Das ist nicht meine Welt und wird es nie sein.

Beste Grüsse & weiterhin viel Spass mit Deinem Monza!

Stefan H.

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Gentleman-Driver schrieb am 14 Jan 19:25

Hallo Stefan,

ich unterstelle Dir nix, möchte dir auch nicht zu nahe treten. Doch die "eine" Aussage stammt von Dir. Der Rest meines Textes ist allgemein gehalten.

Nachfolgegeneration, mhhhhhhh. Dafür habe ich mir meinen Monza nicht gekauft und wegen dieser werde ich auf Fahrfreuden durch reichhaltiges Nutzen nicht verzichten. Erst recht nicht um nur was Wertiges zu hinterlassen.
Sorry, mag sein das sich das Egoistisch anhört, ist es nicht!

Akzeptieren und Zustimmen sind 2 verschiedene Paar Stifel.
Für mich OK & akzeptiert, was Deine Motivation ist. Zustimmen kann ich nicht.

Doch wünsche ich Dir ebenfalls viel Freude mit Deinen Oldies und dem das sie so bleiben wie Du es begehrst.

Gruß

Gentleman-Driver

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StefanH schrieb am 14 Jan 19:31

Na dann bin ich ja beruhigt; selbstverständlich akzeptiere ich Deinen Ansatz ebenfalls! WIE das Hobby ausgelebt wird ist schliesslich jedem selbst überlassen, und das ist auch gut so!
Meine Aussage war etwas überspitzt formuliert, im Grundsatz stehe ich aber dazu. Schliesslich sehe ich ja, wie mein Alltagswagen (nicht auf carsablanca präsentiert) nach jedem Winter übler aussieht. Manches nicht mal 15-jähriges Auto ist mir schon sprichwörtlich unterm Hintern weggerostet, moderne Konservierungsmassnahmen zum Trotze. Und das möchte ich den Oldies nicht antun. ;-)

Versöhnliche Grüsse, Stefan H.

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Klitzebimmel schrieb am 14 Jan 21:03

Hi,
nee mein Fiat Chrom veträgt echt kein Salz :)
Die Hohlräume sind alle konserviert mit Gurulan...das ist das beste was es gibt.
Gurulan kann ich jedem empfehlen der seinen Oldi für immer von innen gegen Rostfraß schützen will...bloß Chrom und alle überdeckenden Zierleisten an alten Italienern und dem Opel Diplomat, das muß im salzigen Winter nicht sein...dafür habe ich meinen ebenfalls gut konservierten Seat von 1991 an dem ist auch noch kein Computer...diese Computer Grotesken von heute kommen mir nicht in die Garage....da wird man auch von den Werkstätten nur betrogen....
Ist was kaputt muß ja immer das halbe Auto getauscht werden..das ist bei älteren Wagen nicht so. Darum im Alltag Youngtimer.

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Klitzebimmel schrieb am 14 Jan 21:06

Übrigens Gurulan mal hier lesen, damit ist Rost im Hohlraum kein Thema mehr :)

http://www.jaguar-forum.de/forum/viewtopic.php?t=34795&sid=697e5fca9a997770ec8a4d8e469cd03d

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petrod schrieb am 15 Jan 09:09

Jeder muss für sich entscheiden, wie er sein altes Blech einsetzt. In aller Regel sind die Fahrzeuge etwas restaurationsbedürftig und fertig restauriert. Je nach Marke und Modell, als auch auf dem Markt verbliebener Fahrzeugbestand, ist der Unterhalt eines alten Fahrzeugs mehr oder weniger schwierig, dieses in Alltag zu bewegen.
Ich schließe mich StefanH an, Salz ist schließlich des Oldies Tod.
Zu manchen Designentgleisungen von heute kann ich nur sagen, jedem das seine.
An einem K70 haben sich vor 40 Jahren auch die Geister geschieden. Jeder hat irgend eine Verbindung, zu dem was er fährt. Es gibt ja auch Leute, die einen sehr eigenwilligen Fiat Mutipla fahren.
Ich habe beruflich mit aktuellen Design Fahrzeugen zu tun. Ich kann durch aus bestätigen, dass so manch ein elektronisches Helferlein nicht immer so sinnvoll ist. ich kann aber nicht bestätigen, dass Werkstätten mit diesen Auto " nur betrügen ".
Es ist richtig, dass heute nicht das Blech das Maß der Dinge ist, sondern das Verhältnis Wert zur Reparaturkosten.

