Home Fahrer & Fahrzeuge Bilder Blechgeschichten Sonderausstellung „Peugeot-Eclipse“ vom 13. – 16.3.2008 bei der 8. Messe „RetroClassics 2008“ in Stuttgart

Sonderausstellung „Peugeot-Eclipse“ vom 13. – 16.3.2008 bei der 8. Messe „RetroClassics 2008“ in Stuttgart

Fahrer PeugeotEclipse
Eingestellt am: 18.04.2008 Zuletzt bearb.: 21.04.2008 Gelesen: 22 Nominierung: Nachricht schreiben
Letzte Besucherbergmannbernhard, rahmschneck
Baden-baden 2007_2293_thumb

 

Über: Peugeot 402

Der diesjährige Stand des Deutschen Peugeot Vorkriegs Register - ein Erfahrungsbericht

Blick über unseren Stand

Blick über unseren Stand

Im Jahr 2000 habe ich – nach 8 Jahren guter Erfahrung mit einem Peugeot 203, Baujahr 1954 – den Schritt zum „wirklichen“ - nämlich Vorkriegs - Oldtimer gewagt und mir eine 1937er Peugeot-402-Limousine zugelegt.

Leider musste ich kurz darauf feststellen, dass es für Vorkriegs-Peugeot in Deutschland keinerlei Lobby gab. Die wenigen bestehenden Peugeotclubs befassten sich durchweg mit speziellen Modellen aus der Nachkriegsära – 203/403, 204/304 oder 504 Cabrio/Coupe.

Daher begann ich Mitte 2000, Anschriften von Besitzern von Vorkriegspeugeot (zunächst auf 202/302/402 beschränkt) zu sammeln. Ich hatte die mir zugänglichen Unterlagen (vorwiegend die Teilnehmerlisten der internationalen Treffen in Thun 1999 bzw. Sochaux 2000, jedoch auch eigene Adresskenntnisse sowie Unterlagen von Herrn Detlef Jürgens aus Bremen) herangezogen und eine erste Auflistung von (nur) etwa 30 Fahrzeugen der Baureihe 02 erstellt.

Sinn des Registers ist, die im deutschen Sprachraum vorhandenen motorgetriebenen Peugeot-Fahrzeuge der Ära vor dem zweiten Weltkrieg - Baujahre 1890 – 1949 (Typ 1 – 202) - aufzulisten, um Kontakt zwischen den Besitzern zum Zweck des gegenseitigen Erfahrungsaustauschs herzustellen sowie Hilfestellung bei technischen und sonstigen Problemen geben zu können. Ein weiteres Ziel unserer Vereinigung ist, die zumindest in Deutschland selten zu sehenden Fahrzeuge einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen

Das Register arbeitet ohne Mitgliedsbeitrag, einzige Voraussetzung zur Mitgliedschaft ist der Besitz entsprechenden Peugeot’s und Wohnsitz und/oder Fahrzeugstandort im deutschsprachigen Bereich. Die laufenden Kosten werden aus freiwilligen Spenden bestritten. Zu unseren Mitgliedern dürfen wir auch die Peugeot Deutschland GmbH sowie mehrere große Automobilmuseen zählen.

Die Mitglieder werden umfassend über Aktivitäten in der Peugeot-Oldtimerscene informiert. An der Gründung von „Amicale Peugeot Deutschland“, der deutschen Tochter der „L’ Aventure Peugeot“, im Jahr 2002 waren wir nicht unmaßgeblich beteiligt. Wir arbeiten sehr eng mit der Peugeot Deutschland GmbH in Saarbrücken zusammen.

Besonders stolz sind wir darauf, dass in den letzten Jahren Peugeots aus dem Besitz unserer Mitglieder bei einer Vielzahl großer Veranstaltungen – wie z.B. der Messe RetroClassics, den Concours Retro meets Barock in Ludwigsburg, dem Europäischen Oldtimertreffen in Baden-Baden, der Oldtimer Gala in Schwetzingen oder auch der Concours de Elegance in F-Niederbronn – Klassensiege sowie weitere wichtige Preise erringen konnten.

Mit aktuell über 230 Mitgliedern, denen zusammen fast 260 Peugeot-Motorfahrzeuge gehören, sind wir derzeit nach dem Peugeot 504 Cabrio/Coupe Club der zweitgrößte Peugeotclub Deutschlands und auf stetigem Wachstumskurs. Seit 2005 ist das Deutsche Peugeot Vorkriegs Register der zweite deutschen Peugeotclub, der Mitglied in L’Aventure Peugeot ist.

Seit dem Jahr 2002 nehmen wir regelmäßig mit einem ständig größer werdenden Stand an der zweitgrößten Oldtimermesse in Deutschland, der „RetroClassic“ in Stuttgart, teil. Aus recht bescheidenen Anfängen mit drei Fahrzeugen auf etwa 50 m² entwickelte sich ein Auftritt mit 6 Fahrzeugen (incl. eines LKW DK 5) auf rund 250 m² in Jahr 2007.

Für das Jahr 2008 hatten wir uns zur ersten „RetroClassics“ auf dem neuen Messegelände am Stuttgarter Flughafen etwas ganz besonderes überlegt. Nachdem ich im Jahr 2007 aus einem Nachlaß einen äußerst seltenen Peugeot 402 Eclipse, der seit fast 40 Jahren stillgelegt war, erwerben konnte, sollte es eine Präsentation mehrerer Eclipse-Modelle geben. Tatsächlich wurde es die wohl größte öffentliche Eclipse-Schau, die es je gab.

Bei den Peugeot’s der dreißiger Jahre mit „Eclipse – Karosserie“ handelt es sich unabhängig davon, ob die Modelle 401/601 oder 402 die technische Grundlage bilden, um automobile Meilensteine:

Die Peugeot Eclipse sind die weltweit ersten, ab 1934 in
nennenswerter Stückzahl gebauten Wagen in Cabrio/Coupe-Bauweise
mit einem im Kofferraum verschwindenden Stahldach.

