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Toyota Automobile Museum (TAM) Nagoya Japan

Fahrer pkabel
Eingestellt am: 13.07.2009 Zuletzt bearb.: 14.07.2009 Gelesen: 28 Nominierung: Nachricht schreiben
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Natürlich stand auf meinem Reiseprogramm auch ein Besuch in Nagoya, der Stadt Toyotas und der Besuch des Toyota Automobile Museum.

Bei seiner Eröffnung vor ungefähr 15 Jahren erschien das TAM vermutlich ähnlich futuristisch, wie die in den letzten fünf Jahren erbauten Markenpaläste von Mercedes, BMW und Porsche in Deutschland heute.

Das Toyota Automobile Museum bietet eine ziemlich beeindruckende Sammlung von Fahrzeugen. Mit dieser Blechgeschichte biete ich eine virtuelle Führung durchs Museum.

Ich freu mich auf Feedback, Ergänzungen und Anregungen.

Diese Außen-Aufnahme des Museumsbaus wurde aus einem hypermodernen, führerlosen Hochbahnzug gemacht durch dessen schicke bläulich gefärbte Scheiben die Welt gleich ganz anders aussieht.

Das Museum erstreckt sich über zwei rießige Stockwerke und einen Anbau. Präsentiert wird altes Eisen und zwar satt!

"Alle Hersteller, Alle Epochen" lautet das einfach zu verstehende Credo der Museummacher, die Wert darauf legen, daß sämtliche Fahrzeuge im fahrbereiten Zustand bewahrt werden, was bei der großen Anzahl von Fahrzeugen aus der automobilen Frühgeschichte einen ziemlichen Anspruch darstellt.

Doch vor den Besuch im Museum gab es einige Hürden zu nehmen.

Nagoya liegt etwas mehr als eine Stunde mit dem Schnellzug von Tokyo entfernt.
Soweit kein Problem. Mit der mitgelieferten Anfahrtskizze und ein wenig gestikulieren auch kein Problem das Ziel zu erreichen. Dort allerdings stellt sich heraus, daß Ruhetag war.

WAS? Ruhetag?

Die stets bemühten Concierge-Menschen in meinem Hotel hatten schließlich extra angerufen und nachgefragt und ich war 2h aus Tokyo angereist um ein Museum an seinem Ruhetag zu besuchen?

Und nun zeigte sich das schöne Gesicht Japans. Es zeigte sich das schöne Gesicht eines großen Konzerns und es hatte einen Namen:

Herr Koji Yamada, der in Nagoya arbeitet und auf dessen Karte zu lesen steht: "Project General Manager Toyota Automobile Mueseum, Corporate Citizenship Div. Curator" und der mich am Ruhetag des TAM für mehr als zwei Stunden alleine im Museum eingeschlossen hat, mir dort die Beleuchtung eingeschaltet hat und mir damit einen wunderbar ungestörten Besuch im Museum ermöglichte.

Danke Mr. Yamada! You saved my day!

Da ich mich ja nicht darauf verlassen kann, daß Mr. Yamada immer anwesend ist, wenn ich am falschen Tag komme, habe ich mir zur Sicherheit den Deutschsprachigen Flyer des Museum gleich mitgenommen. Sehr ungewöhnlich, daß es etwa deutschsprachiges in derartigen Instituten gibt.

Vor allem ermöglichte es mir Mr. Yamada, daß ich all die Bilder machen konnte, die ich hier gerne zeige.

Im Zentrum des Gesamten Museums steht das Exponat mit der Nummer "001": Toyoda Model AA (Ja! ToyoDa - noch mit "D" und noch nicht mit "T") aus dem Jahr 1936.

Die Sache mit dem D und dem T geht übrigens so. Als dieser Wagen 1936 gebaut wurde, war das Automobilgeschäft noch Teil der "Toyoda Loom Works" - benannt nach dem Gründer und Eigner Toyoda. Erst im Herbst 1936 entstand im Rahmen eines landesweit ausgetragenen Gestaltungs-Wettbewerbs das Zeichen für Toyota - ein spezifisches Japanisches Schriftzeichen, daß Toyo"T"a bedeutet. Seither heißt das Automobilunternehmen Toyota und der Webstuhlhersteller weiterhin nach dem Firmengründer Toyoda...