Fazit : "Jedem das seine"

Grüße aus dem Westerwald
Petrod

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Jaguarinho schrieb am 15 Jan 15:49

Oh, diese Diskussion hat sich jetzt ziemlich off-topic entwickelt. Macht aber nichts, diese Diskussion ist auch spannend. Es gibt so viele Ansätze und verschiedene Stile in unserem gemeinsamen Young- und Oldtimerhobby -- und genau das macht es doch so spannend. Und das ist übrigens auch die Stärke von Carsablanca, wo sich alle Fraktionen treffen und miteinander in Kontakt kommen. Von Mini bis Maserati, von gemütlichen Landstrassenkapitänen bis zu Rennfahrern, von den Verfechtern deutscher Wertarbeit bis Anhängern japanischer Reisschüsseln und und und ...

Für mich waren die Autos bisher primär auch zum Fahren und Gebrauchen gedacht. So hab ich meinen Lancia im Alltag und auch in jedem Winter eingesetzt. Bis vor ein paar Monaten, als er mir doch dafür zu schade wurde. Deshalb habe ich mich nach einem wintertauglichen speziellen Youngtimer umgeschaut, bei dem ich weniger schlechtes Gewissen habe, ihn im Winter einzusetzen: meinen etwas skurrilen Subaru.

Ich kann aber auch Stefans Standpunkt sehr gut verstehen. Und ich kann bestätigen, dass kaum jemand mehr Zeit, Aufwand und Liebe in seinen Fuhrpark steckt als Stefan. Der Blick in seine Garage ist einfach unglaublich! Dass er diese Autos im Winter nicht fährt, verstehe ich sehr gut.

Und noch kurz zum FAZ-Artikel: Natürlich gibt es auch heute schön, elegant oder aufregend gezeichnete Fahrzeuge. Aber recht selten (wie früher wahrscheinlich auch?). Jedenfalls konnte der Artikel mein Unbehagen gegenüber den neusten Kreationen sehr gut in Worte fassen, und es ist mir jetzt etwas klarer geworden, was mir denn nicht gefällt an diesen neuen "Panzern" auf unseren Strassen.

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stefano1966 schrieb am 26 Jan 14:34

Der FAZ-Artikel ist völlig harmlos. Der Autor hat offentsichtlich keinerlei Fachwissen (z. B. von Sicherheits- und Crashvorschriften) und ist ein reiner Phrasendrescher, der z. T. wahre z. T. unwahre Tatsachen aufreiht.

Zum Beispiel: "Von vorn erinnern die neuen Wagen von Audi an Kühe mit Weihnachtsdekoration."

Er widerspricht fast in jedem Abschnitt, was er im Vorigen geschrieben hat. Den Artikel zu lesen und gar ernst zu nehmen, ist reine Zeitverschwendung.

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Outsider schrieb am 26 Jan 18:32

Natürlich bedient der Artikel das ein oder andere Klischee und könnte so vielleicht in der Bild-Zeitung stehen, aber im Kern trifft er genau ins Schwarze.
Klasse, daß das in einer so großen Zeitung mal zum Ausdruck kommt und auch hier erwähnt wurde! So kritische Zeitungsartikel könnten ruhig öfter auftauchen, vielleicht ein bißchen weniger boulevardesk.

Das Design neuerer Autos ist zum Großteil nicht nur grotesk, es ist absurd, peinlich, lächerlich und abstoßend. Vielleicht wurde das schon immer über neue Autos gesagt, doch früher hatte jede Marke zumindest ihr eigenes Design und bestimmte Charakterzüge. Man konnte schon von weitem erkennen, was da kommt, und vor allem gabs keine verblödeten, überflüssigen und in die Irre führenden elektronischen "Helferlein", die einem eine trügerische Sicherheit vortäuschen, sondern man war noch selbst Herr über sein Fahrzeug und wurde nicht von einem rollenden Computer belästigt, zurechtgewiesen und bevormundet.