Unser heutiges Straßenbild wird von Mengen dieser Cabrio/Coupes bevölkert. Egal wie sie heißen, ob Mercedes SLK, Renault Megane, VW Eos oder Peugeot CC – die Urväter sind die Peugeot der 30er Jahre mit „Eclipse-Karosserie“.

Vorher (1928) gab es nur in den USA Versuche mit einem Dach, das sich von oben auf den speziell angepassten Kofferraum auflegte sowie einige Einzelstücke, die z.B. auf Basis eines Lancia Belna vom Erfinder, dem Zahntechniker Georges Paulin, initiiert waren.

Erste Entwürfe von Paulin stammen aus den Jahren 1932/33. Nachdem sich Paulin, wohl schon Anfang 1932, die Lösung mit dem versenkbaren Dach als „System Paulin“ hatte patentieren lassen, konnte der er den berühmten Pariser Peugeot-Händler Emile Darl’Mat davon überzeugen, nach seinen Anleitungen auf Basis eines Peugeot 301 den ersten „Eclipse“ zu bauen. Dieses Fahrzeug wurde am Rande des Pariser Automobilsalons 1933 auf dem Stand von Darl’Mat ausgestellt.

Nachdem Peugeot dort auf die Konstruktion aufmerksam wurde, ging es mit dem direkten Peugeot-Vorgänger der 402 – Eclipse, den Eclipse-Karosserien auf 401/601-Basis, richtig los, auch wenn davon nur wenige Exemplaren gebaut wurden. Beim Karosseriebauer Pourtout – Paulins Arbeitgeber - entsteht im Peugeot-Auftrag eine kleine Serie von achtzig 401- und zwanzig 601-Eclipse, von denen heute nur noch 5 Fahrzeuge bekannt sind. Die Dachkonstruktion wird bei diesen Fahrzeugen elektrisch betätigt.

Interessant ist, dass der Name „Eclipse“ – was soviel heißt wie „Überdeckung“ oder freier auch „einziehbar/versenkbar“ - nie offiziell in den Prospekten auftaucht. Dort werden die Fahrzeuge technokratisch als „Cabrio-Coupe Metallique Decapotable“ bezeichnet.

Im Oktober 1935 wurde im Rahmen der Vorstellung des brandneuen Stromlinien-Oberklasse-Modells 402 auch eine Eclipse-Version mit elektrisch versenkbarem Dach gezeigt. Dieses Modell (E4) war nur als 2/3-Sitzer zu haben und wurde nicht bei Peugeot, sondern wiederum beim Karosserieschneider „Portout“ gebaut. Heute sind davon noch 3 Exemplare bekannt.

Im Oktober 1936 schließlich wird das Modell E4Y mit ungeteilter Frontscheibe und zwei durchgehenden Sitzbänken als 4/5-Sitzer (gelegentlich auch als 6-Sitzer bezeichnet) vorgestellt. Die absolut überwiegende Anzahl wurde mit mechanisch zu betätigendem Dach produziert; von genau 500 Exemplaren erhielten lediglich 4 (im Zeitraum Mitte 1938 – Mitte 1939 auf Basis des 402 BL hergestellt) einen elektrischen Mechanismus.

Mit zunehmender Kriegsgefahr und der damit einhergehenden Verknappung von frei verfügbaren Geldern für den Konsum wurden ab 1939 keine Eclipse-Karosserien mehr hergestellt.

Generell ist festzuhalten, dass insgesamt 680 „Eclipse“-Karosserien (Serie 401, 601 sowie 402) gebaut wurden.

Speziell vom 402 wurden nach Auskunft der Fa. Peugeot 580 Exemplare hergestellt, die sich auf die einzelnen Modelle wie folgt verteilen:

Auf Basis 402 E4 - 2/3-Sitzer mit elektrisch betätigtem Dach, - 80
5,00 Meter lang außen liegendem Reserverad und analog
der Limousine geteilter Windschutzscheibe

Auf Basis 402 L E4Y - 4/5-Sitzer mit manuellem Dach - 324
5,25 Meter lang -

Auf Basis 402 LE E4T - 4/5-Sitzer mit manuellem Dach und
5,25 Meter lang elektromagnetischem Cotalgetriebe - 149

Auf Basis 402 BL E5T - 4/5-Sitzer mit manuellem Dach - 16
- 5,30 Meter lang E5TC - 4/5-Sitzer mit manuellem Dach und
Cotalgetriebe - 7
E5TM - 4/5-Sitzer mit elektrisch betätigtem
Dach und Cotalgetriebe - 4

Davon sind heute – je nach Quelle unterschiedlich dargestellt – weltweit noch maximal 35 Exemplare bekannt. Die Liste des internationalen Eclipse-Registers, das im Museum von LeMans geführt wird, nennt 34 Exemplare, die sich wie folgt aufteilen:

601 1 Exemplar
601 mit Pontonspezialkarosserie 1 Exemplar
401 3 Exemplare
402 2/3-Sitzer „E4“ 3 Exemplare
Die restlichen 26 Wagen sind 4/5-Sitzer in
unterschiedlichen Ausstattungsvarianten

Die Eclipse waren Fahrzeuge der vermögenden Avantgarde: Einer der beiden noch in Frankreich befindlichen E4 wurde von Josephine Baker gefahren, bei einem der Viersitzer war Albert Camus Erstbesitzer. Ein weiterer gehörte dem Schriftsteller Marcel Pagnol, dessen 601 mit Spezial-Ponton-Karosserie im Film „Le Schpuntz“ mit dem Komiker Fernandel eingesetzt wurde.

Es ist durch zeitgenössische authentische Fotographien inzwischen sogar nachgewiesen, dass mindestens ein Eclipse von den deutschen Besatzern requiriert und für den Militärdienst herangezogen wurde.

