Hier werden heute Heißwasseraufbereitungsgeräte und Radiatoren unter dem Firmennamen Lamborghini produziert. Mit der Fahrzeugproduktion hat der Betrieb nichts mehr gemein, als den Firmennamen.
Lamborghini ein Unternehmen. Ferruccio Lamborghini ein Unternehmer.
| Eingestellt am: | 08.11.2008 | Zuletzt bearb.: | 09.11.2008 | Gelesen: | 43 | Nominierung: | – |
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Über: Lamborghini
In unmittelbarer Nähe zu dieser Fabrik befindet sich die Sammlung der Familie Lamborghini.
In einem kleinen Gebäude werden wunderschöne Exponate, Bilder und Dokumente gezeigt. Hier sehen wir einen der frühen Traktoren der Lamborghini Produktion. Daneben ein kleiner Wagen, den Ferruccio für seinen Sohn gebaut hat.
Ferruccio Lamborghini ist eine wirklich faszinierende Person.
Gleich nach dem Krieg beginnt er mit der Produktion von einfachen Traktoren. Er nutzt Motoren, die die Alliierten nach dem Krieg zurück gelassen haben und propagiert die Motorisierung der italienischen Landwirtschaft.
Ich selbst bin unternehmerisch tätig und habe daher große Hochachtung vor derartigen Geschichten. Ferruccio Lamborghini scheint rastlos an seinem Traktorengeschäft zu arbeiten. Hier sehen wir eine Aufnahme, die ihn in Mannheim zeigt. Bis nach Deutschland verkaufte er schon damals seine Landmaschinen.
Nur ungefähr 30 Jahre später ist er der Kopf eines kleinen Industrieimperiums und fertigt neben Traktoren auch Sportwagen und Hubschrauber.
Ferruccio scheint nicht nur ein außergewöhnlicher Unternehmer gewesen zu sein, sondern auch ein wirklches Marketing Genie. Der Einfall einen Spanischen Kampfstier als Zeichen seiner Marke zu nehmen traf in seiner Zeit ins Schwarze.
Welch verrückte Idee einen Supersportwagen nach einer Kampfstier-Range in Spanien zu nennen? Genial und nachhaltig Erfolgreich bis heute. Der Mythos ist ein Teil der Moderne geworden. Bei Fahrzeugenthusiasten und weit darüber hinaus!
Im Museum ist alles zu sehen. Das erste Fahrzeug mit dem Namen Lamborghini selbstverständlich.
Dabei handelte es sich um einen modifizierten Fiat mit dem Herr Lamborghini die Mille Miglia fuhr
Gleich daneben findet man den Prototypen des GT350. Ein verrücktes Fahrzeug. In seiner Zeit wie von einem anderen Stern. So neu und ungesehen. Ein fahrbereites Exemplar dieses Raumschiffs existiert tatsächlich heute noch und wird von einem Japanischen Sammler gepflegt.
Der 12-Zylinder mit doppelt-obenliegenden Nockenwellen war schon ganz zu Beginn ein wichtiger Teil der Lamborghini-Geschichte. Derartig komplexe Motoretechnik hatte Erzrivale Ferrari damals auch gegen Aufpreis nicht zu bieten. Scheibenbremsen an allen Rädern erst recht nicht und kein Design, daß derart den Atem raubte.
GT350, GT400, Miura, Espada, Jarama, Islero, Countach alle wurden von der selben Maschine betrieben.
Der Urraco war der erste 8-Zylinder
Er sollte in tausender-Stückzahlen produziert werden und Porsche mit dem 911er Konkurrenz machen. Das hat nicht geklappt. Stattdessen wäre Lamborghini fast an der unverhältnismäßigen Ausweitung der Produktion zugrunde gegangen. Auch das ist ein Teil von Unternehmertum.
Davon ist bei diesem Bob Wallace Jarama nichts zu sehen. Wallace war jahrelang Testfahrer und Impressario und für viele der frühen Erfolge von Lamborghini verantworltich.
Während Ferruccio mit Klimaanlagen (er baute die ersten in Italien) sein Geld verdiente wurde aus der Sportwagenschmiede ein Unternehmen mit erstaunlicher und gleichzeitig tödlicher Produktvielfalt.
Die Geschichte wird in vielen tollen Bildern in diesem Buch nachgezeichnet, das man vor Ort kaufen kann. Fabio Lamborghini der Neffe von Ferruccio führt Gruppen frendlich und kompetent durch die Sammlung.
Am Ende mußte Ferruccio die Autoproduktion verkaufen, die Traktoren verkaufen, die Klimaanlagen und Radiatoren-Produktion verkaufen. Ein Unternehmer-Zyklus wie er immer wieder geschieht. Ferruccio hatte seinen Spaß und uns bleiben seine wunderbaren Fahrzeuge.

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Diskussionen
PS. Tolle Geschichte, die Italiener sind wohl mit ihren Produkt-Portfolios immer sehr weiträumig gefahren.
Und jetzt ist die ganze Fahrzeugchose im Besitz von Porsche, mal sehen wie die ihren Mitbewerber absägen, es bleibt spannend (Bis auf das Design der letzten Autos!)