Interessant woher sich Mr. Toyoda bei der Konstruktion seiner ersten Fahrzeuge Inspiration holte. Die Ausstellungsmacher halten damit auch nicht hinterm Berg, sondern präsentieren eine Reihe von sehr schönen Modellen aerodynamisch geformter Fahrzeuge aus den USA.

Dieser tolle De Soto Airflow Series SE aus dem Jahre 1934 zeigt welche Faszination in den 30er-Jahren vom Thema Aerodynamic ausging.

De Soto Airflow von 1934 war offenbar seiner Zeit voraus und fand nicht den erhofften Käuferzuspruch.

Der Lincoln Zephyr Series HB (1937) war in den USA dagegen ein voller Erfolg. Das aerodynamische Styling galt als wegweisend und es wird gesagt, daß sich die Desginer des VW Käfer in einigen Punkten am Zephyr orientiert hätten.

Es ist wirklich toll einmal Autos von Nahem zu sehen, die ich bisher nur aus Büchern kannte. Ein Geschenk, daß ich dies Dank Herrn Yamada vollkommen ungestört tun konnte und auch vor Absperrungen nicht unbedingt halt machen mußte.

Auf diese Weise wird deutlich welch ungeheuerliche Dimensionen der Cord Front Drive Model 812 von 1937 hatte.

Was für ein Schiff! Meines Wissens der erste Front-Antriebs-Wagen, der in den USA hergestellt wurde.

Kommerziell war das Cord-Teil wohl ein ziemliches Desaster.
Die Versenkbaren Scheinwerfer gehörten neben dem Frontantrieb zu weiteren technischen Innovationen, die der Markt 1937 noch nicht anerkannte und Cord 1937 in den Ruin trieb.

Die Sammlung windschlüpfriger Karossen aus der zweiten Hälfte er 30er Jahre. die das TAM zeigt ist wirklich umwerfend.

Dieser französische Delage Type D8-120 (1939) wird ebenso wie alle anderen Fahrzeuge ständig fahrbereit gehalten.

Aus der großen Zahl von Spezialitäten im Museum gehören auch die Staatskarossen unterschiedlichster Art. Mit diesem Wagen liesen sich die Sieger durch die Japanischen Straßen fahren (1939 Packard Twelve "Roosevelt's Car")

Mit diesem Wagen waren kurz zuvor noch die Offiziere der Japanischen Kriegsregierung durchs Land gefahren worden.

Dem Toyota Model AA gegenüber wird im TAM das Toyota Modal AB Phaeton (1936) präsentiert. Unschwer kann man die starke Verflechtung zwischen Industrie und Militär in der zweiten Hälfte der 30er Jahre erkennen.

Auch Nissan machte mit dem Model 70 Phaeton Geschäfte mit dem Militär und entwickelte nebenbei die Japanische Vorkriegsautoindustrie.

Bereits vor dem Krieg wurden Lizenzbauten (wie dieser Austin) von englischen Fahrzeugen in Japan erfolgreich hergestellt. Ich habe irgendwo gelesen, daß dies offenbar zu erfolgreich geschah und die vereinbarten Lizenzzahlungen nicht so üppig flossen, wie die tatsächliche Anzahl gebauter Fahrzeuge und die japanischen Geschäftspartner der europäischen Autobauer des Lizensbetrugs bezichtigt wurden.

Der Toyopet Model SA von 1951 war eines der ersten in Japan nach dem 2. Weltkrieg produzierten Fahrzeuge. In 2 Produktionsjahren wurden allerdings nur wenige hundert Stück hergestellt, weil die Amerikanische Besatzungmacht keine größeren Stückzahlen erlaubte. Aber auch, weil die Nachfrage nach Privatfahrzeugen zur damaligen Zeit nicht besonders stark war. Taxis und Transporter waren damals gefragt. Nicht Limousinen, selbst wenn diese ein Radio hatten - wie der Toyopet Model SA als erster Japanischer Wagen überhaupt.