Die Eclipse-Karosserien wurden auf Fahrgestelle der Serienlimousinen aufgebaut und auch mit der serienmässigen Motorisierung versehen.

Die Länge variiert zwischen 5,00 Meter für den 2/3-Sitzer „E4“, dessen Basis die Limousine „N4“ ist und 5,30 Meter für die auf Grundlage des 402 BL aufgebauten späten 4/5-Sitzer „E5T“

Im Juni 2007 begannen die Vorbereitungen der Ausstellung. Mit meiner Idee lief ich sowohl beim Veranstalter der Messe, der RetroPromotion GmbH als auch bei der uns in vorbildlicher Weise unterstützenden Peugeot Deutschland GmbH offene Türen ein. Die Messe sagte uns einen Stand mit einer Fläche von fast 400 m² auf der Galerie in Halle 1 zu. Diese Halle ist mit 25.000 m² die größte der Messe (Gesamtfläche aller 9 Hallen rund 100.000 m²) und war für die repräsentativen Auftritte der Hersteller sowie auf der umlaufenden Galerie für spezielle Clubauftritte vorgesehen. Außer uns präsentierten sich auf dieser Galerie noch der Rolls-Royce- sowie der Maserati-Club, das Schlumpf - Museum Mulhouse, die Fordclubs mit der Sonderschau 100 Jahre Modell T und der Allgemeine Schnauferl Club mir einer Sonderschau „Rennwagen der Messingära“. Darüber hinaus sagte uns die Messeleitung zu, den Transport der beiden Eclipse aus dem Peugeotmuseum zu organisieren.

Nach diesen „Freigaben“ begann ich, nach Ausstellungsstücken zu fahnden. Im einzelnen bekam ich Zusagen von Peugeot Deutschland, dem Musee Peugeot sowie dem Museum für konkrete Kunst in Ingolstadt zu folgenden Fahrzeugen:

Peugeot 401 D Eclipse – Karosserie „CE1“, Fahrgestellnummer 590.262

Dieser 401 Eclipse aus dem Besitz des Peugeotmuseums Sochaux wurde im Mai 1935 bei Pourtout gebaut und am 31.07.1935 nach Auch / Gers ausgeliefert. Die Farbe und Ausstattung sind die gleiche wie bei der Auslieferung. Der Wagen ist der Allgemeinheit inzwischen durch den Werbespot für den 207 CC aus dem Fernsehen bekannt.

Der Preis des Autos lag rund 35 % höher als bei der Serienlimousine des 401 und rund 3 Mal so hoch wie der des Einsteigertyps 201.

Peugeot 402 L Eclipse – Karosserie „E4Y“
Fahrgestellnummer 615527 / Karosserienummer 46

Dieser Wagen aus dem Jahr 1936 gehört dem Peugeot Museum in Sochaux/F und ist erst wenige Male in Deutschland zu sehen gewesen – u.a. auf der Schau „100 Jahre AvD“ anlässlich der IAA 1999 in Frankfurt und 2003 auf der RetroClassics in Stuttgart.

Das Fahrzeug wurde von Peugeot im Werk La Garenne gebaut und am 05.01.1937 nach St.Maurice / Val de Marne ausgeliefert. Farbe und Ausstattung entsprechen dem Auslieferungszustand.

Peugeot 402 LE Eclipse – Karosserie „E4Y“
Fahrzeug mit Cotalgetriebe, Fahrgestellnummer 478121 / Karosserienummer 240

Dieser Wagen, der heute der Peugeot Deutschland GmbH in Saarbrücken gehört, wurde am 31. Mai 1937 nach Paris ausgeliefert. Weitere Eigentümer – vollständig sind sie heute auch zu diesem Wagen nicht mehr bekannt – waren Monsieur Emile Carey sowie Monsieur Pierre Baraille.

Die Peugeot Deutschland GmbH hat das Auto im Frühjahr 2000 von einem Privatmann in der Nähe von Toulouse erworben und als offizieller Partner der „Expo 2000“ in Hannover im französischen Pavillion ausgestellt.

Technisch wurde er Anfang 2001 bei der Fa. „Auto Bastian“ instand gesetzt; erster Testlauf danach war die „Saar-Lor-Lux-Classique“ im Mai des gleichen Jahres. Dabei absolvierte er etwa 600 km. Nach Behebung von einigen kleineren Mängeln wurde er vom 21. – 29.7.2001 im Rahmen der Markteinführung des 206 CC bei den

2000 Kilometer durch Deutschland

erfolgreich eingesetzt. Bei dieser Zuverlässigkeitsfahrt legte er pannenfrei 2.834 Kilometer innerhalb von 7 Tagen zurück.

Seither wurde er hauptsächlich bei größeren Messen und Veranstaltungen – so z.B. auf der RetroClassics, der TechnoClassica in Essen und in der „Avenue Peugeot – Unter den Linden“ in Berlin für Promotionzwecke eingesetzt. 2004 war er bei der Silvretta Classic Montafon dabei.

Zur Zeit wird nach aufwändiger und fast zwei Jahre dauernder Instandsetzung der Karosserie bei der Fa. Diemer und Dalheimer in Saarbrücken die abschliessende Lackierung vorbereitet.

Peugeot 402 L Eclipse – Karosserie „E4Y“
Fahrgestellnummer 616895 / Karosserienummer 266

Dieser Wagen, der heute dem Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, Bereich Design gehört, wurde am 8.8.1937 nach Tananarive/Madagaskar ausgeliefert. Weitere Eigentümer – vollständig sind sie heute nicht mehr bekannt – waren Monsieur Lerondel sowie die Renault Niederlassung Haegeli.

Der Auslieferungszustand war vermutlich grau (gris 419) mit hellbrauner Lederpolsterung. Da der Wagen mehrfach umlackiert wurde, ist das heute aber nicht mehr absolut sicher nachvollziehbar.