Sehr weit verbreitet ist auch noch immer die Annahme, Neuwagenkäufer leisteten einen positiven Beitrag zum Umweltschutz. Dass genau das Gegenteil der Fall ist, daß die Produktion eines Neuwagens die Umwelt viel mehr belastet, wie die jahrzehntelange Nutzung eines älteren Wagens, will man nicht wahrhaben, ja nicht mal hören. Solche Dinge hört man nicht so gerne in einem führenden Autoland wie Deutschland. Tatsache bleiben sie trotzdem.

Ich beglückwünsche und gratuliere jedem, der sich bewußt oder unbewußt gegen ein neues oder neueres Auto oder Motorrad entscheidet, und dafür geschmackssicher, lässig und umweltfreundlich in oder auf einem alten Bock unterwegs ist, und das eben nicht nur sonntags und bei gutem Wetter.

Glückauf!

Pudel_4874

monotype schrieb am 27 Jan 00:49

Peinlich ist höchstens, dass genau diese heutigen Fahrzeuge, deren Design jetzt verstört quiekend zur Kenntnis genommen wird, in 30 Jahren wieder verzückt angehimmelt werden und die gute alte Zeit besungen werden wird. "Ach ja, damals um die Jahrtausendwende...". Viele lernen eben nie dazu...
Ich meine, schau es Dir an: Gleichgeschaltete, ausdruckslose Karossen gab es vorwiegend in den 80ern, auch diese Autos sind mittlerweile geliebt und verehrt.
Dem weiteren Verlauf Deines Textes kann ich hingegen zustimmen.
Allerdings sind die elektronischen Helferlein nicht verblödet, sondern verblödend...kleiner Unterscheid...
Aber wie gesagt: Den Teil der Meinung teile ich...den Beitrag zur Umweltbilanz auch, umwelttechnisch ist es wesentlich klüger, Autos mindestens 15 Jahre zu fahren, anstatt ständig neue Kaleschen zu kaufen. Andererseits sind das unsere Jobs, die da gesichert werden.

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Outsider schrieb am 27 Jan 05:36

Oh je, wie Autos in 30 Jahren aussehen, will ich mir gar nicht vorstellen. Wahrscheinlich wird da jeder die Kisten um die Jahrtausendwende zurücksehnen!

Stimmt, der Elektro-Firlefanz ist eher verblödend. Viele wissen ja nicht mal mehr, wie man ne Autoscheibe ohne el. Fensterheber runter kriegt.
Die Verantwortung und der Anspruch an das fahrerische Können wird auf allerlei el. Systeme abgewälzt. Wenn diese dann mal ausfallen, stehen viele plötzlich ganz schön blöd da.

Das mit der Jobsicherung stimmt leider nur bedingt, da in Deutschland Autos allenfalls noch montiert werden. Die Einzelteile kommen größtenteils aus aller Welt, weshalb man schon lang nicht mehr von deutschen Autos sprechen kann.

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Gentleman-Driver schrieb am 27 Jan 10:01

Es wird in ca. 30 Jahren von den heutigen elektronisch vollgestopften Platik-Alu-Bombern keine geben.

Denn es feht:
- die emotionale Bindung zum Objekt.

Früher, als die Fahrzeuge noch sehr spärlich ausgestattet waren, konnte man(n) und hat man(n) nach individuellen Geschmack mit Anbauten verschiedenster Art sein individuelles Auto gebaut.
Heute für ein paar wenigen nur noch durch Veredelung mit großen finanziellen Aufwand möglich.

Eine weitere Bindung war an dem Objekt der Begierde selber schrauben zu können. War übersichtlich und im Prinzip für "JEDEN" erlern, bzw. anlernbar.