Offenbar handelt es sich bei diesem Model um ein Original-Fahrzeug aus dieser Zeit und nicht um eine Replika.

Toyopet ist übrigens die Personenwagenmarke unter der in Japan Toyota seine Fahrzeuge verkauft.

Im TAM werden Fahrzeuge aller Hersteller gezeigt. Die Ausstellungsmacher stellen unmittelbare Wettbewerber einer bestimmten Zeit und Fahrzeugklasse oft auch bewußt neben einander und weißen auf die Wettbewerbskonstellation hin - auch wenn der Toyota dabei nicht als Gewinner bezeichnet werden kann. Eine Offenheit, die man in vergleichbaren Europäischen Museum vergeblich suchen würde.

Während interessierte Japaner die Europäische Fahrzeuggeschichte recht gut kennen, ist uns Europäern die das japanische Geschehen vollkommen unbekannt.

Wer kennt schon diesen 1957 gebauten Toyopet Corona Model ST10?

Das Museum zeigt eine Reihe toller Kleinserien aus den fünfziger Jahren: 1955 Flying Feather von Nissan. Es wurden offenbar nur ca 200 Stück hergestellt und dann aufgrund mangelnder Nachfrage die Produktion wieder eingestellt.

Der Fuji-Kabinnroller Model SA stammt ebenfalls aus dem Jahr 1955.

Der Fuji-Kabinenroller war nicht die angemessene Antwort auf die in Japan, wie in Deutschland zu dieser Zeit im Raum stehenden Frage der Massenmotorisierung. Die vielen Zwitter zwischen Zweirad und Vierrad, zwischen geschlossener, halbgeschlossener Karosserie, die Frage der verwendeten Materialien. Das alles war 1955 wie in Deutschland auch in Japan noch vollkommen offen.
Herrlich einmal diese Pendants zu den Heinkel-Kabinenroller und Messerschmits aus Europa zu sehen.

Im Hintergrund erkennt man aber schon eines der wohl bedeutendsten Fahrzeuge der frühen Toyota-Jahre den Toyota Publica und schon eine viel weiter entwickelte Antwort auf die o.g. Fragen.

Der Publica wurde erstmals im Jahr 1961 vorgestellt. Es handelte sich damals um den kleinsten von Toyota angebotenen Wagen. Im Grunde handeltes es sich um eine Platform auf der je nach Bedarf eine zweitürige Limousine (siehe Bild), klein Transporter und sogar ein hübsches Coupe (Toyota Sport 800) angeboten werden konnten.

Wer mit deutschem Blick auf das Fahrzeug schaut glaubt für kurze Momente die vertraute Erscheinung eines Trabbis zu erkennen. Allerdings täuscht dieser Eindruck, denn der Publika ist eine ganze Nummer größer und eher auf dem Niveau der Giulietta, oder Morris Minor.

Natürlich werden im TAM auch die Kei-Cars der ersten Stunde im Detail vorgestellt.

Der Ladybug (Subaru 360) spielt dabei eine große Rolle. Im TAM wird ein sehr frühe Version ausgestellt an der man recht gut den ungeheuren Fortschritt auch in der Fertigungstechnik ablesen kann die die Autoindustrie im Laufe der Jahre gemacht hat.

Der Subaru 360 wurde über viele Jahre gebaut. Ursprünglich wurde er von arbeitslosen Flugzeugingenineuren nach dem Krieg ersonnen und im wesentlichen aus Kunststoff gebaut. Im Laufe der Zeit wurde die Konsturktion immer erwachsener und viele Teile wurden in Blech umgestellt.

Subaru 360 Ladybug im TAM in der hier gezeigten sehr frühen Version hatte ich das heckgetriebene Teil noch nie zuvor gesehen.

Leider erkennt man an dieser Aufnahme auch einen störenden Aspekt der im TAM vorgestellten Fahrzeuge. Diese sind sämtlich auf irgendwelchen Böcken stehend ausgestellt, was leider häufig zu unschönen optischen Effekten führt (siehe den negativen Radsturz am Hinterrrad des Subaru 360)

Wer sich mehr für Kei Cars interessiert findet hier die Führung durch eine Ausstellung im Honda-Museum, die sich ausschließlich mit diesen für Japan typischen Kleinwagen beschäftigt:

http://www.carsablanca.de/Blechgeschichten/honda-the-lovely-vehicles-in-the-world/pkabel

Der Mazda Carol in der Coupe-Ausführung (Mazda R 360, Bj. 1962) ist den Bemühungen von Gogo im Deutschland durchaus auch stilistisch ähnlich.