Das Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt hat den Wagen im Jahr 2000 von Herrn Francis Haegeli aus F-Hilsenheim (Departement 67) erworben.

Die aufwändige Restauration in den jetzigen schönen Zustand dauerte von Januar 2001 bis April 2003 nahezu 2 ¼ Jahre. Sie wurde von der Fa. Oldtimer-Klassics - Johannes Schilcher“ in CZ 50303 Hradec Krlove (ehemals Königgrätz) durchgeführt.

Die aktuell verwendete Farbzusammenstellung ist historisch für Schwesterfahrzeuge belegt. Die Farbe des Lacks nennt sich „Peugeot Ivoire 1037“.

Besitzer: Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt -
Bereich Design
www.mkk-ingolstadt.de

Außerdem stand natürlich mein eigener Eclipse 2-Sitzer mit elektrischer Dachmechanik zur Verfügung:

Peugeot 402 Eclipse – Karosserie „E4“, genannt „Nautilus“
Fahrgestellnummer 601524 / Karosserienummer 58

Es handelt sich um ein Fahrzeug der ersten Serie mit geteilter Frontscheibe und ab Werk installierter elektrischer Dachmechanik.

Lt. Auskunft der Fa. Peugeot gehören Fahrgestell-, Motor- und Karosserienummer zusammen und entsprechen - bis auf den wohl Ende 40er Jahre in der Schweiz vorgenommenen Umbau der Front - dem Auslieferungszustand. Nach Recherchen bzw. Auskunft des Internationalen Eclipse-Registers ist der Wagen im ersten Quartal 1936 hergestellt worden.

Die Auslieferung nach Nizza wurde laut vorliegender Info der Fa. Peugeot aber erst per 30.6.1937 durchgeführt. Zu dieser Zeit wurde die Karosserieform „E 4“ der ersten Serie definitiv nicht mehr gebaut.

Es ist unwahrscheinlich, dass ein solches Fahrzeug über 1 ½ Jahre „auf Halde“ stand. Das legt die Vermutung nahe, dass – unabhängig davon, ob eine Bestellung geplatzt ist oder Peugeot ihn gleich für Werbezwecke gebaut hat - der Wagen von Peugeot in den Jahren 1936 und 1937 genutzt worden ist. Die wahrscheinlichste Einsatzmöglichkeit war die Ausstellung auf diversen Fahrzeugmessen. Insoweit ist zu unterstellen, dass es sich um einen der Wagen, die beim Genfer Salon und bei der Pariser Autoschau etc. gezeigt wurden, handelt.

Nach der Auslieferung verliert sich die Spur des Wagens zunächst. Die Kriegsjahre wird er wegen des Standortes Nizza, der im unbesetzten Teil Frankreichs liegt, ohne Requirierung zum Militär unbeschadet überstanden haben.

Anfang der sechziger Jahre taucht der „E4“ in der Schweiz mit der veränderten Front – wohl angelehnt an die Le Mans-Rennwagen der 402 Serie mit „Darl’Mat-Roadster-Karosserie“ bzw. zeitgenössische Delahaye und Delage - wieder auf.

Wann, warum und von wem der Umbau, der handwerklich sehr professionell gemacht ist, vorgenommen wurde, ist nicht bekannt. Aufgrund stilistischer Ähnlichkeiten, der verwendeten elektrischen Bauteile und des Standortes in der Schweiz ist es aber wahrscheinlich, dass er Ende der 40er/Anfang der 50er Jahre von der Fa. Graber oder bei Carosseriebau Worblaufen ausgeführt wurde. Für beide Firmen ist nachgewiesen, dass sie sich mit Umbauten von Peugeot 402 z.B. zu Cabriolets beschäftigt haben.

Letzter bekannter Schweizer Besitzer war die Fa. Autoverwertung E. Joller aus Neuenkirch/Kanton Luzern. Im Jahr 1964 wird der Wagen von Herrn J. Neubert aus Kornwestheim, Besitzer eines Autohauses, gekauft, damit vor der Verschrottung gerettet und nach Deutschland gebracht. Die Zoll- und Einfuhrpapiere dazu liegen mir im Original vor (Zollnummer F IV/64 Nr. 1281, Datum 30.12.1964).

Kurz darauf begann Herr Neubert zusammen mit dem befreundeten Hans Grieger die Wiederinstandsetzung. Im Jahr 1975 – also mehr als 12 Jahre nach dem Kauf - fuhr der Wagen wohl erstmals wieder aus eigener Kraft, nachdem von beiden sehr viele Wochenenden investiert worden waren. Leider ging es dem Autohaus Anfang der 80er Jahre schlechter. In diesem Zusammenhang kam es zum Zerwürfnis zwischen den Freunden, das bis zum Einsatz von Anwälten führte. Endergebnis dieser Auseinandersetzung war, dass der Eclipse beschlagnahmt und Herrn Grieger übereignet wurde. Dieser hatte dann keine Zeit mehr, sich um den Wagen zu kümmern, da er langjährig in den USA lebte. Letztmalig aus eigener Kraft wurde der „Nautilus“ laut Auskunft eines Freundes von Herrn Grieger, der dabei war, ca. 1989 bewegt, als er auf Achse in eine Garage in Heuchlingen gefahren wurde. Dort wurden alle vorhandenen, weitgehend demontierten Teile hineingepackt. Im Anschluß fiel er in einen Dornröschenschlaf und wurde praktisch vergessen.

Erst durch den Tod von Herrn Grieger im Jahr 2005 wurde die Existenz des Wagens einem sehr kleinen Kreis von Eingeweihten wieder bekannt und im Mai 2007 konnte er von mir erworben werden.

Der Wagen wurde erstmals seit über 40 Jahren der Öffentlichkeit gezeigt und befindet sich in dem Zustand, in dem er im Mai 2007 vorgefunden wurde.