- Nostalgie ist ein weiterer Punkt.
Die heutigen Einheits-Designe werden auch in 30 Jahren keine Nostalgie ausstrahlen.

- Platz- Unterstellmöglichkeiten.
Diese sind Gott sei Dank mit den jetzigen Old- und Youngtimer bereits belegt. Immer wieder hört man, oder steht selber vor der Frage: "Haben gerne ja, doch wohin damit?"

- Dann die Frage: Bei all der heute schon verwendeten Elektronik im Auto bei gleichzeitig eine auf 0-Bestand reduzierten Lagerhaltung von Ersatzteilen: "Was wird in 30 Jahren noch erhältlich sein?"

Nur mal so von mir in die Zukunft geblickt.

@ outsider:

Zitat:
"Ich beglückwünsche und gratuliere jedem, der sich bewußt oder unbewußt gegen ein neues oder neueres Auto oder Motorrad entscheidet, und dafür geschmackssicher, lässig und umweltfreundlich in oder auf einem alten Bock unterwegs ist, und das eben nicht nur sonntags und bei gutem Wetter. "

Frage:
Gibt es welche ?

Gruß
Gentleman-Driver

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Outsider schrieb am 27 Jan 16:00

Hey Gentleman, wat is?? Deiner stets leicht kryptischen Ausdrucksweise kann man bisweilen nur unter Anstrengungen folgen;)
Gibt es wen oder was? Leute, die ihr Hirn einschalten, nicht im Mainstream mitschwimmen, nicht von der Werbung einwickeln lassen, ne eigene Meinung haben und stolz alte Kähne fahren? Zum Glück gibts die! Du und ich gehören da wohl dazu, oder? Du Monza (übrigens Respekt, knorke Schlitten), ich Golf II, beste Alltagsschleuder wo gibt!)

denn man tau

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tschatschabing schrieb am 27 Jan 19:52

Eigentlich geht es in dem Artikel um Design, speziell Fahrzeugdesign und die grotesken Spüren welche unser Sicherheitsdenken im aktuellen Design hinterlässt.
Jede geschichtliche Epoche hat und hatte ihr eigenes Design. Design aber, wird getragen von den Emotionen, Lebenseinstellungen und gesellschaftlichen Randbedingungen in deren Kontext es entsteht.
Zeit und zeitnahes Design hatte schon immer zum Zeitpunkt seiner Entstehung Kritiker und lautstarke Gegner.
Während wir zum Beispiel barocke Schlösser aus heutiger Sicht faszinierend finden, empfanden zeitgenössische Betrachter die Gebäude als gottlos, überladen und eitel. Ein Balthasar Neumann sah sich bei seinen Entwürfen den gleichen Vorwürfen ausgesetzt wie ein aktueller Fahrzeugdesigner. Der Eifelturm galt zu Zeitpunkt seiner Entstehung als hässlich und sollte nach dem Willen der Pariser Bevölkerung wieder abgerissen werden.
Unabhängig davon ob wir Fahrzeuge, Gebäude oder Kleidungsstücke einer Epoche betrachten, diese Gegenstände sind Repräsentanten und Spiegel der Zeit in welcher sie entstanden sind. Ein Golf 1 galt in den Siebzigern zunächst nicht als schön und schon gar nicht als nonchalant, bestenfalls als unmöglich. Wagte er es doch die Stilikone Käfer in Frage zu stellen. Der Golf 2 Country war als Parodie auf das anbrechende Zeitalter der übergroßen Geländewagen gedacht.
Sicher, hat er nebenbei auch noch im Gelände einige „echte“ Geländefahrzeuge auf die Plätze verwiesen, dieses sei aber nur eine Randanekdote. In punkto Verbrauch, passiver Sicherheit und Zweckmäßigkeit war er seinen Vorbildern überlegen.
Ein Fahrzeug zu Anfang der automobilen Geschichte galt nicht als schön, sondern als eine kastrierte Kutsche. Teufelswerk. Wie im übrigen Jahre zuvor die ersten Dampflokomotiven. Ein Ford T war funktionell. Die Fahrzeuge der dreißiger Jahre lassen auch heute noch den Zeitgeist dieser vergangen Epoche erahnen. Fahrzeuge der frühen fünfziger Jahre sind geprägt von der Mangelwirtschaft der Nachkriegszeit. Großvolumige Fahrzeuge der Achtziger zeichnen das Yuppiedenken der Kohlära genauso nach, wie Kleinwagen dieser Zeit die wirtschaftliche Depression und die damit aufkommende Phase der Funktionalität der gleichen Epoche widerspiegeln. Entschuldigung ich denke bei Mercedes, Porsche und Jaguar der achtziger Jahre immer an geschäftstüchtige Versicherungsvertreter welche für entsprechende Erfolgsprämien und Gewinnbeteiligungen ihre tote Großmutter genauso verkauften wie die im Umgang mit der freien Marktwirtschaft unerfahrene Bevölkerung der neuen Bundesländer im wiedervereinten Deutschland. Unsere zeitgenössischen Fahrzeuge stehen für das aufkommende und zugegebenermaßen fragwürdig übertriebene Sicherheitsdenken der „nach dem elften September- Epoche“ und dem damit verbundenen Rückzug ins Private. Allen Fahrzeugen und Gegenständen gemeinsam ist, dass sie für kommende Generationen geschichtliche Quellen sein werden. Sie werden sie faszinierend finden. Unsere zeitgenössischen Autos werden Liebhaber haben. Nolens volens müssen wir als Liebhaber alten Blechs akzeptieren lernen, dass das Heute Morgen Geschichte ist und dass ein Audi Baujahr 2012 im Jahr 2042 ein Oldtimer sein wird. Eine Stilikone unserer Zeit. Sicher bergen neue Techniken neue Probleme bei der Erhaltung, Konservierung und Restauration in der Zukunft. Aber der Mensch ist kreativ und die aufkommende Wissenschaft der Fahrzeugarchäologie wird sich mit diesen Problemen beschäftigen müssen.

