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Wunder gibt es manchmal

Fahrer easyberty
Eingestellt am: 31.03.2008 Zuletzt bearb.: 01.04.2008 Gelesen: 28 Nominierung: Nachricht schreiben
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Über: DKW

Mein erstes Auto war 1969 ein DKW 1000 S; er infizierte mich mit dem 2-Takt-Virus.
Schon damals war mein Traum, einmal einen DKW Monza zu haben - bei nur 155 Gebauten und heute einem bekannten Bestand von keinen 2 Dutzend ein eher unwahrscheinliches Erlebnis. Dennoch hat es knapp 35 Jahre später geklappt. Wie das ging, ist eine Geschichte, die vermutlich nur das Leben schreiben kann:

So sieht ein Traum am Anfang aus

So sieht ein Traum am Anfang aus

Vor 5 Jahren kam mir in den Sinn, dass es mal wieder Zeit für einen DKW wäre. Ein 1000 S sollte es nicht sein; den kannte ich ja schon. Einen Monza zu finden, war so wahrscheinlich wie ein Klosteraufenthalt von Britney Spears - also wenigstens ein 1000 Sp (der zu heiß gewaschene Thunderbird). Der einzige, den ich fand, war ein Haufen Schrott zum Preis eines Haufens Kupfer. Was tun? Ich suchte mir die Telefonnummer des AUVC (Auto Union Verteranen Club) heraus. "Guten Tag, lachen Sie mich bitte nicht aus - ich suche einen DKW Monza!" - "Da kann Ihnen nur Herr P. weiterhelfen, die Nummer ist ...."
Ich rufe also Herrn P.an; der Mann fährt selber einen Monza und hat bereits drei Stück restauriert. "Guten Tag, lachen Sie mich bitte nicht aus - ich suche einen DKW Monza!" - "Das ist ja komisch - ich habe von einem gehört, für den ich mich auch interessiere, der muss in Ihrer Nähe sein, die Vorwahl ist ähnlich wie Ihre!" (So hilft einem ein ISDN-Anschluss). "Ach was - wo ist denn das?" - "Keine Ahnung, die Vorwahl ist ..." - "Vielen Dank, das krieg' ich raus".
Die Vorwahl ist die von Versmold, 25 km von meinem Heimatort entfernt - und da kenne ich jemanden, der sich mit alten Sachen auskennt! Natürlich sofort dort angerufen - "Hallo Reinhard, bei euch im Ort soll es einen Monza geben - weißt du was davon?" - "Ja, ich weiß auch bei wem, ich kennen den..." (Glücksgefühl, Jubel) "Bringst du mich zu dem?" - "Klar, komm' vorbei!" Nix wie hin...
Dort stand dann das Auto in einer Scheune (kein Scheunenfund; es war 1996 aus Kanada(!) re-importiert worden und sollte restauriert werden, was nicht geschah - siehe Foto). Dass ich es haben musste, war klar, auch dem Verkäufer. Ich kaufte es also. Dann rief ich Herrn P. an. "Ich habe den Monza gefunden und gekauft - er ist im Zustand 5-, ohne Motor; würden Sie ihn für mich restaurieren?" (Frechheit siegt) Er sagte zu, ich ließ das Auto als Beiladung zu einem ADAC-Rücktransport zu Herrn P. transportieren, und nach nur einem halben Jahr und noch etwas mehr als dem Kaufpreis sah und sieht das Auto so aus wie bei meinem Fuhrpark. Ich bin inzwischen 20.000 km gefahren und bereue nichts.
Durch Einbau eines Elektrolüfters (wie es dazu kam, ist eine eigene Geschichte), einer elektrischen Wasserpumpe und einer elektronischen Zündung (ich höre das Wimmern der Lordsiegelbewahrer) ist das Auto sehr zuverlässig. Gerade wird es auf Scheibenbremsen umgerüstet, die zu finden ähnlich unwahrscheinlich und schwierig war wie das Auto selbst.

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