Ein sechster Eclipse aus dem Besitz von Herrn Golz war ebenfalls für die Ausstellung vorgesehen, das Fahrzeug musste jedoch eine Woche vor Ausstellungsbeginn zurückgezogen werden, da die begonnene Restauration sich länger hinzog als geplant. Statt dessen stellte ich meine schon mehrfach auf Concoursveranstaltungen prämierte 402-Limousine als „technische Grundlage“ der 402-Eclipse aus.

Zeitgleich mit der Beschaffung der Fahrzeuge recherchierte ich zur Geschichte des Metallklappdachs im Allgemeinen und der Peugeot-Eclipse im besonderen.

Sehr hilfreich war hier das Internet; über EBAY USA konnte ich sogar einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 1928 zum Urvater aller „Rectables“, dem auf einem Hudson Coupe aufbauenden „Ellerbeck Convertible“ auftreiben. Mit Mr. Ellerbeck hatten die Herrn Peugeot, Paulin und Darl’Mat 1933/34 Kontakt aufgenommen, um die Patente abzustimmen. Angeblich gibt es heute keine Bilder des Ellerbeck – Hudson mehr. Das konnte ich aufgrund des Zeitungsartikels aus einer lokalen Zeitschrift des mittleren Westens der USA, der drei Bilder enthält, inzwischen widerlegen.

Des Weiteren darf ich mich beim in LeMans geführten „Eclipse-Register“ für die aus dessen Bereich erhaltenen Infos bedanken. Meine Recherchen ergaben folgende Historie der Klappdachcoupes:

Seit Mitte der 20er Jahre haben Ingenieure mit der Idee eines einklappbaren Stahldachs experimentiert. Die Peugeot Eclipse waren die ersten Fahrzeuge, bei denen die technische Umsetzung in größeren Stückzahlen erfolgte. Folgend die derzeit bekannten Wagen in zeitlicher Reihenfolge:

Baujahr Fabrikat/Typ Hersteller Produktionszahl Konstrukteur Land

1927 Ellerbeck Convertible Coupe Ellerbeck 1
George Ellerbeck USA

1933 Lancia Belna Eclipse Pourtout 1
Georges A. Paulin Paris /F

1933 Peugeot 301 Eclipse Pourtout 1 Georges A. Paulin Paris/F

1934 Peugeot 401/601Eclipse Pourtout 100 Georges A. Paulin Paris/F

1935/36 Peugeot 402 Eclipse (E4) Pourtout 80 Georges A. Paulin Paris/F

1936-1939 Peugeot 402 Eclipse (E4Y u.a.) Peugeot 500 Georges A. Paulin La Garennes/F

1948 – 1951 Playboy Playboy Motorcar Coorp. 100
1956 – 1960 Ford Fairlane 500 Skyliner Ford/USA mehrere 1000
Detroit/USA

1961 Ford 17 M Sportolet Karosserie Bauer < 10 Köln/D

1983 MB 500 SEC/ bb Magig Top 7 Buchmann 1 ? Rainer Buchmann Frankfurt/D

1983 – 1986 Audi Quattro Roadster Treser 50 Walter Treser Ingolstadt/D

Ab 1996 MB SLK Daimler-Benz * 500.000
Team Karman Bremen/D

Ab 2000 diverse Hersteller u.a. mit den Typen Peugeot 206 CC, 207 CC, 307 CC,
Daihatsu Copen, Nissan Micra C+C, Lexus SC, Mitsubishi Colt CZC, Opel
Tigra, Opel Astra, VW Eos, Ford Focus, Renault Megane CC, Cadillac XLR,
Mercedes SL, Volvo C 70 usw.

Seit dem Jahr 2004 liegt der Absatz der „Rectables“ in Deutschland über dem der klassischen Cabrios mit Stoffdach.

Auch die Geschichte des Erfinders der „Eclipse-Mechanik“, George Paulin, stellte ich dem Messepublikum vor.

Georges Paulin – Automobildesigner, Aerodynamiker, Erfinder des elektrischen
Stahl-Klappdaches und Held der Resistance

Georges Paulin wurde im Jahr 1902 als Sohn eines kleinen Markthändlers in den „Fortifs“ – Pariser Vierteln, die vor dem ersten Weltkrieg in etwa den heutigen „Banlieu“ entsprachen – geboren. Er verlebte eine schwierige Kindheit. Als er im Jahr 1918 bei Angriffen der kaiserlich deutschen Armee seine Mutter verlor, markierte das das Ende seiner Jugend.

Obwohl begabter und intelligenter Schüler, war er nicht in der Lage, sich der strengen Disziplin des damaligen Unterrichts anzupassen. Er verließ bereits mit 14 Jahren die Schule und arbeitete als Gehilfe eines Zahntechnikers. Schon zu dieser Zeit war er ein hervorragender Zeichner und Konstrukteur und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit dem damals relativ neuen Automobil.

Im Jahr 1931 ließ er sich seine Idee des einklappbaren Stahldaches am Automobil patentieren. Außerdem erhielt er bis zum Jahr 1935 mehrere Patente für versenkbare Windschutzscheiben und Scheinwerfer.

Darauf wurde der Karosseriebauer Pourtout aufmerksam, so dass er seinen Beruf als Zehntechniker aufgeben und bei Pourtout als Designer arbeiten konnte, wo er bis 1938 tätig war. Aus seiner Feder stammen Entwürfe für ein Panhard-Coupe, ein Unic-Cabriolet, einen eindrucksvollen Delage D 8, den stromlinienförmigen Talbot Lago Rekordwagen , einen Riley-Rennwagen und nicht zuletzt für die bei den 24 Stunden von LeMans in den Jahren 1936 – 1938 erfolgreichen Peugeot 302/402 des Pariser Peugeothändlers Emile Darl’Mat.

