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Mein Hobby und mehr.....

Fahrer Singeroldtimer
Eingestellt am: 10.12.2008 Zuletzt bearb.: 26.12.2008 Gelesen: 24 Nominierung: Nachricht schreiben
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Über: Singer

Ab 1984 wurde die Oldtimerei zu meinem neuen Hobby.

Mit dem Singer Junior in der Heide bei Swanage Süd-England

Mit dem Singer Junior in der Heide bei Swanage Süd-England

Ab 1984 wurde die Oldtimerei zu meinem neuen Hobby. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich leidenschaftlich Flug-, Schiffs- und Automodelle nicht nur gebaut auch konstruiert und geplant; dazu auch noch gesammelt, insbesondere Automodelle in diversen Maßstäben von 1:87 bis 1:8.
Meine Frau stellte mir einmal die Frage, wie viel Vitrinen ich im Hause künftig noch aufstellen wolle und ob ich mir nicht ein dauerhafteres Arbeitsobjekt anschaffen könne wie zum Beispiel einen richtigen Oldtimer, der würde mich doch sicher jahrelang mit Wartung, Pflege oder gar einer Restaurierung beschäftigen und mir nicht zuletzt durch die Nutzung sinnvoll die Freizeit gestalten.
Damit hatte meine Frau nicht nur zum Einstieg in das neue Hobby - die Oldtimerei - angeregt; sie hatte es eigentlich schon abgesegnet.

Wir fuhren einige Zeit später zu einer Oldtimerveranstaltung auf der auch Fahrzeuge angeboten wurden. Schon beim ersten Rundgang fiel mir ein alter Borgward auf und weckte mein Interesse. "Das wäre etwas für mich“, sagte ich zu meiner Frau, aber ihre Reaktion überraschte mich: "Das ist kein richtiger Oldtimer, nur ein altes Auto. Ein richtiger Oldtimer muss freistehende Lampen haben an den Kotflügeln und auch Speichenräder." Derartige Autos wurden auch angeboten, von Ford A bis MG und ähnliche, aber die Preise schreckten uns vor einem Kauf zurück.
Nun wurde in den einschlägigen Oldtimer-Magazinen nach entsprechenden Verkaufsangeboten gesucht.


Der 1. Singer: Junior 8 Tourer 1931

1984 fand ich diese Anzeige: SINGER 9 Le Mans zu verkaufen. Der weitere Text versprach Gutes sogar bei einem akzeptablen Preis.
Als ich nach einem kurzen Telefonat und nur 50 km Anfahrt dem Anbieter gegenüberstand, schätze er mich, d.h. Figur, Größe und Gewicht kurz ab und riet mir: "Wir brauchen uns gar nicht groß weiter zu unterhalten, Sie passen in den Wagen nicht hinein und wenn doch, dann wird es zum Fahren für Sie total unbequem sein."
Schade, dachte ich, wo mir der 2-sitzige Roadster doch so gut gefiel.

