Bei Anruf: MORD !
Da ruft doch einer spät am Sonntag Abend an:
„Sind Sie der mit dem Henkelkörbchen?
Die Stimme klang rau, und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie nicht so ganz zu unserem schneeweißen Liebling passte.
„Sie meinen das Verkaufsangebot für unser GOLF-Cabrio?“
http://www.carsablanca.de/Oldtimer-Youngtimer/volkswagen-gol...
„Ja, die Rostlaube, die Sie bei Casablanca verkaufen wollen“. (Er sagte wirklich "Casablanca", was bei ihm wie „blanke Kasse“ klang ;-)).
„Ich glaube, da irren Sie sich. Ich habe keine Rostlaube zu verkaufen“.
Er räusperte sich, und seine Stimme klang ein klein wenig verbindlicher:
„Ich meine, den Golf, der so alt ist wie mein Sohn“.
„Wenn sie auch „eine 23 Jahre alte Rostlaube“ haben, kann es sein, dass Sie unser GOLF Cabrio meinen“, erwiderte ich, etwas angesäuert.
„Na, na“, sagte er, und ich meinte ein verlegenes Lachen in seiner Stimme zu hören:
„Mein Sohn ist alles andere als `ne Rostlaube. Der ist topfit“.
„So wie mein GOLF“, sagte ich!“
„Aber Sie können doch meinem Sohn nicht mit einem alten Auto vergleichen“ entrüstete er sich“.
„Warum nicht? Sie „hängen“ doch auch an ihm, oder?. Vielleicht lieben Sie ihn sogar“.
„Das geht Sie nun gar nichts an“, sagte er. „Ihr GOLF hat 150.000 km auf dem Buckel. Da ist ein Auto ja fast schon reif für den Schrottplatz“.
„Und deswegen rufen Sie jetzt an? Wollen Sie ihn vielleicht persönlich auf die Müllhalde fahren?“
Jetzt lachte er ziemlich laut und ordinär:
„Ne, mein lieber. Vorher will ich ihn noch ausschlachten. Aber nicht zu dem Preis …“
„Sind Sie ein Schlächter?“ fragte ich:
„Dann geb` ich Ihnen mal die Nummer vom Schlachthof. Moment …“
Er lachte noch immer. Und er klang jetzt so ähnlich, wie mein GTI bei 5.500 Umdrehungen im zweiten Gang:
„Jetzt mal im Ernst Für 500,- Kröten nehm` ich ihn. Bar auf die Kralle. Ich hol ihn auch noch selber ab.“
„Hab` ich recht,“ fragte ich, und wollte verständnisvoll klingen (was mir nicht so ganz gelang).
„Sie wollen meinen GOLF ein bisschen schlecht reden, damit sie ihn „für` n Appel un` en Ei“ kriegen, stimmts?“
„Jeder muss ja heutzutage sehen wo er bleibt“, sagte er, offenbar froh über das Verständnis, das ich seinem Verhandlungsgeschick entgegen brachte.
„500 zahl ich Ihnen. Und hol ihn morgen eigenhändig ab. OK?“
„OK“, sagte ich.
„Jetzt mach` ich Ihnen mal ein echt verlockendes Angebot:
„Sie legen sich das Fahrgeld auf die hohe Kante.
Und für die 500 Eier, die Sie außerdem sparen, gehen Sie mal lieber mit Ihrem Sohn in den P… .
Und noch `was: Selbst wenn Sie noch `ne Null dranhängen würden – kriegen Sie von mir nicht mal das bisschen Rost unter der Tür“.
Er hat nicht wieder angerufen.
Diskussionen
@Schrott-Lueck:
Für 600 Eier? Dafür darfst Du ihn Dir ruhig noch ein bisschen länger ansehen ;-))).
Schöne Grüße von "Henkelkorb"
Schöne Story. Aber mal ehrlich : Ich geb 600 ! Sorry,grins,wegrenn.......
Hahaha geile Story ;)