Seine große Idee blieb jedoch, den Kunden ein Auto anbieten zu können, das die Vorteile von Cabriolet, Roadster und Coupe in sich vereint. Da er zu dieser Zeit – wie eigentlich sein ganzes Leben lang – nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügte, musste er sich zur Finanzierung eines ersten Prototypen an seinen Arbeitgeber Pourtout wenden. Dieser baut zum Pariser Salon 1933 auf dem Chassis eines Lancia Belna einen „Eclipse“ auf, dessen elektrischer Dachmechanismus sich in 15 Sekunden öffnen und schließen sollte. Leider bekam man nur 65 % des benötigten Kapitals zusammen, so dass der Wagen nicht rechtzeitig zum Salon fertig wurde. (Dieser Wagen existiert heute noch)

Im Jahr 1934 schoß ein Mitglied der Familie Paulin die zum Bau eines zweiten Prototyps notwendigen Mittel vor. Man entschied sich für den Karosserieaufbau auf Basis eines Chassis des erst kurz zuvor erschienenen Peugeot 301. Der große Pariser Peugeot Händler und „Tuner“ Emile Darl’Mat (er betrieb für Peugeot quasi die Rennabteilung) entdeckte das Fahrzeug und brachte den Peugeot Konzern dazu, es beim Salon im Oktober auf dem Peugeotstand auszustellen und bei Pourtout eine Kleinserie von 80 Eclipse auf Basis des Mittelklassemodells 401 und 20 auf Basis des Oberklassewagens 601 in Auftrag zu geben.

Nach diesem Erfolg entstehen Ende 1935 auf Basis des revolutionären 402 bei Pourtout weitere 80 Eclipse als Zwei/Dreisitzer. Alle bei Pourtout gebauten Wagen sind mit der von Paulin entwickelten elektrischen Dachmechanik ausgestattet. Nach Problemen mit den der Belastung nicht wirklich gewachsenen damaligen Batterien entschiedt Peugeot Mitte 1936, die weiteren (insgesamt noch rund 500) Eclipse im eigenen Werk La Garennes zu fertigen und auf manuelle Mechanik umzustellen.

Paulin selbst arbeitet weiter bei Pourtout und entwickelt für Darl’Mat den 302/402 Special Roadster bzw. das hinreißend schöne Coupe der Serie. 1937 gehen mehrere dieser Roadster in LeMans an den Start und erringen trotz weit unterlegener Motorleistung die Plätze 7, 8 und 10 in der Gesamtwertung, 1938 avanciert ein einzelner Wagen zum Klassenfünften in der Wertung bis 2 Liter Hubraum.

Im Jahr 1938 entwirft er für den Rennfahrer Andre Embiricos ein 4 – sitziges Coupe auf Basis eines Bentley. Das Ergebnis war überwältigend und weckte die Aufmerksamkeit der Chefetage der Fa. Rolls-Royce/Bentley, die ihm ein hervorragendes Angebot machte, um seine Fähigkeiten als Aerodynamiker zu nutzen. Er folgte dem Ruf nach Großbritanien und zeichnete ür diese Firma er insbesondere den 1939er Corniche und den Comet Competition, der 1940 in LeMans an den Start ging

Nach dem deutschen Überfall auf Frankreich kommt Paulin wenige Tage nach dem mit der Vichy-Regierung geschlossenen Waffenstillstand nach Paris zurück, um gegen die Nazis zu kämpfen. Er baut dort mit Hilfe seines dem britischen Secret Intelligence Service (MI 6) angehörenden Freundes Kellner eine der ersten Resistance-Zellen auf. Am 1. November 1941 wird er nach der Denunziation durch einen französischen Gestapo-Spitzel verhaftet und zum Tode verurteilt. Am 23. März 1942 wurde er in Paris zusammen mit 4 weiteren Resistancekämpfern erschossen.

Posthum erhielt er das Croix de Guerre, Frankreich wartete mit der Verleihung der Wiederstandmedaille unter dem Vorwand, dass er für den englischen MI6 tätig war, jedoch bis Anfang der 70er Jahre.

Nach Monaten der theoretischen Vorbereitung der Sonderschau ging es Ende Dezember 2007 dann praktisch los. Da wir in vollkommen neuen Räumen ausstellen sollten, konnte der größte Teil des bisherigen Equiments, das für die Fläche in der alten messe angeschafft war, nicht mehr benutzt werden. Es waren ein Partyzelt, zusätzliche Tische und Tresen, die „Abgrenzung“ für die Fahrzeuge und vieles mehr zu beschaffen. Diese finanziellen und teilweise auch handwerklichen Investitionen lohnen sich aber, da wir das Material künftig weiter nutzen können.

Nun war die Werbung für unsere Sonderschau in die Wege zu leiten. Mit Rundschreiben erhielten die Mitglieder des Registers Karten, die zum reduzierten Eintritt in die Messe berechtigten. Ich informierte alle benachbarten nationalen sowie die deutschen Peugeotclubs, befreundete Oldtimerclubs, die wichtigen Oldtimerzeitschriften sowie eine Vielzahl von Internetforen, die sich dem Thema Oldtimer verschrieben haben. Parallel lancierten Peugeot Deutschland sowie die Messe Stuttgart Pressemitteilungen.

Dies alles führte dazu, dass wir in sehr vielen Medien namentlich genannt wurden und der regionale Fernsehsender „SWR 3“ unseren Stand sowohl in einer Vorabsendung am 13.3. als auch – mit einem kurzen Interview – in der Zusammenfassung am 17.3. zeigte. Außerdem drehten das russische Fernsehen sowie ein US-Sender bei uns.

Sehr stolz bin ich darauf, dass mehrere Mitglieder des Vorkriegsregisters es sich nicht nehmen lassen, jedes Jahr Standdienst bei der RetroClassics zu machen. Dies sind die Ehepaare Ilse und Egon Gothmann, die extra rund 700 Kilometer aus Hamburg anreisen und Inge und Heiner Neubauer aus der Gegend von Bayreuth sowie Erich Reck, der die technische Beratung übernimmt.

