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Erlebnis Silvretta Classic 2008

Fahrer crazy4citroen
Eingestellt am: 04.07.2008 Zuletzt bearb.: 04.07.2008 Gelesen: 15 Nominierung: Nachricht schreiben
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Mille Miglia. Was für eine Faszination übte dieses Rennen auf mich aus, seit ich 1994 den ersten Bericht darüber gelesen hatte, und wie gern wollte ich einmal dabeigewesen sein...

Cisitalia 202 SMM Nuvolari Spider, Teilnehmer bei der 2008er Silvretta Classic

Cisitalia 202 SMM Nuvolari Spider, Teilnehmer bei der 2008er Silvretta Classic

Über eine Einladung der Motor-Presse aus Stuttgart sollte es endlich so weit sein, nun ja fast. Das Ziel hieß nämlich nicht Mantua, sondern Montafon. Die Teilnehmerliste versprach einiges an Mille-Miglia-Flair und auch die Organisation kam mir im Vorfeld reichlich italienisch vor, hatte man es doch binnen vier Wochen nicht geschafft, meine „Backstage“-Karten zuzustellen. Der Freude über einen Tagesausflug ins 250 Kilometer entfernte Herz des Montafons konnte das aber keinen Abbruch tun. Erst als absehbar wurde, dass ich keinen fahrbaren Untersatz dorthin haben würde, weil meine beiden Schätzchen gleichzeitig ihre französischen Zicken auspackten. Also mit dem Zug, so viel länger konnte das ja nicht dauern... Ziel der Reise war Schruns, der Zielort der ersten Tagesetappe.
Die Einstimmung war wunderbar: geniales Panorama, wenn auch ein wenig wolkenverhangen, dazu freundliche Menschen, deren Dialekt so gar nichts österreichisches an sich hatte, und der Blick auf viele versteckte Klassiker in den Hinterhöfen. Von Käfer über GTV 6 bis Ro80 und W123 lang war alles dabei und offenbarte, dass der Österreicher an sich wohl weniger zum Wegwerfen neigt als wir Deutschen.
Vor Ort hieß es dann schnell, sich eine günstige Fotoposition zu suchen, um die Teilnehmer bei ihrer Fahrt über den roten Teppich möglichst vorteilhaft zu erwischen. Die Organisation war für ein kleines Nest wie Schruns recht gut geraten. Das Publikum war bunt gemischt vom Einheimischen bis zum holländischen Touristen. Ein bisschen daneben war aber die Jazzband bzw. deren Sängerin, die vielleicht eher ins Umfeld einer verrauchten Bar gepasst hätte und den Ton nicht immer ganz treffen wollte. Auch der Streckensprecher Johannes Hübner wirkte manchmal, als müsse er die Pausen zwischen den Fahrzeugvorstellungen unbedingt füllen. Heraus kam dabei eine Mischung aus Sponsorenlobhudelei und allen möglichen Halbwahrheiten über die teilnehmenden Fahrzeuge und deren Besitzer. Die Teilnehmer bekamen als Ausgleich für die Strapazen des Tages eine Flasche Holundersekt gereicht, die allerdings nur bei einem Riley-Team Grund zu überschäumender Freude war (der Beifahrer entkorkte das Ding schüttelnd und verteilte den Inhalt gleichmäßig auf Interieur und Gesicht).
Überhaupt das Teilnehmerfeld: einige Teilnehmer wie eine Armada aus Alfa Romeo, Bentley und Mercedes aus Vorkriegstagen erinnerten ein bisschen an die Mille Miglia. Dazu schöne Einzelstücke wie ein Veritas Nürburgring, ein Fiat Balilla mit Spezialkarosserie oder ein Cisitalia 202. Das Gros wurde aber doch von gefühlten 10 Mercedes SL und ebensovielen Jaguar XK, Porsche 356 und diversen ähnlichen Allerweltsklassikern gestellt. Besondere Erwähnung erfuhren die Stars des Auto Motor und Sport-Fahrerkaders, bei denen auffiel, dass sie sich allesamt in geschlossenen, relativ neuen und „komfortablen“ Fahrzeugen bewegten. Ausnahme war Herbert Linge, der stilecht einen Porsche 356 bewegte. Anders als bei der Mille Miglia bekamen fast nur diese bekannten Fahrer nach Aufforderung Applaus, ansonsten war die Atmosphäre wohl eher freundlich-interessiert denn überschwänglich. Das mag aber ein wenig an der Organisation liegen, will heißen der Streckensprecher sprach eben hochdeutsch und nicht einen dem Austragungsort entsprechenden Dialekt. Und auch die bekannten Teilnehmer ließen einen Lokalmatador vermissen.
Gut zwei Stunden später galt es schon wieder, die Heimreise anzutreten durch das inzwischen verregnete Montafon. Diesmal sollte ich es genau kennenlernen, denn der Zug hielt in jedem Kuhkaff an, sogar an einer Station mit Namen „Haselstauden“.
Alles in allem war’s aber eine Reise wert, die ich nächstes Jahr gerne wiederholen werde, dann aber definitiv mit dem eigenen Auto...

Diskussionen


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pkabel
pkabel 07.07.2008

Hallo crazy4citroen, schade daß wir uns nicht getroffen haben. Ich war nämlich ebenfalls dort zusammen mit Sebastian Fiedler dem Redaktionsleiter von Carsablanca..... ---------------------------- ich geben Dir recht: Am Start und Zielort war die Stimmung irgendiwie undefinierbar. Ich bin am zweiten Tag aber der gesamten Route über 300 KM gefolgt und war am Ende begeistert. Insbesondere das von Dir schon angesprochene Rudel der Vorkriegswagen, die sich und den Fahreugen wirklich nicht geschenkt haben. Die sind über die Alpenpässe gekachelt, daß ich mit einem neuen BMW 1er-Mietwagen wirklich Mühe hatte zu folgen.... ------------ davor habe ich Respekt, wenn Menschen keinen Respekt vor dem (hohen) Wert ihrer Fahrzeuge und vor dem Alter überhaupt einfach drauflosfahren. Tolll! Wo wohnst Du eigentlich ?

Peter Kabel

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