In einer anderen Ecke der kleinen Halle stand noch ein weiterer "richtiger" Oldtimer. "Das ist auch ein Singer, ein Singer Junior Tourer Baujahr 1931," erklärte mir der Besitzer, "aber den will ich eigentlich nicht verkaufen, sondern erst wenn ich ihn restauriert habe, denn in diesem Zustand ist er nicht fahrtüchtig und sein allgemeiner Zustand nicht optimal. Ich habe aber für mich selbst noch einen Oldtimer zu überholen und danach kommt erst der Singer an die Reihe."
Auf dem Heimweg kam ich zu dem Schluss: diesen Singer zu kaufen, fahrtüchtig zu machen und den allgemeinen Zustand zu optimieren; das wäre doch der beste Schritt um in dieses Hobby einzusteigen. Nach anfänglicher Absage konnte ich mich dann doch mit dem Verkäufer einigen und wurde stolzer Besitzer meines ersten Oldtimers: SINGER Junior 8 hp Tourer Baujahr 1931.
Es hat nur 3 Monate gedauert und "mein Singer" stand technisch überholt, frisch lackiert, mit neu gepolsterten Sitzen und geflicktem Dach zur ersten Ausfahrt bereit.
Meine Frau hatte zwischenzeitlich 2 Wochen im Krankenhaus gelegen und unser Sohn musste als Folge eines Sportunfalls ebenfalls für ein paar Tage ins Krankenhaus. Auf Bitten seiner Mama wurde er mit auf ihr Zimmer gelegt. Das gab mir die Gelegenheit manche Nacht durchzuarbeiten, denn nichts und niemand hielt mich nun davon ab.
Noch im Sommer nahmen meine Frau und ich an mehreren regionalen Rallyes teil und errangen unsere ersten Pokale.
Und was uns besonders stolz machte war die Tatsache, dass wir überall da wo wir mit unserem Singer auftauchten, bewundert wurden: wegen seiner Seltenheit, und dass es überhaupt ein Singer war - eine weinig bekannte Automarke.
Bald bekam ich auch Kontakt zum Singer-Owners-Club, dem SOC, in England und wurde Mitglied.
Es war für uns ein "Muss" uns zum nächsten Singer-National-Day, dem SND, der jährlich in England stattfindet, anzumelden. Aber gleich mit dem Singer bis nach England zu fahren, schien uns doch sehr waghalsig zu sein. Erst mal testen was auf dem SND so los ist, war unsere Devise. Also steckten wir drei großformatige Fotos in die hinteren Seitenfenster und Heckscheibe unseres Mercedes Combi und so bestückt fuhren wir nach England.
Wir erlebten ein wunderschönes Wochenende unter Singerfreunden und noch heute erinnern sich manche von ihnen und erzählen amüsiert von der „Präsentation“ unseres Singer Junior.
Bei dieser Gelegenheit haben wir nicht nur viele nette Leute kennen gelernt, die später zu Freunden wurden und auch heute noch sind, sondern auch die große Singer-Fahrzeugtypen-Vielfalt. Immer wieder bewunderten wir die schönen Roadster LM 9 und LM 1,5ltr. Eines Tages, so schwärmten meine Frau und ich, werden wir mit so einem Roadster das Oldtimerhobby genießen. Aber ich erinnerte mich an meine erste Begegnung mit dem 2-Sitzer. Singerfreunde empfahlen uns: ein LM 9 Sport könnte sicherlich den besseren Komfort bieten und würde auch von vielen Besitzern wegen seines größeren Stauraumes, den die hintere Sitzbank bietet, geschätzt.

Im darauf folgenden Jahr veranstaltete unsere Landesgruppe Westfalen im Allgemeinen Schnauferl Club (ASC), bei der ich bereits nach kurzer Mitgliedschaft in den Vorstand gewählt worden war, die 29. Internationale Schnauferl-Rallye und ich hatte die Aufgabe für internationale Teilnehmer zu sorgen. Diese Aufgabe nahm ich gerne an; konnte ich doch nun meine Singerfreunde aus England einladen. 8 Teams kamen, verbrachten einige Tage in meiner Heimatregion und nahmen erfolgreich an dieser so genannten D-Rallye teil.
Wir fuhren im nächsten Jahr dann wieder nach England, nahmen zunächst am SND teil und fuhren danach für 2 Wochen Sommerurlaub nach Südengland. Diesmal allerdings mit unserem Singer Junior.

Das folgende Jahr veranstaltete unsere Landesgruppe im ASC eine regionale Rallye, die so genannte "Hexen-Rallye" und ich lud wieder den SOC ein. Diesmal kamen wieder 8 Teams, 7 aus England und 1 aus Holland.
Wir verbrachten ein erlebnisreiches Wochenende mit und unter Oldtimerfreunden besonders mit der Singergruppe. Zuvor hatte ich noch einige Singerbesitzer in Deutschland ausfindig gemacht und auch sie waren meiner Einladung gefolgt und zur privaten Schlussveranstaltung "Brinkmanns Barbecue" in unseren Garten gekommen und erweiterten somit unser Singertreffen.
Die Hexen-Rallye findet alle 3 Jahre statt und es freut mich besonders, dass 2006 bereits zum 8. mal eine Gruppe vom SOC der Einladung zur Teilnahme gefolgt sind und auch schon wieder zur nächsten Veranstaltung in 2009 vorausplanen.
Bei diesen Veranstaltungen geselle ich mich natürlich immer wieder zu den Singerfreunden und führe sie stets mit Gleichgesinnten zusammen.
Das brachte mir bald unter Schnauferlbrüdern, so nennen sich die Mitglieder im Allgemeinen Schnauferl Club (ASC), den Spitznamen "Singerman" ein.

Diskussionen


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webmatze
webmatze 10.12.2008

Danke für deine tolle Geschichte! Hat wirklich Spaß gemacht sie zu lesen. FInde es immer interessant zu lesen, wie andere zum Hobby 'Oldtimer' gekommen sind.

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