Ganz herzlich bedanken möchte ich auch bei meiner Frau, die mir immer hilfreich zur Seite steht und den gesamten Bereich der Bewirtschaftung unseres Clubstandes managed Ein weiteres Dankeschön an die Mitarbeiter von Peugeot Deutschland, insbesondere Frau Melanie Hippler und Herrn Schalberger die für alle Anfragen, Wünsche und Anregungen stets ein offenes Ohr haben.

Am Mittwoch, dem 12.3. traf sich das Aufbau/Standbesatzungsteam ab 8.00 auf unserer Fläche. Als gegen 14 Uhr der erste Lastwagen mit dem Eclipse des Museums für Konkrete Kunst Ingolstadt ankam, stand der separate „Clubbereich“ schon weitgehend. Gegen 16 Uhr war sowohl der Transport meines eigenen Eclipse und meiner Limousine erledigt als auch der – mitten aus der Restauration herausgeholte – Eclipse der Peugeot Deutschland GmbH angekommen. Auch die Techniker einer Firma, die uns kostenfrei eine etwa 3 m² große Videowand zum Abspielen eines Films überlassen hatten, waren da und die Wand incl. technischem Zubehör funktionierte.

Was noch fehlte, waren die beiden Wagen aus dem Museum in Sochaux. Es gab einen gehörigen Schrecken, als sich nach diversen Telefonaten mit Frau Hippler/Peugeot Deutschland als auch der RetroPromotion herausstellte, dass der zugesagte Transport schlichtweg vergessen worden war. Hier nochmals ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an Frau Hippler, die es fertig brachte, innerhalb weniger Stunden den Transport doch noch zu organisieren, so dass die beiden Wagen im Lauf des Vormittages des 13.3. von Gefco angeliefert wurden.

Beim offiziellen Messebeginn am Donnerstag um 14 Uhr war unser Stand dank des Engagements aller ein echtes Schmuckstück der Messe und wurde - wie aus den Reaktionen vieler Fachbesucher zu entnehmen war – als eine der Hauptattraktionen angesehen.

Der Messeauftritt war für uns ein voller Erfolg. Mit insgesamt rund 50.000 Messebesuchern wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2007 um rund 10 % überboten. Viele davon kamen auf unseren Stand und die Mannschaft konnte nicht oft genug die Technik der Metalldächer demonstrieren; insbesondere, da wir ja verschiedene Exemplare mit unterschiedlichen Lösungen – von der frühen elektrischen Technik im Zweisitzer E4 über die nachgerüstete Kurbellösung im Museums-401 bis zur rein manuellen Öffnung in den E4Y – zeigen konnten.

Mein Zweisitzer E 4 ist einer insgesamt von nur noch 5 bekannten Eclipse mit elektrischer Dachmechanik. Glücklicherweise ist es rechtzeitig zur Messe gelungen, das Dach wieder gängig zu machen. Genau mitgezählt haben wir nicht, aber über die Laufzeit der Messe weg mussten wir den Öffnungsvorgang rund 200 Mal zeigen. Interessant ist, dass sich das Dach mit einer modernen Batterie über 40 mal öffnen und schließen lässt, bevor sie leer ist. Für die Messezeit hatten wir den Wagen allerdings über ein Ladegerät an das elektrische Leitungsnetz angeschlossen.

Einige Fachbesucher sagten uns, sie hätten befürchtet, dass das Zeigen von 5 Eclipse – ähnlich wie beim Zusammenstehen von mehreren Mercedes-Flügeltürern – langweilig wirken können. Zu Ihrer Überraschung war das nicht der Fall, da bei 5 Autos drei verschiedene Karosserievarianten und drei unterschiedliche Erhaltungsstadien gezeigt wurden. Sehr angetan waren sie auch von der Menge und dem Informationsgehalt des von uns zusammen- getragenen schriftlichen Materials

An bekannten Besuchern durften wir Herr Urs Ramsauer vom Swiss Car Register (Chef der Auswahlkommission für den Concours beider Villa d’Este), Herrn Johannes Hübner vom AvD sowie seine königliche Hoheit Carl Herzog von Württemberg begrüßen. Von Peugeot Deutschland war Herr Direktor Schalberger mit seinem Mitarbeiterstab vor Ort, vom Peugeotmuseum Herr Direktor Loic Henouil sowie Herr Rudolf Oberhäuser. Außerdem kamen der Direktor der Collection National Mulhouse (Musee Schlumpf), Herr Emanuel Bacquet sowie der Präsident des Fördervereins des Museum, Herr Bernard Jaeggy, um unsere Exponate anzuschauen.

Darüber hinaus besuchten uns die Präsidenten der Peugeotclubs aus Österreich, Herr Michael Mailling sowie Belgien, Herr Jean Pierre Clerens Außerdem waren verschiedene bekannte deutsche Fachjournalisten bei uns, so dass wir hoffen, in den Berichten der Oldtimerzeitschriften über die Messe nochmals erwähnt zu werden.

Eine kleine Sensation ergab sich am Samstag Nachmittag: Ein Besucher aus Österreich sprach mich an und erzählte, dass er einen Peugeot 401 in restaurationsbedürftigem Zustand aus Tschechien geholt habe. Der Wagen habe eine Coupe-Karoserie, die aber in keinem Buch erscheine. Glücklicherweise hatte er die technischen Daten wie Fahrgestell- und Karosserienummer sowie mehrere Fotos bei der Hand. Bei Prüfung stellte sich heraus, dass es sich um einen ehemaligen Eclipse handelte, der aus unbekannten Gründen zugeschweißt worden war. Mit diesem Fahrzeug sind nun weltweit 4 Peugeot 401 Eclipse bekannt. Der Besitzer ist inzwischen Mitglied im Peugeot Vorkriegsregister und ich habe den Kontakt zum Eclipse-Register hergestellt. Das Auto soll im Lauf der nächsten Jahre wieder in seinen ursprünglichen Zustand gebracht werden.