Aber es waren nicht nur die kleinen Fahrzeuge, die die frühen Jahre der japanischen Autoproduktion beherrschten.

Der Nissan Cedric Model 30 (1960) zeigt was das japanische Oberhaus Ende der Fünfziger Jahre darstellte: Chrom und die ersten Reihen-Sechszylinder-Maschinen und Selbstbewußtsein im Reich der aufgehenden Sonne.

Aber es waren nicht nur die kleinen Fahrzeuge, die die frühen Jahre der japanischen Autoproduktion beherrschten.

Der Nissan Cedric Model 30 (1960) zeigt was das japanische Oberhaus Ende der Fünfziger Jahre darstellte, Chrom und die ersten Reihen-Sechszylinder-Maschinen wurden eingebaut.

Hino Contessa Model PC10 ist das Ergebnis der Kooperation von Hino mit Renault. Man sieht das Globalisierung kein neues Phänomen in der Autoindustrie ist, sondern im Verlaufe der ganzen Geschichte immer wieder eine bedeutende Rolle gespielt hat.

Was in den frühen 60er Jahren Japan stattfand, setzt sich heute in andern Asiatischen Regionen (z.b.China) fort.

Hino Contessa Modell PC 10 im Toyota Automobile Museum Nagoya Japan.

Viele der aus Europa bekannten Trends und Vorgehensweisen finden sich auch im Japan der 50 und 60er Jahre.

Dieser Daihatsu Compagno Spider zielte auch schon ansatzweise auf den Europäischen Markt. Er wurde 1963 auf dem Autosalon in Turin vorgestellt und später meines Wissens nach sogar nach England verkauft.

Über die auf diesem Bild gut erkennbare aggressive Aufbockung der Fahrzeuge habe ich mich ja bereits weiter oben geäußert. Wirklich schade, daß die vielen schönen Ausstellungsstücke auf diese Weise teilweise entstellt wirken.

Daihatsu Compagno Spider 1963 - gut lässt sich der Zeitgeist ablsesen. Ein solches Heck hätte auch aus England stammen können.

Schönes Interieur Daihatsu Compagno Spider.

In der Haptik und Anmutung auf Europäischem Niveau. Bei Alfa hatte man zu dieser Zeit noch nackte Blechoptik am Armaturenbrett.

Hier handelt es sich NICHT um einen Opel P1, sondern einen Toyota Corona Model Pt20 von 1960.... Wer gerne über die kopierenden Asiaten und Japaner die Nase rümpft, sollte sich gerade beim Anblick dieses fernöstlichen P1 nicht vergessen, daß eben der Opel eine recht plumpe Kopie der Amerikanischen Vorbilder in Deutschland war.

Toyota Corona 1960 im Toyota Automobile Museum (TAM) Nagoya, Japan.

Bluebird ist eine der am längsten laufenden Marken von Nissan. Bereits 1963 hatte Nissan damit einen Topseller auf dem Markt. In Japan werden Nissan-PKW übrigens auch heute noch meistens als Datsun verkauft. Dies war auch in den Anfangstagen in Europa und USA der Fall. Später verzichtete Nissan auf diese Marke und verkaufte in USA und Europa die PKW unter der Marke Nissan.

Den Bluebird gab es in vielen Ausstattungsvarianten, mit Zweifarbenlackierung und sogar als "Fancy Deluxe"-Version für die Damen.

Datsun Bluebird Model P312 (1963) war der Start einer Jahrzehntelangen Bluebird-Tradition.

Mazda brachte 1963 die Familia-Plattform in den Markt aus der sich neben einem Van, eine Kombilimousine, eine Limousine und sogar ein Coupe ableitete.

