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Fahrer Jelka
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Danke Herr Arnold! 27.01.2008

Über: Opel Kadett

Alles begann am 13.11. des Jahres 2007. Mein Freund Alex entdeckte bei einem seiner täglichen Rundgänge durch die automobile Welt des Ebay einen B-Kadett Caravan. Feuer und Flamme für das Fahrzeug versuchten wir aufgrund des mickrigen Textes und der vier Bilder mehr Informationen vom Verkäufer zu erhalten.

Das Einzige, was wir bis dato wussten war, dass das gute Stück im tiefsten Schwarzwald steht! Nicht nur deshalb gestaltete sich die Kommunikation schwierig, auch nach einem Telefonat mit dem Schwager des Besitzers war ich wenig klüger. Der starke badische Akzent des Mannes sorgte dafür, dass ich mich weiterhin auf E-Mailkontakt einließ, welcher aber aufgrund der Tatsache, dass der Besitzer keinen Internetanschluss daheim hatte, so gut wie nicht stattfand. Alex und ich beschlossen also, es einfach zu riskieren. Hell auf begeistert fieberten wir dem großen Moment entgegen den Kadett zu ersteigern.

Bisher war Alex derjenige, welcher für die Ersteigerungen zuständig war, doch ausgerechnet am 20.11.07 um 17:18:53 Uhr war es ihm nicht möglich vor dem Computer zu sitzen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als selber die magischen Zahlen einzutippen. Vier Sekunden vor Ablauf der Auktion, mit Schweißperlen auf der Stirn und zitternden Händen, bestätigte ich mein Gebot und siehe da, es war vollbracht!

Nach Ende der Auktion wurde dann der Ausflug vom regnerischen Hamburg in das verschneite Sankt Peter geplant. Käferfahrer Nils stellte sich als dritte oldtimerfahrerfahrene Person zur Verfügung und am darauf folgenden Wochenende begann die Unternehmung. Mit einem Kofferraum voller Werkzeug und selbstgemachten Sandwiches als Proviant machten wir uns früh morgens auf den Weg. Gegen Mittag erreichten wir Freiburg, von da an war es praktisch so neblig, dass man nur im Schneckentempo vorankam.

Trotz des Nebels fanden wir den Hof der Hummels sofort. Schon beim Einbiegen in die Auffahrt sahen wir den Kadett. In vollem Glanz stand er in der landwirtschaftlichen Fahrzeughalle zwischen Treckern und Mähmaschinen. Sofort verliebt in den niedlichen Caravan schockierten mich auch die noch mausgraue Innenraumlackierung, diverse schlecht gespachtelte Stellen sowie kleine Rostlöcher und zugekittete Fensterdichtungen nicht.

Nach einer ersten Probefahrt befanden wir den Kadett als hervorragendes Fortbewegungsmittel. Und nach der Geldübergabe und einem heißen Tee lud uns die Familie Hummel ein in einer ihrer Ferienwohnungen die Nacht zu verbringen.

Am nächsten Morgen machten wir uns trotz fehlender Türdichtungen im Regen auf den Heimweg. Nass aber glücklich kamen wir am Abend in Hamburg an. Die erste Nacht verbrachte Kelly, wie die Caravanin liebevoll von mir getauft wurde, in guter Gesellschaft in unserer Scheune.

Nach einigen Tagen bekam ich eine E-Mail vom Zweitbesitzer des Wagens, Herrn Arnold aus Düsseldorf, dieser hatte ihn bei Ebay wiedererkannt und wollte mir ein paar Mitteilungen machen. Ich erfuhr Folgendes:

-Herr Arnold hat den Wagen am 13.04.1990 vom Erstbesitzer für 1000 DM erworben, damals betrug der Kilometerstand 172806.
-Der Originallack war ursprünglich goldmetallic, wurde aber durch eine ockerfarbene Lackierung im Jahr 1985, nach der Beseitigung einiger Korrosionsschäden ersetzt.
-Der Zweitbesitzer hat den Wagen nach dem Kauf erst einmal zerlegt und restauriert (neue Kotflügel, A-Säulen, Schweller, Radlaufbleche und eine gute gebrauchte Hinterachse).
-Anschließend eine komplette Neulackierung in grüntürkis (etwas dunkler als jetzt) mit einem weißen Dach. Als krönenden Abschluss eine Originale Dachrehling.
-Kaum fertig restauriert im Sommer 1992 fährt ein Kleintransporter ihm in München ungebremst ins Heck, wirtschaftlicher Totalschaden.
-Wieder zurück in Düsseldorf (auf eigener Achse) begann der Wiederaufbau und nach 4 Wochen sah er wieder aus wie aus dem Laden.
-Danach hat Herr Arnold noch weitere 4 zufriedene Jahre mit dem Kadett verbracht, bis er ihn am 18.06.1996 mit einem Kilometerstand von 257300 an seinen damaligen Kumpel für 750 DM verkaufte.
-Dieser lackierte irgendwann mal den Wagen in mausgrau und ersetzte auch den Motor samt Getriebe.
-Der Wagen ging nach ihm dann an einen Käufer aus Neuss und die Spur verlor sich......

Wiedererkannt hat Herr Arnold ihn an der geänderten Mitteltunnelabdeckung, welche er damals selber mit Teppich ausstattete. Als Karosseriebauer hat er alle Arbeiten selber ausgeführt, hätte er einen anderen Beruf, dann gäbe es Kelly heute wohl nicht mehr. Vielen Dank Herr Arnold!

Diskussionen


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claudia0110
claudia0110 10.02.2008

Was für eine schöne Geschichte. Toller Wagen ,super Farbe! Viel Spaß mit Kelly !Grüße aus Dortmund !

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