Habe mir im Dezember 2008 da oben den gekauft, den ganzen Winter daran rumrepariert, nach vielen Mühen im März 2009 endlich die Zulassung bekommen und dann die erste gemeinsame Ausfahrt mit meiner Tochter. Ich wollte sie zu einem Volkshochschulenkurs bringen.
Natürlich.... der erste Weg an die Tanke, denn schließlich hatte er ja Durst. Es fiel schon auf, dass sich die benachbarten Tanker plötzlich mit weniger sinnvollen Begleitarbeiten beschäftigten, und bereits saubere Fenster und unverschmutzte Scheinwerfer putzten, weil sie natürlich das Erlebnis des Davonfahrens nicht verpassen wollten.
Aber dann .... Schlüssel rum ...und nicht mal ein Klack!!! Peinlich. Der Vorbesitzer hatte mir eine ähnlich peinliche Situation geschildert und meinte, man müsse mal an dem Schalthebel wackeln und dann geht er wieder.
Ich wackelte - nichts. Ich schaltete - nichts und wackelte... nichts ... wieder und wieder und wieder - nichts. Ich überprüfte zur Freude der Wartenden den Anlasser. - Nichts.
Die ersten Empfehlungen trafen mein Ohr: Wir können ihn ja anschieben. Ich wollte sie nicht beleidigen, aber um ein 2-Tonnenfahrzeug mit 7,4 l Motor anzuschieben, genügt wohl noch nicht mal eine Fußballmanschaft. Ich redete mich heraus und sagte: Automatikgetriebe, den kann man nicht anschieben...
Nun meine Tochter: Papa, Du mußt mit ihm reden, ihn streicheln....
Toll..., das habe ich jetzt noch gebraucht!!
Ich, genervt rein und raus aus dem Auto, überall geklopft - nichts!!
Ratlosigkeit machte sich breit.
Meine Tochter bot sich an, sie wolle es mal versuchen. Ohne die geringste Hoffnung auf Erfolg ließ ich ihr den Spaß. Aber was war das?? Der Anlasser drehte, er sprang an!!! Alle waren begeistert. Ich: Dass er wieder ging. Meine Tochter: Dass sie ihren Kurs schaffte. Die Wartenden: Dass sie nun auch nach Hause oder eben tanken konnten.
Nur nicht abstellen dachte ich.
Dann: zu Hause probiert - funktionierte! nochmal gefahren, abgestellt, gestartet - funktioniert.
An einem anderen Tag gefahren - gestartet - funktioniert.
Alles schien i.O. Bis zu jenem Tag, als meine Tochter mit dem Oldi zu einer Veransttaltung gefahren werden wollte. Gesagt, getan, mit Angst im Nacken, angekommen, abgestellt, schnell nochmal gestartet - funktioniert - Erleichterung - abgeschnallt und ausgestiegen.
Nach der Veranstaltung: Einsteigen - starten - Nichts!!! Ohne meine Klopfversuche an allen möglichen Bauteilen bot meine Tochter ihre Hilfe an und.... er sprang an.
Verzweifung kam in mir auf! Was hat sie, das ich nicht habe???
Ich ging aber nicht zum Psychologen sondern befragte das Internet. Bekam Hinweise zu defektem Anlasser oder Lenkradswitch am Schalthebel. Den Anlasser schloss ich erst mal aus, aber das mit dem Switch klang logisch.
Ich nahm das 5 cm starke Handbuch, das Englisch-Deutsch Wörterbuch und wollte mich auf die Suche begeben. Das schwere Buch glitt mir aus den Händen, ich konnte es gerade noch greifen und lande mit den Fingern ziemlich weit hinten bei der Beschreibung der Sitze. Ich sehe Kabel in den Sitzen, Sensoren - lese und übersetze und wurde blass. Wenn ich das richtig verstehe, dann startet die Kiste nicht, wenn ein Beifahrer auf dem Sitz sitzt, dieser aber nicht angeschnallt ist. Ich holte sofort meine Tochter aus dem Bett und wollte genau das ausprobieren.
Tatsächlich: Saß sie auf dem Sitz - wirkte sie wie eine Anlassbremse. Schnallte sie sich an, drehte der Anlasser freudig durch. Schnallte sie sich ab - wieder nichts. Beugte sich das Leichtgewicht (meine Tochter) zu mir rüber, um selbst zu starten, entspannte sich der Sensor im Sitz und meldete: Fahrgast ausgestiegen, wir können starten!! Und er drehte durch!!!!!
Die gleiche Technik für den Fahrersitz hatte wohl bereits der erste Besitzer stillgelegt.
Tolle Technik, dachte ich mir, es hätte mir nur jemand sagen sollen.
Den Termin beim Psychologen bestellte ich wieder ab. Meine Tochter ist nun traurig, dass ihre Hände wohl doch nicht so goldig waren, wie sie erhofft hatte.
Heute fahren wir entspannter vom Hof und erinnern uns immer wieder grinsend an unsere erste Ausfahrt.

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Diskussionen
In den 1970er Jahren bekamen die US-Autos jedes Jahr mehr Buzzer und Summer und auch schon Verweigerer eingebaut.
Schön, wenn alles funktionierte! Aber einfach reinpflanzen, Tür ranziehen beim Starten, Hebel auf Dund Fuß ans Gas gelehnt: los? Nein, nein - die Zeiten waren vorbei! Stattdessen:
Schlüssel ins Schloß: brrzzz! Jaja, die Tür ist noch auf, klar, bin ja erst mal eingestiegen. Whang, isse zu. Jetzt Schlüssel drehen? Ist nicht! Warum, bin doch auf P, nicht mal auf N wie früher! Ach so Fuß auf die Bremse, ok,ok!
Aber jetzt! Nein? Warum wieder nicht?
Die Scheibe sind noch runtergelassen, das Radio ist nicht ausgeschaltet, der Sitz nicht eingestellt, das Hemd ist nicht mehr frisch, die Schuhe nicht geputzt und überhaupt: warum läßt Du die nette Dame im Peugeot nicht erst mal vor?
Ja, ok, jetzt darfst Du starten!
Mann, warum nicht gleich so?
Jürgen
Ja Ja so ist das mit den Hightechautos!!
Ganz änlich ist es mir ergangen,als ich von meinem amerikanischen Freund seinen umgebauten Camaro auslieh,ich an der Tankstell bekam den Motor nicht mehr an,bis mir vom Rennen her (nach20 min) einfiel,dass der Anlasser nur ging bei getretener Kuplung??:!!
und das bei dem Baujahr ;)
wäre ich ohne Bedienungsanleitung auch nicht drauf gekommen *ggg
Wie soll ich denn das verstehen?? Hat mir hier ein Weibchen geschrieben??? :-)
:-)
Mann und Technik ...
Super Geschichte und sehr komisch. Ist auch irgendwie beruhigend, dass solche technischen Gimmicks schon damals in die Autos versenkt wurden. (Von wegen früher war alles besser!)
Wieder mal ein schönes Beispiel dafür, dass zu viel Technik auch nicht glücklich macht! :o)
Sehr schöne Geschichte.