Das hier gezeigte Model Mazda Familia Model SSA (1966) ist die Limousine, die soweit ich weiß auch nach Dänemark geliefert wurde.

Innenraum eines Mazda Familia SSA von 1966. Ein VW, Opel, oder Ford aus dieser Zeit haut auch nicht sehr verschieden ausgesehen.

Was der Buebird für Nissan war die Corona für Toyota.

Dieser Toyopet Corona Model PT20 (1960) war in verschiedensten Ausführungen verfügbar. Neben der Limousine wurde auf gleicher Plattform ein chickes Coupe angeboten.

Das getraute sich Toyota schon Anfang der 60er. In Stuttgart Untertrückheim brauchte es bis zum Strich Acht Coupe noch eine Weile.... Das Format jedenfalls ist vergleichbar.

Zugegeben bei Mercedes hatte man auch Sechszylinder und sogar einen V8 zu bieten. Bei Toyota mußte man mit biederer Vierzylinder-Motorisierung vorlieb nehmen.

Anfang der 70er Jahre beschleunigte sich die Entwicklung der japanischen Autoindustrie noch einmal.

Immer mehr Hersteller versuchten sich im Automobilbau. Darunter auch die Firma Honda, die schon im Bereich der Motorräder weltweit von sich Reden gemacht hatte.

Mit den S-Modellen hatte Honda bereits in den frühen Sechziger Jahren erste Erfahrungen im Kleinsportwagenbau gesammelt. Mit der Einführung der N-Serie öffnete Honda ein vollkommen neues Marktsgment. Der N war der Mini Japans. Während andere noch mit Heckantrieb laborierten wanderte Motor und Antrieb nach vorn. Das brachte Platz für ungewöhnliche Raumkonzepte und vor allem ein vollkommen neues Handling. Honda N 360 der Sportwagen unter den Kei Cars.

Daneben sah der Suzuki alt aus.

Altes Konzept Suzuki Fronte mit Heckantrieb.

Dahinter das neue Konzept: Frontantrieb mit Frontmotor: Honda N

Mehr Kei Cars findet man hier:

http://www.carsablanca.de/Blechgeschichten/honda-the-lovely-vehicles-in-the-world/pkabel

Der Honda reklamierte viele Innovationen für sich. Darunter so skurile Dinge wie die in der B-Säule untergebrachte Antenne.

Suzuki versuchte diesen Angriff durch Sonderserien und Luxuspakete zu kontern.

aber Honda konnte auch auf diesem Feld mithalten

Am Ende behielt der Honda N die Nase vorne und wurde für Honda zu einem Dauerläufer und zum Fundament für einen unglaublichen Aufstieg von Honda, das heute zu den weltweit größten Fahrzeugherstellern zählt und der größte 4 Takt-Motorenhersteller ist.

DeLuxe "Stern, Stern, Stern"

Als Jugendlicher habe ich die ausschweifenden Fahrzeugbezeichnungen der Japanischen Hersteller immer geliebt.

In diesem Fall geht es ja nicht um ein eigentlich luxuriös gemeintes Fahrzeugkonzept, sondern um den Toyota-Meist-Verkäufer, die Corolla....

Chrom ist Klassenlos. Chrom macht Klassenlos.

1966 begann die Erfolgsgeschichte des Toyota Corolla Model KE10. Der ewige Rivale Nissan hatte den Datsun Sunny in der gleichen Klasse im Rennen.

Vom Großserien-Kleinwagen liegt der Sprung zum Toyota Century nahe...

1967 wurde dieses Ungetüm gelauncht. Ein V8 blubberte Wohtuend unter der langen Haube.

Der Century ist ein gespenstisches Fahrzeug, das in seiner Urform praktisch 30 Jahre lang gebaut wurde. Innerlich zwar fortwährend verbessert, aber nie verändert.
Der Century trägt nicht die Marke Toyota, sondern Century und den Chinesischen Drachen (in Japan...).

Ein Century parkt gerne am Straßenrand, drohend mit Chauffeur am Steuer. Weiße Handschuhe und weiße Spitzenüberzüge über den Postern, warten auf den Fahrgast.

Fahrgast kann beliebig ein Mitglied einer korrupten Partei, oder gleich ein Yakuza sein.