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Jaguarinho schrieb am 28 Jan 12:20

Das scheint also ein Thema zu sein, das uns bewegt!

Stefano1966, ich glaube dir gern, dass du als Profi da eine differenziertere Ansicht zum Thema hast. Ich als Laie fand den Bericht aber nicht so schlecht, denn er brachte eben ein Unbehagen oder eine Ratosigkeit von mir gegenüber vielen neuen Kreationen zum Ausdruck. Ich glaube, das hängt vor allem mit der heutigen Vollkaskomentalität zusammen, die ich gar nicht mag (und die wir uns in Europa auch politisch gar nicht mehr leisten können und übrigens jedem seriösen Risikomanagement widerspricht, aber das ist ein anderes Thema ...).

Aber wie Tschatschabing das so schön geschrieben hat, werden wir -- ja genau: wir alle -- in 10, 20 oder 30 Jahren die Autos von heute ganz cool finden, weil sie eine Epoche so treffend abbilden oder weil sie dann selten geworden sind oder weil sie Erinnerungen trasnportieren. Zu jeder Zeit gefielen wohl viele Autos und Designentwürfe nicht allen Leuten, und sie mussten sich ihren Platz erst erobern. Das ist heute sicher nicht anders als früher. Design ist und bleibt progressiv und polarisiert.

Ich bin kein Kulturpessimist, der von den guten alten Zeiten träumt. Auch wenn mich eben viele Autos von heute gar nicht ansprechen, gibt es darunter natürlich auch einige Perlen mit einer sehr schöner Formensprache. Der Audi 5 zum Beispiel oder auch die neuen Jaguar, die mir (nach dem ersten Schock) sehr gut gefallen. (Übrigens: Eine andere abgedroschene Phrase in diesem Zusammenhang finde ich diesen hohlen Spruch vom "letzen echten Mercedes/Jaguar/Lancia/xyz". Ein paar Jahre später wendet man den nämlich auch auf dasn jeweilige Nachfolgemodell an und ist damit wieder gleich weit.)

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