Die gute alte Classic Mobil in der Olympiahalle ist in München seit ein paar Jahren tot. Der geneigte bayerische Oldtimerfan muss sich also nach Alternativen umsehen. So kamen zwei Kollegen und ich im April auf die Idee, es mit der Moto Technica zu versuchen, die zumindest zur Saisoneröffnung in Augsburg als etablierte Veranstaltung auftritt.
Wir entschieden uns, am sonnigen Sonntag den Weg von München nach Nürnberg auf uns zu nehmen. Auf dem Messegelände am Frankenstadion sollte das Ganze steigen. Dort angekommen, wich die Vorfreude relativ schnell einer gewissen Skepsis. Für 8 Euro Eintritt gab es eine mittelgroße Messehalle – nur mit Mühe als vollständig besetzt zu bezeichnen – und ein noch einmal so großes Freigelände. Daneben noch einmal ein relativ knapp bemessener Parkplatz für die mitgebrachten Klassiker. Immerhin war der Eintritt für denjenigen frei, der selbst einen Klassiker mitbrachte. Als „Klassiker“ ging dann aber beispielsweise auch ein nicht ganz korrekter Mercedes-Benz 190 E 2,5-16 Evo II im Diebels-Look durch... Dazu Fahrzeuge, wo man trotz H-Kennzeichen wohl nicht immer von einem Original ausgehen kann, wie Enzmann 506 oder Shelby Cobra, in der 427 S/C-Version, versteht sich. Lustiges Detail am Rande: einer hatte seine Harley auf der Herrentoilette geparkt...
Der Sammler von Nürnberger Zweirädern fand ein durchaus beachtliches Angebot an Teilen und sonstigem Zubehör. Dazu Motorradreifen, etwas Werkzeug und diverse Modellauto- und Literaturhändler – auch deren Angebot nicht gerade überragend. Clubstände Fehlanzeige, dafür ein Militaria-Händler. Alles in allem den Eintrittspreis gerade so wert, die Anreise von München nicht.
Wie auch immer, ich ließ es auf einen zweiten Versuch ankommen und versuchte es im Juni noch einmal in München. Wie gesagt, die Weltstadt mit Herz hat, zumal im 850. Jahr ihrer Gründung, keine etablierte Veranstaltung mehr. Diesmal wählte ich den Samstag und beschloss, den Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen. Schon auf dem Weg nach Freimann im Norden der Stadt fiel auf, dass es keinerlei Hinweise auf die Veranstaltung gab. Wie bereits in Nürnberg war erst unmittelbar vor dem Gelände ein entsprechendes Schild zu finden. Ort des Geschehens war diesmal die Zenith-Kulturhalle und nicht etwa das MOC-Messezentrum in direkter Nachbarschaft. Gut, Vorteil dieser Location ist ja der weitläufige Schotterplatz davor. Aber denkste: bestimmt zwei Drittel davon waren für einen gleichzeitig stattfindenden Flohmarkt reserviert! Und auf dem restlichen, für die Klassiker reservierten Areal standen doch so einige Allerweltsautos, die mit der Veranstaltung nichts zu tun zu haben schienen. Eintritt waren diesmal 10 Euro, dann ab in die dunkle Halle. Das Bild, das sich bot, war weitgehend das gleiche wie in Nürnberg. Zwar finden sich dann doch ein paar Clubstände wie DAVC und Citroën-Veteranen-Club sowie ein Käfer- und TR-Register. In der Halle selbst ist es dafür so dunkel, dass die wenigen sehenswerten Fahrzeuge wie Alfa Montreal, British Salmson 12/70 HP oder Triumph Dolomite fast nicht fotografierbar sind. Die Stimmung unter den Händlern ist dementsprechend nicht besonders gut. Unter den Fahrzeugen, die sich auf dem Freigelände finden, sind ein Osi 20m TS, ein früher Volvo P 1800, Peugeot 404 Cabrio, aber auch diverse Pagoden und so ein „Klassiker“ wie Porsche 964 mit Riesenanschiebebügel und – man ahnt es – eine Shelby Cobra, natürlich eine 427er... Da blieb dann nur der Weg an die Tränke, um das Ganze mit einem Weißbier aus dem Plastikbecher auf sich wirken zu lassen.
Fazit: Manchmal reicht es einfach nicht, eine Veranstaltung groß in Zeitschriften anzukündigen. Angesichts der zudem bescheidenen Location in München und dem grottenschlechten Catering bleibt nur festzustellen, dass die einzig wahre Veranstaltung im Münchener Raum die Oldtimertage Fürstenfeld bleiben. Die gibt’s dann wie immer Ende September und da lohnen sich die 10 Euro dann auf jeden Fall...
Moto was?
Fahrer crazy4citroen
| Eingestellt am: | 22.06.2008 | Zuletzt bearb.: | 22.06.2008 | Gelesen: | 12 | Nominierung: | – |
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Diskussionen
Ähnlich enttäuschend erging es mir letztes Jahr: Nachdem sich die HistoriCar Duisburg in ihren ersten 2 Jahren im Einzugsbereich Ruhrgebiet - NRW – BeNeLux auf attraktive Weise etablieren konnte, scheint nun die große Abzocke angesagt zu sein! Das begann schon am Parkplatz. Die forsche Einweiserin begrüßte mich mit den Worten: „Dann bekomme ich 2,- € von Ihnen!“ Auf meine Nachfrage, dass die für Oldtimer reservierten Plätze die Vorjahre kostenlos waren, erfuhr ich, dass die 2,- € für den „Katalog“ (zu 90 % Werbung) seien. Dass dafür keine Kaufverpflichtung bestand, erfuhr ich wiederum erst auf Nachfrage (gut geschulte Mitarbeiter…). Der große Schock erwartete uns jedoch am Eingang: waren 2005 und 2006 das gesamte Freigelände einschließlich Teilemarkt kostenlos, sollten wir dieses Jahr Eintritt bezahlen (8,- € für Erwachsene ab 14 J., 4,- € für Kinder (!) ab 10 J.). Für uns als kleine Familie mal eben 20,- €, das waren früher immerhin 40,- DM !!! Vor dem Hintergrund der Preisgestaltung des langjährigen Teilemarktes in Recklinghausen mit 3,- € empfahlen wir uns und gingen anderswo Bummeln.