Eine Fahrzeugkategorie, die in Japan der damaligen Jahre wie vom anderen Stern erschienen sein.
Ein Opel Diplomat war in meiner Heimatstadt damals schon ein Ungeheuer. Ein Nissan Grand Gloria muß in der viel kleineren Architektur Japans ungefähr 10x unförmiger erscheinen sein.

Nissan Grand Gloria zitiert unübersehbar die Vorbilder aus den USA, ähnlich wie Opel und Fordmodelle dies in Europa betrieben.

Die Innenausstattung war sehr geschmackvoll und fernöstlich. Schätze damit hätte Nissan allerdings jeden Europäischen Kunden erschreckt. Ich schätze gleichzeitig, daß Nissan damit heute in einer kleinen Serie große Designerfolge feiern würde.
Tolle Muster überlagern sich - bizarr.

Wie vielfältig die gezeigten Fahrzeuge ist, zeigt diese Aufnahme. Die Ausstellungshighlights kann ich beim kleinen Carsablanca-Rundgang überhaupt nicht besonders vorstellen, da Toyota GT 2000, oder Toyota Sports 800 hier schon hinlänglich vorgestellt wurden.

Anders als das Isuzu 117 Coupe ist das 1970 von Giorgetto Giugiaro gezeichnet wurde. Man glaubt einen Fiat Dino Coupe von Bertone zu erblicken, aber es ist der Isuzu und er war ein Verkaufsschlager in Japan.

Das Fahrzeug wurde weitgehend unverändert bis zum Jahr 1981 gebaut.

In dieses japanische Schaustück habe ich mich spontan im Museum verliebt.

Ungefähr 500 dieser edlen Coupes wurden als Nissan Silvia vorwiegend von Hand zwischen 1965 und 1968 auf Basis des vergleichsweise großserienmäßig gefertigten Fairlaydy (Hierzulande Datsun Z200) gefertigt.

Man kann im TAM wirklich schwelgen und schnell wechseln von Fahrzeugkategorie zur nächsten.

Die Corona-Reihe wurde zu einer der tragenden Säulen des Toyota Großserien-Erfolgs.

Und man findet Fahrzeuge wieder, die damals auch auf Deutschen Straßen vereinzelt zu sehen waren.

Die im TAM gezeigten Ausstattungsvarianten hatten aber meist nicht den Weg zu uns nach Europa gefunden, sondern häufig wenn überhaupt nur in die USA. Einen Markt für den Toyota und die anderen Japanischen Hersteller in den 60er und 70er Jahren vermehrt produzierten.

Und immer wieder stößt man im TAM auf diese kleinen Fahrzeuge, die Sunnys, die doch irgendwie Spaß gemacht haben, die schlank und geduldig immer fuhren, wenn man sie brauchte

Mit den richtigen Felgen und in der richtigen Farbe sehen diese kleinen Nutzfahrzeuge richtig schnittig aus.

Und mit wenigen Handgriffen lies sich daraus auch schnell eine Rensemmel machen.

Das Rennfieber ist eine auch in Japan bekannte Infektion. Toyota verstand sich immer auch als eine sportliche Marke.

Auch Honda versteht sich als sportliche Marke. Hier ein S800 in trauter Eintracht neben einem Datsun Fairlaydy Cabrio, die auch in England und USA verkauft wurden.

Der Prince Rennstall hat in den 60ern einige Furore im internationalen GT-Rennsport gemacht. Prince wurde später von Nissan übernommen und die Rennsportaktivitäten noch unter dem Brand Prince fortgeführt.

Das Toyota Autombile Museum ist wirklich ein Besuch wert! Auf dem Weg zum Ausgang werden noch einige Prototypen aus den 70er und 80er Jahren vorgestellt.

Ehe wir uns allerdings aus dem Museum verabschieden möchte ich noch auf eine Fahrzeugkategorie aufmerksam machen, die für uns Europäer einen rätselhaften Reiz ausüben: Die Coupe-Variante, das GT auf Basis einer im Grunde einfachen Familien-Limousine.

