Ich arbeite im Service eines Autohauses und musste erleben, dank der Abwrackprämie, Fahrzeuge abgewrackt wurden, die das Potenzial zu Youngtimer hatten. Welch eine Schande!
Mein Kollege, ein Verkäuferling, zeigte mir, das ein 91er Audi 90 Coupe, mit 78000 km abgewrackt werden sollte. Ich war der Meinung, dass man dieses Fahrzeug retten könne, leider weit gefehlt, denn die Papiere zum Abwracken waren schon bewilligt, somit war das Fahrzeug für mich nicht mehr erreichbar.
Somit war der Virus eines Youngtimers in mir geweckt!
Also ab ins Internet, mobile.de und autoscout, Fahrzeuge suchen. Da ich beruflich seit 33 Jahre mit VW und Audi beschäffigt bin, sollte es ein Fahrzeug dieser Marken sein.
Ein Audi 80, Baujahr 1980, auf den Bildern gut anzusehen, kam in die engere Wahl. Mit Freude, in der Erwartung ein gepflegtes Auto vorzufinden, bin ich 200 km mit meiner Frau zum Anbeiter? (stellte sich raus,war ein Schrottplatz) hingefahren, das Auto zu besichtigen. Der Zustand war als sehr gut beschrieben, in Wirklichkeit, nach meiner Beurteilung war der Standort (Schrottplatz) angemessen. Meine Frau war mit der Idee, ein "altes Auto" zu kaufen, eh schon nicht begeistert. Auf der Rückfahrt brauchte ich kein Radio, denn ich hatte genug Unterhaltung mit meiner Frau. ;-)
Wir, meine Frau (starker Wille) und ich, kamen zu Schluß auf die Idee, in unserer Nähe nach einem Fahrzeug zu suchen. Hoppla, da war ja ein K 70 ca. 35 km in unserer Nähe. Auf hin, und anschauen. (wieder als gut beschrieben und mit kleineren nötigen Arbeiten zu machen)
Fahrzeugfarbe weiß, Schweller war praktisch nicht mehr vorhaben, Stoßdämpfer vorn gliechen Luftpumpen, Bremse so fest, das, wenn ein Tracktor eine Fuge in Acker hätte machen müssen, dieser K 70 im Schlepp wäre dafür bestens geeignet gewesen.
Dabei habe ich rausgefunden, ein K 70 soll es sein. Halt eine äußers beeindruckende Episode meiner Lehrzeit (stelle ich später mal ein).
Ja, endlich, einen K 70 gefunden, sieht auf Bildern gut aus, Mit dem Anbieter Kontakt aufgenommen, Gespräch war gut, hatte noch jede Menge Bilder nachgeliefert, Bilder sahen ja auch gut aus. Sollte es wirklich einen Anbieter geben, der ehrlich sein Fahrzeug anbietet. Wir wurden uns schnell einig.
Doch da gab es noch ein Problem in meinem Umfeld, meine Frau.
Nachdem ich vorsichtig meiner Frau mein Vorhaben bekannt gab, ich möchte aus Höfflichkeit das nicht widergeben, was meine Frau davon hielt, kam der Kauf zu Stande. Das kostete einige Überzeugsarbeit, weil das Fahrzeug ja in der Nähe (650 km ein Weg) stand.
Was soll ich sagen, meine Frau und ich, wir sind nicht immer einer Meinung,
wenn darauf ankommt, die eigne Idee, als die Idee seiner Frau zu verkaufen, da beruhigt man sich wieder schnell. Nicht, das ein falscher Eindruck entseht, ich mag meine Frau, so wie sie ist.
Mittelerweile hat meine Frau Spass an Youngtimern, fährt auch gern mit dem K70. Ich kann nur zur Vorsicht raten, denn meine Frau ist von dem Virus Youngtimer infiziert.