Am Samstagabend hatten wir dann den Höhepunkt zu absolvieren: Die RetroNight.

Diese Abendveranstaltung findet nur in der Halle 1 statt und dauert bis tief in die Nacht.
Als Programm gibt es eine Modeschau, Auftritte von bekannten Rock- und Schlagerstars – dieses Jahr u.a. die „Pussycats“ sowie die „Doors“ – und ähnliches. Erwartungsgemäß wurden wir nicht mit Preisen bedacht, da mehrere der bei uns zu sehenden Fahrzeuge bereits in früheren Jahren mit RetroClassic-Oscars ausgezeichnet worden waren. Das Publikum ist hier anders als auf der Messe selbst. Viele Aussteller erwerben Karten und verschenken diese an ihre Kunden. Das Ergebnis ist, dass nur relativ wenigen Oldtimerliebhabern Scharen von Partygängern, Prominenten und Mitgliedern der Stuttgarter Highsociety, die vorwiegend kommen, um gesehen zu werden, gegenüberstehen. Aber wer die Ehre hat, in Halle 1 auszustellen, hat auch die Verpflichtung, bis zum Ende anwesend zu sein… Mit Baguette, französischem Käse und Vin Rouge sowie netter Gesellschaft insbesondere von Registermitgliedern feierten wir bis weit nach Mitternacht.

Trotz der langen Nacht war die gesamte Standbesatzung pünktlich um 9 Uhr wieder anwesend. Der Sonntag ist der „Familientag“. Bis zum Abend mussten wir wiederum fast ununterbrochen die Mechanik der „Eclipse“ vorführen und viele, viele Fragen beantworten. Die häufigste dürfte „ja, hat das Mercedes Benz gar nicht erfunden?“ gewesen sein.

Äußerst bewegende Momente erlebte ich, als die Witwe von Herrn Neubert, der meinen E4 im Jahr 1964 vor der Verschrottung in der Schweiz gerettet hat und ihn bis ca. 1975 in den heutigen Zustand versetzte, unseren Stand besuchte. Frau Neubert stand sprachlos vor dem Auto und streichelte es. Als sie sich wieder gefasst hatte, berichtete sie uns ausführlich über die Zeit, als der Wagen im Besitz ihres 1992 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen Mannes war. Im Vorfeld hatte ich über ihren Sohn bereits Schmalfilme bekommen, die den Wagen gegenüber heute nahezu unverändert bei seiner ersten Fahrt nach der technischen Instandsetzung 1975 zeigen. Diese Filme hatte ich digitalisieren lassen und wir konnten sie auf einer ca. 3 m² großen Videowand während der gesamten Messe ergänzend zum Auto laufen lassen.

Insgesamt waren während der Messe mindestens 100 unserer Mitglieder, die teilweise weite Anreisewege (z.B. aus Berlin, dem Rheinland, der Schweiz, dem Saarland oder Ostbayern) in Kauf genommen hatten, beim Stand vorbeigekommen. Wir konnten einige neue Mitglieder gewinnen und führten sehr interessante Fachgespräche. Als um 18 Uhr die Messe geschlossen wurde, waren wir erschöpft, aber äußerst zufrieden.

Auch der Abbau am Sonntag Abend sowie am Montag verlief weitgehend problemlos, so dass wir uns gegen 15 Uhr voneinander verabschieden und den Heimweg antreten konnten. Ich selbst war erleichtert, als mir am Montagabend dann mitgeteilt wurde, dass alle Autos ihre Heimatorte unbeschädigt erreicht hatten.

So, nach der Schau ist vor der Schau – die nächste RetroClassic in Stuttgart findet vom 9.- 12. März 2009 statt und ich plane schon jetzt dafür. Unter dem Motto „120 Jahre Peugeot. Motorfahrzeuge“ möchten wir dann 6 – 7 Exponate der Baujahre 1892 – 1925 zeigen.

Ich würde mich freuen, wenn viele Leser nächstes Jahr den Weg zu uns finden würden.

Michael Kreuz


Diskussionen


Beiträge sortieren nach
oldies
oldies 03.08.2010

Hi, bin neu hier....

hat jemand Interesse an Ersatzteilen eines 504 Cabrio? Kann 2 Türen, Verdeck ,Lampen usw. anbieten. Standort ist 55232 Alzey. Tel. 0176-78428672

VG R.

PeugeotEclipse
PeugeotEclipse 26.04.2008

Hallo Peter, freut mich, daß Dir unsere Schau gefallen hat. Der Stand auf der Galerie war aus meiner Sicht nicht so schlecht, insbesondere hatten wir ja wirklich Platz ohne Ende.

Die Planung für 2009 läuft. Wir werden unter dem Motto "120 Jahre Peugeot Motorfahrzeuge" Autos der Marke aus der Zeit von ca. 1895 bis etwa 1930 zeigen. Glanzstück wird vermutlich der Typ 184.

Zusätzlich bekommen wir eventuell vom Peugeotmuseum noch neuere Showcars wie z.B. den Tuareg oder den Hoggar.

Gruß Michael

pkabel
pkabel 26.04.2008

Die Show in Stuttgart war wirklich klasse. Schade, daß ihr auf die Empore "verbannt" wart, denn die Fahrzeuge waren wirklich einzigartig. Bin natürlich ken Expertek, aber ich war schwer beeindruckt!

Und: ich hatte sogar schon mal einen Peugeot 304 (in orange !) ud einen Peugeot 504 (in rot!).

Peter

  • 4.7 BEWERTUNG ABGEBEN

  • AUF DEM MERKZETTEL PARKEN

  • DIESE SEITE WEITEREMPFEHLEN

  • NACHRICHT AN DEN FAHRER


Seite empfehlen:

  • Misterwong
  • Oneview
  • Favoriten
  • Delicious
  • Digg
  • Stumbleit