Hier ein hübscher Toyota 1600 G aus dem Jahr 1967

Oder dieser Isuzu Bellett 1600 GT aus dem Jahr 1966 mit dem gleichen Konzept.

Irgendwann ist auch der auch der beste Museumsbesuch zuende.
Danke Mr. Yamada, daß ich an diesem Ruhetag meinen kleinen Privatrundgang machen konnte.

Wer mehr über das Museum erfahren möchte findet hier viele Informationen:
http://www.toyota.co.jp/Museum/data_e/a03_01.html

In Tokyo betreibt Toyota noch ein interessantes Oldtimermuseum im sog. "Mega Web" die Toyota History Garage:

http://www.carsablanca.de/Blechgeschichten/toyota-history-garage-odaiba-tokyo-mega-web/pkabel

Wer noch ein paar Eindrücke aus dem Oldtimer-/Autoland Japanland ansehen möchte, schaut hier:
http://www.carsablanca.de/Blechgeschichten/tokyo-hotel/pkabel

Wer Lust hat eine Oldtimer-Relevante Werkstatt in Tokyo zu besuchen, schaut hier:
http://www.carsablanca.de/Blechgeschichten/honda-garage-iwasa-fixstern-am-s800-himmel/pkabel

Hier noch ein paar Eindrücke einer Oldtimermesse in Tokyo:
http://www.carsablanca.de/Blechgeschichten/nostalgic-car-show-2009-odaiba-tokyo/pkabel

am 20.07.2009

Diskussionen


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martin914sechs
martin914sechs 02.08.2009

Hallo peter - ganz toll dein reisebericht... alleine im museum, irre - muss ein spezielles erlebnis sein, und dann noch in tokio! lg martin

crazy4citroen
crazy4citroen 19.07.2009

Hallo Peter, die Antwort auf die Delage-Frage ist Figoni & Falaschi, das behauptet zumindest die Homepage des Museums.

Mark
Mark 15.07.2009

Hi Peter-San

Da ist dir mal wieder ein toller Bericht gelungen. Klasse auch die zahlreichen Hintergrundinformationen und deine subjektiven Bewertungen bzw. Kommentare. Liest sich immer wieder super.

Domo Arigato Mr. Kabel und natürlich Mr. Yamada.

pkabel
pkabel 15.07.2009

@crazy4citroen: Leider kann ich diese Frage nicht beantworten. Die korrekte und vollständige Bezeichnung lautet Delage Type D8-120. Allerdings spricht das vermutlich nur etwa über die Chassis und nicht über den Karosserie-Hersteller....

crazy4citroen
crazy4citroen 14.07.2009

Da sieht man mal, dass die Marketing-Pfeifen in so manch deutschem Marken-Tempel mit Rosa Brille inclusive noch einiges von den Japanern lernen können. Bei dem Delage rätsele ich immer noch, ob die Karosserie von Figoni & Falaschi oder von Franay gestaltet wurde. Der Heckabschluss lässt mich fast zu letzterem tendieren. Kannst du Licht ins Dunkel bringen?

pkabel
pkabel 14.07.2009

@ph75: Hallo PH75 Du hast recht, das unkonvetionelle Vorgehen von Herrn Yamada ist wirklich hervorragende PR, weshalb ich mich auch nicht scheue diese tolle Erfahrung mehr als offen zu kommunizieren.

Wie Dir geht es ja den meisten: Von der Entwicklung des japanischen Automobilbaus haben die wenigsten Europäer eine Vorstellung. Das ist schade, denn es gibt eine ganze Reihe stilistischer Perlen zu entdecken.

Bei mir begann es auch zunächst mit dem zufälligen Zusammentreffen mit dem Honda S800. Erst im Laufe der Zeit habe ich verstanden wie vielseitig die Entwicklung in Japan verlaufen ist.

Freut mich, wenn ich etwas Aufklärung schaffen kann.

Peeperkorn
Peeperkorn 14.07.2009

Ein toller Bericht über ein tolles Museum. Toyota zeigt in seiner Ausstellung Respekt vor der Konkurrenz und vor seinen Besuchern, das ist wirklich sehr beeindruckend. Danke für Deine Eindrücke, Peter.

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