Aus der Nummer komme ich nicht mehr raus, habe am Montag einen Passat B1, Erstzulassung 1973 aus Dänemark geholt, natürlich für eine Frau ;-))
Aber das ist eine andere Geschichte, später
Petrod

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Diskussionen
Genao so wie dieser sah mein erstes Auto als Führerscheinneuling aus. Irgendwann stelle ich mir auch wieder einen in die Garage
Ähm, Petrod: fehlt da im vorletzten Satz nicht ein "m" oder täusche ich mich? kleiner Scherz am Rande ;-)
Als der K70 mit Kolbenmotor herauskam, war das wie eine öffentliche Absage NSU’s an den Wankelmotor. Dabei konnte man NSU bestimmt keine Wankelmütigkeit vorwerfen, lange genug haben sie mit viel über die Garantiezeit hinaus gewährten Kulanz-Reparaturen und -Ersatzmotoren versucht den richtigen Dreh zu finden. Es gab auch Fans, die auf den Ro-80 schworen - ihn aber trotzdem zum Motortausch in die Vertragswerkstatt brachten :-) Leider konnte selbst ein kleines Werk wie NSU nicht von den Fankunden allein leben. Hatte frei nach Saint Exupéry der kleine Prinz noch von großen Taten träumen lassen, so warf der geniale aber problematische Ro-80 das Werk roh in die Realität der Geschäftwelt zurück. Das finanzielle Debakel konnte auch der K-70 kaum kurieren. Ich fand es zwar passend, daß der Rotationsmotor Ro-80 rundliche Formen hatte und der Kolbenmotor K-70 kantige, aber so ein wenig wollte man schon damals anfangen auf die Aerodynamik zu achten und da war die Form doch ein arger Rückschritt.
Was dem Ro-80 meines Erachtens gefeht hatte war eine ordentliche Automatik statt der Halblösung mit der automatischen Kupplung. Dabei wurde die Kupplung durch „Handauflegen“ am Schaltknüppel bedient und es kam bei manchen Fahrern zu ungewolltem Auskuppeln mit kräftig hochschnellender Motordrehzahl. Andere überdrehten die Kreiselkolben weil das Maschinchen so vibrationsarm ruhig lief. Eigentlich hätte dazu auch noch eine komfortable Luftfederung mit Niveau-Einstellung gepasst.
ams hätte in einem Vergleichstest mit dem Mittelklasse-Mercedes vielleicht geschrieben daß "der neue NSU Ro-80-LF in einigen Disziplinen so gut, ja, möglicherweise sogar fast eine Winzigkeit besser als der Mercedes" ist und im Endergebnis zwar verliert - natürlich - aber nur mit minimalem Anstands-Punkteabstand. Stammleser wußten das damals zu interpretieren. Andere regten sich regelmäßig auf und bewarfen die Zeitschrift mit literarischen Ikonen von Leserbriefen, wie etwa: "Ihr Tester in der Mittel klasse ist im Vergleich wieder mal total voll daneben bewertet. Es muß natürlich heißen … Falls Sie jetzt trotz meine Belehrung noch mal wagen, wieder so einen blöden Vergleich im Ergebnistest zu schreiben dann kündige ich Ihnen an hiermit drohe ich hinkünftig Ihr Heft vons mein Abonniment sogleich ungelesen in 4 Stück zu zerreißen, gänzlichstens zu verbrennen und die Asche an Ihnen den Verlag zurückzuschicken bis ihre Voll-D***** von Testern endlich kapiert haben wo daß es langgehen tut, Sie A****!.“ Tja, Seifenschwamm drüber, klar abspülen und schön abledern ;-)
Auf daß die Kolben die Kurbelwelle kräftig rotieren lassen!
Jürgen
Zur Schande muss ich gestehen, daß auch ich einst einen K70 besaß. Für 50.- DM von der freien Werkstatt in der Nachbarschaft gekauft. Eigentlich ein geiles Auto, technisch inovativ, richtig viel Platz im Innenraum und ein geiler Motorenklang, was sicherlich aber auch am defekten Auspuff lag. Leider ist das Fahrzeug selbst heute noch in der VW Oldieszene sehr umstritten, was sicherlich neben dem Legosteindesign auch an der oft spießig wirkenden Käuferschicht lag, die sich selbst heute noch bei engstirnigen Vereinsmeierern fortsetzt. Schön, daß es anscheinend auch andere K70-Fahrer gibt.
Ja, ja die Frauen - man kann nicht mit - aber auch nicht ohne sie! Gratuliere zu der tollen story und zum schönen K 70m lg martin